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Demo gegen Rassismus

Solidarisch und entschlossen gegen Rassismus: Hinter dem großen Transparent mit dieser Aufschritt zogen gestern Nachmittag rund 150 Demonstranten vom Hauptbahnhof über den Neumarkt in die Altstadt - begeleitet von etwa 40 Polizisten.	Foto: Heidersdorf Solidarisch und entschlossen gegen Rassismus: Hinter dem großen Transparent mit dieser Aufschritt zogen gestern Nachmittag rund 150 Demonstranten vom Hauptbahnhof über den Neumarkt in die Altstadt - begeleitet von etwa 40 Polizisten. Foto: Heidersdorf
Limburg. 

Die Demonstration war fragwürdig, verlief peinlich, blieb aber immerhin friedlich: Obwohl nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei das Motiv für den Tod eines aus Ruanda stammenden Obdachlosen in Limburg nicht geklärt ist, nahmen Gruppen aus Frankfurt das Verbrechen gestern zum Anlass für eine Kundgebung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Rund 150 Teilnehmer, zum überwiegend Auswärtige mit „Linke“-Kreischef Harry Herr an der Spitze, verwechselten in der Altstadt den Tatort, am richtigen marschierten sie ungeachtet vorbei . .. Bis auf eine vorübergehende Festnahme – ein junger Mann hatte ein Messer bei sich – registrierte die Polizei jedoch keine besonderen Zwischenfälle.

Die von Demonstrationen teilweise heftig beschimpfte Staatsmacht war mit einem großen Aufgebot vertreten. Rund 40 Polizisten begleiteten den erst drei Minuten vor dem angekündigten Beginn angemeldeten Zug, beobachtet unter anderem vom Leitenden Oberstaatsanwalt Lothar Sagebiel und Polizeichef Jürgen Begere.

Organisiert wurde die Veranstaltung unter dem Motto „Rassismus tötet!“ von antifaschistischen und -rassistischen Gruppen aus Frankfurt. Mit laut gerufenen Slogans wie „Für die Freiheit, für das Leben, Nazis von der Straße fegen“, machten sich die Teilnehmer auf den Weg. Erst unmittelbar vorher hatten sie auf dem Bahnhofsplatz die Demo bei Ordnungsamtsleiter Paul Müller noch ordentlich angemeldet. „Wir haben eine hohe Einschreitschwelle und halten Abstand“, hatte Polizeidirektor Jürgen Begere zuvor den Sprechern der Demonstranten versichert.

Diese wollten ihren Namen nicht in der Zeitung lesen – und die meisten wollten auch nicht fotografiert werden. Mehrere vermummten sich. Die Initiatoren sorgten dafür, dass die Vereinbarungen mit Polizei und Ordnungsamt weitgehend eingehalten wurden. „Halt’s Maul“ war zum Beispiel die prompte Antwort, als ein Zugteilnehmer einen anstößigen Spruch gegen Rechts skandierte.

Ziel war die Unterkunft der Stadt Limburg, in der kürzlich ein 55 Jahre alter Mannes aus Ruanda von drei Mitbewohnern erschlagen wurde (wir berichteten). Die Gedenkminute wurde mangels Ortskenntnis allerdings nicht vor dem Tatort in der Brückengasse, sondern vor einem Haus in der Pfarrgasse abgehalten.

Die Botschaft, dass sich Menschen gegen Rassismus engagieren sollten, blieb von der kleinen Panne aber unberührt. Unter den Demonstranten war unter anderem auch die Juso-Kreisvorsitzende Viktoria Kamens. Mit dabei war die zwei Monate alte Tochter. Denn gegen Fremdenfeindlichkeit könne schließlich nicht früh genug demonstriert werden, sagte sie mit einem Lächeln. Flugblätter mit dem Slogan „Rassismus tötet“, verteilte Nicole Hinzmann aus Selters. Es sei wichtig, auch die Menschen in Limburg gegen Rassismus zu mobilisieren.

(hei , koe)
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