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Flüchtlingsunterkünfte: Der Ansturm blieb aus

Von Bis zu 1000 Flüchtlinge wollte der Landkreis Limburg-Weilburg in drei Notunterkünften unterbringen. Doch die Einrichtungen in Dehrn, Schadeck und Limburg blieben leer – bis heute.
Die gut gesicherten Leichtbauhallen am Schadecker Haus der Vereine sorgten für Ärger im Dorf – jetzt stehen sie leer. Die gut gesicherten Leichtbauhallen am Schadecker Haus der Vereine sorgten für Ärger im Dorf – jetzt stehen sie leer.
Runkel-Schadeck/Dehrn. 

Kein halbes Jahr ist es her, dass sich der Landkreis Limburg-Weilburg auf einen weiteren Flüchtlingsansturm vorbereitete. Zusätzlich zu den Erstaufnahmeeinrichtungen in Staffel und Waldhausen wurden Notunterkünfte in Dehrn, Schadeck und Limburg geschaffen. Gebraucht wurden sie nie, denn zwischenzeitlich ging die Zahl der Flüchtlinge deutlich zurück. So deutlich, dass fraglich erscheint, ob die insgesamt 1000 geschaffenen Plätze jemals benötigt werden.

Darauf deuten zumindest die jüngsten Zahlen hin, die gestern von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verkündet wurden. Demnach kamen im März nur noch rund 20 000 Menschen nach Deutschland. Zum Vergleich: Im Januar waren es 90 000, im Dezember 2015 noch 120 000 und im Monat davor sogar mehr als 200 000. Eine Prognose über den weiteren Verlauf der Flüchtlingskrise wagte der Minister indes nicht.

Land erstellt Konzept

Das Land Hessen macht sich vor diesem Hintergrund Gedanken, was aus seinen in aller Eile aus dem Boden gestampften Notunterkünften werden soll. Wie das Regierungspräsidium (RP) Gießen gestern auf NNP-Anfrage mitteilte, wird derzeit ein Konzept erarbeitet, das auch die Möglichkeit einschließt, dass viele Einrichtungen geschlossen werden. Einige könnten allerdings weiter bestehen bleiben – für den Fall, dass die Flüchtlingszahlen wieder nach oben gehen. In welche Kategorie die Notlager in den Städten Limburg und Runkel fallen, sei noch ungewiss. Voraussichtlich übernächste Woche soll das Konzept fertiggestellt sein, hieß es dazu gestern beim RP.

Die im Dezember geschaffenen Aufnahmelager in Dehrn, Schadeck und Runkel sind ohnehin nicht für eine dauerhafte Unterbringung geeignet, sondern nur für einen Aufenthalt von einigen Tagen bis zu wenigen Wochen, wie Georg Hauch, Fachdienstleiter Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz beim Landkreis Limburg-Weilburg, erläutert. „Es ging darum, drohende Obdachlosigkeit zu verhindern“, so Hauch. Dazu wurden an der Limburger Goetheschule und am Haus der Vereine in Schadeck jeweils drei Leichtbauhallen errichtet, die Platz für insgesamt 500 Menschen bieten sollten, 250 an jedem Standort. In Dehrn wurden zwei ehemalige Industriehallen der Firma Egenolf angemietet und dem Zweck entsprechend umgebaut. Auch hier sollten bis zu 500 Menschen vor-übergehend Platz finden.

Ärger verursachte der Standort Schadeck: Die Stadt Runkel hatte dem Kreis den alten Sportplatz zur Verfügung gestellt, obwohl der örtliche Turnverein das Gelände noch bis zum Jahr 2025 gepachtet hatte. Der Verein protestierte, wenn auch erfolglos.

Security im Einsatz

Die zurückgehenden Flüchtlingszahlen machen eine Nutzung der Noteinrichtungen in Limburg, Dehrn und Schadeck derzeit eher unwahrscheinlich. Doch was genau mit den Einrichtungen geschehen soll, wusste Hauch gestern nicht. Mit dem Land sei immerhin bereits vereinbart worden, dass sie demnächst an das Hessische Gebäude und Immobilien-Management übergeben werden und damit nicht länger in die Obhut des Kreises fallen. Vorerst werden alle drei Standorte jedoch – wie bisher auch – von Security-Leuten bewacht, um Vandalismus zu verhindern. Kosten habe der Landkreis ohnehin nicht zu tragen. Sämtliche Ausgaben würden vom Land finanziert, so Hauch. Der Kreis sei lediglich Handlungsgehilfe des Landes.

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