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Familien-Musikcal: Der kleine Lord rührt die Herzen in der Josef-Kohlmaier-Halle

Von Eine reizvolle Inszenierung des berühmten Stücks „Der kleine Lord“ erlebte das Limburger Publikum in der Josef-Kohlmeier-Halle. Das Musical bot etliche Überraschungen.
Szene aus dem Musical „Der kleine Lord“: Wehmütig lassen seine armen Freunde den kleinen Cedric nach England ziehen. Szene aus dem Musical „Der kleine Lord“: Wehmütig lassen seine armen Freunde den kleinen Cedric nach England ziehen.
Limburg. 

Für viele Menschen gehört „Der kleine Lord“ zur Weihnachtszeit wie Lebkuchen und Marzipan. Handelt es sich bei diesem Familienstück doch um eine Geschichte mit viel Herz. Bekannt ist „Der kleine Lord“ einem Millionenpublikum vor allem durch seine Verfilmungen, die frühere Generationen genauso begeistert haben wie die heutige. So war es denn auch kaum überraschend, dass die Josef-Kohlmaier-Halle bei der Aufführung des „kleinen Lords“ als Familien-Musical gut gefüllt war. Das Publikum war altersmäßig gut durchmischt, als das a.gon-Theater München das Werk in Limburg spielte.

Auf Einladung der Limburger Kulturvereinigung war das achtköpfige Tournee-Ensemble zwischen den Jahren zu Gast. Obwohl das Stück der Autorin Frances Hodgson Burnett bereits von 1886 stammt und auch im 19. Jahrhundert spielt, ist der Inhalt von „Der kleine Lord“ zeitlos geblieben und heute aktueller denn je. „Der kleine Lord“ fesselte und regte das Publikum auch in Limburg zum Nachdenken an.

Grenze von Arm und Reich

Während die Erwachsenen scheinbar in ihren Rollen und Vorurteilen gefangen sind, kann „Der kleine Lord“ mit der Naivität eines Kindes Wahrheiten aussprechen und Dinge verändern. Das Stück behandelt zum einen die Grenze in den Köpfen zwischen Amerika und Großbritannien in der damaligen Zeit, vor allem aber die Grenze zwischen Arm und Reich. Da sind die Adligen, die auf ihrem Reichtum sitzen und im Luxus schwelgen. Auf der anderen Seite stehen die Armen, die sich als Schuhputzer, Gemüsehändler oder im schlimmsten Fall als zersauste Bettler durchs Leben schlagen müssen.

Der künftige Lord Cedric wächst alles andere als im Glanz eines Palastes auf. Sein verstorbener Vater war zwar ein Sohn des Earls of Doringcourt, doch leider nicht der Älteste und somit nicht erbberechtigt. Und Mrs. Erroll, Cedrics Mutter, wird von dem Earl sowieso nicht unterstützt, weil er die Bürgerliche aus den Vereinigten Staaten nie als vollwertiges Familienmitglied akzeptieren konnte. Trotzdem wächst Cedric glücklich auf und findet unter den einfachen Marktleuten wahre Freunde.

Sein Leben soll sich schlagartig ändern, als ein Abgesandter des Earls erscheint und ihm mitteilt, dass er nach dem Tod seines Onkels der einzige Erbberechtigte seines Großvaters ist. Um auf seine neue Rolle vorbereitet zu werden, soll er in England erzogen werden. Die Sache hat nur einen Haken: Seine unerwünschte Mutter darf nicht mit ihm im Palast wohnen.

Dennoch will Mrs. Erroll ihrem Kind die Chance nicht verbauen und willigt ein. Cedric freut sich auf das Leben in England, weiß aber („Was ist ein Lord?“) nicht wirklich, auf was er sich einlässt. Zumal der Großvater ein hartherziger alter Mann ist, der kein Mitgefühl mit Cedrics Mutter und schon gar nicht für seine am Existenzminimum lebenden Untertanen hat. Doch Cedric erweicht mit seiner Unbekümmertheit das Herz des alten Mannes und macht ihn zu einem guten Menschen, der sich mit Cedrics Mutter versöhnt und den Armen hilft.

Abstriche

Dass die Zuschauer in Limburg großen Applaus spendeten, lag nicht nur am Wandel des Earls und dem Happy End. Der knabenhaft wirkenden Schauspielerin Isabel Kott gelang es mit ihrer frischen Art glänzend, Cedric facettenreich darzustellen. Mit Pavel Fieber ist in der Inszenierung von Stefan Zimmermann auch die Rolle des Earls perfekt besetzt. Fieber schaffte es, den Adligen und dessen inneren Wandel glaubhaft und mit Würde darzustellen. Tanja Maria Froidl als Cedrics Mutter überzeugte ebenso mit Spielwitz und angenehmer Sprechstimme. Auch die Nebenrollen waren gut besetzt. Sämtliche Akteure passten zu ihren Bühnenfiguren und meisterten teilweise mehrere Rollen. Auch wenn man bei der sängerischen und tänzerischen Qualität der Darsteller doch Abstriche gegenüber großen Musical-Produktionen machen musste, war die Inszenierung den Besuch allemal wert. Positiv beispielsweise, dass die Songs von guten Musikern live gespielt wurden. Einige Lieder wie der Schuhputzersong brachten sofort gute Laune. Vor allem war der Stoff vor würdiger Kulisse kurzweilig in Bühnenform gebracht. Wer also nicht die Riesenshow großer Musicalhäuser erwartete, sondern einfach einen netten Theaterabend erleben wollte, der wurde nicht enttäuscht.

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