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Projekt Schulwegpass: Der sichere Schulweg will geübt sein

Wenn die Kinder in die Schule kommen, wartet eine neue Herausforderung auf sie – der Schulweg. Damit sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen können, können Vorschulkinder ihren Schulwegpass absolvieren. Fünf Kindergärten aus dem Nordkreis beteiligen sich an diesem Programm.
Die große Einfahrt zum Einkaufsmarkt ist eine Herausforderung, welche die Vorschulkinder gut meisterten. Foto: Heike Lachnit Die große Einfahrt zum Einkaufsmarkt ist eine Herausforderung, welche die Vorschulkinder gut meisterten.
Elz/Elbtal/Waldbrunn. 

Einzeln treten die Kinder an den Straßenrand. Ihr Blick geht nach links, geht nach rechts und wieder nach links. Bleibt das Auto stehen? Sie warten lieber einen Moment länger, um ganz sicher zu sein. Dann geht es über die Straße.

Auf dem Schulweg warten auf die Kinder verschiedene Situationen im Straßenverkehr, die sie bewältigen müssen. Es gibt Hindernisse auf den Gehwegen wie parkende Autos oder Mülltonnen. Straßen müssen überquert werden mit Hilfen wie Zebrastreifen oder Ampeln oder auch ohne. Damit dies sicher klappt, bietet die Unfallkasse Hessen in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Landesverkehrswacht das Projekt Schulwegpass an.

Im Nordkreis beteiligen sich zwei Kindergärten aus Elz, die Kitas in Elbtal und Waldbrunn-Hausen an dem Projekt, das der ehemalige Polizist Frank Zimmer begleitete. Neben den Kitas im Nordkreis unterstützt er Kindergärten in Nieder- und Oberselters, Erbach und Kirberg sowie in Limburg. Mehr Kapazität habe er leider nicht. „Wir haben nur einen Moderator im Landkreis, und damit erreichen wir nur eine Minderheit der Vorschulkinder“, bedauert Frank Zimmer. Dabei müsse dies nicht so sein. Bereits nach den Sommerferien könnten die Kindergärten das Programm buchen. Doch häufig meldeten sie sich erst nach den Osterferien – und dann sei die Zeit für ihn zu kurz, um allen Anfragen nachzukommen.

Elternabend ist Pflicht

Er bedauere dies, weil es viele Möglichkeiten gäbe, den Schulwegpass in das Vorschulprogramm einzubauen. Um an dem Projekt teilzunehmen, findet für die Eltern ein verpflichtender Elternabend statt, bei dem die Erziehungsberechtigten einen Fragebogen an die Hand bekommen, mit dem sie den künftigen Schulweg ihrer Kinder und auch das Verhalten ihrer Sprösslinge einschätzen können. Zimmer ermutigt die Eltern außerdem, mit ihren Kindern den Schulweg zu üben. „Begeben Sie sich auf die Augenhöhe Ihrer Kinder, um zu sehen, was Ihre Kinder sehen“, lautet ein Tipp von ihm. Außerdem rät er, die Kinder vorgehen zu lassen, Alternativstrecken abzugehen, falls auf dem normalen Schulweg einmal Behinderungen vorhanden sein sollten, oder auch die Wege zu verschiedenen Zeiten zu gehen, um zu erleben, dass das Verkehrsaufkommen unterschiedlich stark ist.

Die Kinder dürfen für den Erhalt ihres Schulwegpasses eine Strecke alleine laufen. Eltern sichern als Streckenposten den Weg ab, den die Kinder anschließend alleine bewältigen müssen. Frank Zimmer schaut im Vorfeld, dass viele Elemente wie Zebrastreifen, Überquerung einer Einfahrt oder Ampeln mit eingebunden werden. „Der Weg in Elz zählt zu den anspruchsvollsten Strecken in allen Orten, in denen ich dieses Programm anbiete“, sagt Frank Zimmer.

Rund zehn Minuten sind die Kinder dann alleine unterwegs. Von skeptischen Blicken bis hin zu leuchtenden Augen ist alles in ihren Gesichtern abzulesen. Die einen gehen den Weg im normalen Tempo, während andere ihn fast joggen.

Auch Frank Zimmer hat sie dabei fest im Blick und gibt ihnen am Ende noch Tipps, was sie eventuell besser machen können und was sie bereits sehr gut gemacht haben. Die Vorschulkinder sind dann sehr stolz, wenn sie ihren Schulwegpass in den Händen halten. Wie nachhaltig das Projekt ist, kann Zimmer leider nicht einschätzen. Viele Kinder werden später dennoch zur Schule gefahren. Dafür führten die Eltern unterschiedliche Gründe an. Die Schule liege auf dem Weg zur Arbeit, der Weg sei zu weit, oder die Kinder müssten dann am Morgen nicht hetzen.

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