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Flüchtlinge in Bad Camberg: Die Bürger wollen helfen

Von Über die Unterbringung von Flüchtlingen in Bad Camberg und Möglichkeiten, sich bei deren Versorgung ehrenamtlich zu engagieren, berichtete Bürgermeister Wolfgang Erk zusammen mit Vertretern der GAB, des Sozialamtes und der Caritas im Bad Camberger Kurhaus.
Das Expertenteam rund um Bürgermeister Wolfgang Erk (am Mikrofon) beantwortet die zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Das Expertenteam rund um Bürgermeister Wolfgang Erk (am Mikrofon) beantwortet die zahlreichen Fragen aus dem Publikum.
Bad Camberg. 

„Ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge und Asylbewerber? Na klar!“ Dies hatten sich vermutlich die meisten der Teilnehmer der Info-Veranstaltung im großen Saal der Bad Camberger Stadthalle gedacht. Dort informierte Bürgermeister Wolfgang Erk (SPD) zusammen mit den Experten Wolfgang Koch und Uta Meyer-Groetecke (beide GAB), Jürgen Eufinger und Sebastian Schneider (beide Caritas) sowie Amtsleiterin Marianne Zimmermann vom Sozialamt des Landkreises über die bereits in der Kurstadt bestehenden einschlägigen Strukturen.

Schnell wurde deutlich, dass bei der Grundversorgung der unter anderem aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und Somalia stammenden Menschen die Profis bereits alles im Griff haben. Zwischen 20 und 30 Asylsuchende sind bereits in einem Haus an der Limburger Straße untergebracht. Demnächst soll eine weitere Unterkunft hinzukommen.

 

Was kann man tun?

 

„Wir suchen überschaubare Mehrfamilienhäuser“, erklärte Wolfgang Koch von der kreiseigenen „Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung“ (GAB), die inzwischen auch selbst einige Flüchtlingsheime betreibt. Eine „Kasernierung“ mit der Unterbringung von noch mehr Menschen in einer Unterkunft solle vermieden werden, betonte der Experte. Was können aber Freiwillige tun, wenn für das Nötige schon gesorgt ist? Da fiel dann schnell das Stichwort von der Willkommenskultur. Ob ehrenamtlicher Sprachunterricht, gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten, wie zum Beispiel Erzählcafés – all diese „Luxusleistungen“, die nicht in Verordnungen und Gesetzen enthalten sind, leben vom ehrenamtlichen Engagement der Menschen vor Ort.

Abgeraten wurde allerdings, ohne vorherige Absprache zu einer Unterkunft zu fahren und selbst Kontakt mit Flüchtlingen zu suchen. „Lassen Sie die Menschen erst einmal ankommen“, sagte Sozialarbeiterin Uta Meyer-Groetecke, die in Bad Camberg die Asylsuchenden betreut. Ein Treffen an einem „neutralen Ort“, wie zum Beispiel im Familienzentrum, sei daher empfehlenswert. Da könnten erste Kontakte vermittelt und geknüpft werden.

Wer Interesse hatte, konnte aber auch an diesem Abend einen ausliegenden Fragebogen der Stadtverwaltung ausfüllen. Neben der Anschrift wurde da abgefragt, welche Art von Unterstützung man geben wolle und ob bereits einschlägige Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit vorlägen. Außerdem soll dem Formular ein polizeiliches Führungszeugnis beigelegt werden.

Und wie sehe es mit dem Versicherungsschutz aus, wollte ein Zuhörer wissen. Dazu sollten sich Freiwillige beim Familienzentrum, der Kirche und anderen Organisationen andocken, die über eine Sammelversicherung verfügen, lautete die Antwort. Das „Dienstverhältnis“ zu dem jeweiligen Versicherungsträger sei in der Regel sehr locker, niemand brauche zu befürchten, so langfristige Bindungen eingehen zu müssen.

Wie viele Sozialarbeiter beschäftige der Landkreis momentan, lautete eine weitere Frage. Etwa fünf, weitere Leistungen, wie zum Beispiel Übersetzer, würden nach Bedarf eingekauft, sagte Marianne Zimmermann. Sie machte auch deutlich, wie kurzfristig die Hauptamtlichen über neue Zuweisungen aus dem Sammellager in Gießen erfahren: Im Prinzip stehe die genaue Namensliste erst einen Tag vorher fest. Dann würde ein Bus mit 20 und mehr neuen Flüchtlingen in den Landkreis rollen. Die Formalitäten und die jeweilige Unterbringung nähmen dann den ganzen Tag in Anspruch, beschrieb Zimmermann den nötigen Aufwand.

Als Fazit der Info-Veranstaltung blieb, dass ehrenamtliche Mitarbeit bei der Betreuung der Flüchtlinge willkommen ist. Die einschlägige Vermittlung und Koordination übernimmt in Bad Camberg zum Beispiel das Büro der Stadtjugend- und Seniorenpflege. Dennoch waren nicht alle Anwesenden mit den gegebenen Antworten vollauf zufrieden. „Eine zentrale Webseite mit den freiwilligen Leistungen, die gebraucht werden, wäre hilfreich“, sagte eine Besucherin beim Hinausgehen.

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