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Ensemble Amaryllis: Die Kultur überlebt

Eine Hommage an die Kultur in Zeiten des Terrors bot das Ensemble Amaryllis in seinem Geburtstagskonzert und der Interpretation von Edith Piafs Chanson „Unter dem Himmel von Paris“.
Zauberhafte Stimmung verbreitete der Geburtstagsauftritt des Ensemble Amaryllis in der alten Turnhalle. Zauberhafte Stimmung verbreitete der Geburtstagsauftritt des Ensemble Amaryllis in der alten Turnhalle.
Limburg. 

Ganz schön verstaubt, oder? Ausstaffiert mit Putzkitteln und Staubwedeln eröffneten die Sängerinnen Dorothee Laux (Sopran) und Nadja Jamiro (Mezzo Sopran) das Jubiläumskonzert des Ensembles Amaryllis in der Alten Turnhalle in der Limburger Ste-Foy-Straße. Selbstironisch nahmen sie damit ihr zehntes Gründungsjubiläum auf die Schippe.

„Das Konzert ist nicht wie gewohnt. Es gibt kein Programm, nur Lieblingsstücke der Mitglieder. Keine Geschichten, nur Anekdoten aus zehn Jahren Amaryllis“, erklärte Laux dem Publikum in der ausverkauften Halle das Konzept des Abends. Ein Abend, der natürlich auch die Mitarbeit der Zuschauer erforderte. Sie sehe so viele bekannte Gesichter, fuhr die Sopranistin fort. „Schreibt uns eine Fan-Botschaft. Erklärt uns, was Ihr an Amaryllis mögt“, so die Aufforderung. Dazu lagen in der Pause Postkarten und etwa „450 geborgte Stifte“ bereit.

Spielplatz mit Suppe

Es blieb aber nicht nur bei der Aufforderung, sondern die Musiker gingen mit gutem Beispiel voran und erklärten, was sie denn selbst am Ensemble besonders schätzten. Die Musik und die Anekdoten seien zwar gut, aber besonders gefalle ihr das Publikum, welche sie so akzeptiere wie sie seien, sagte zum Beispiel Karolina Bledowska (Geige). Sie liebe Amaryllis, weil ihr die Konzerte die Möglichkeit geben, regelmäßig neue Kleider auszuprobieren, bekannte Laux unter dem Gelächter des Publikums. Ein Argument, dem sich Nadja Jamiro aus vollem Herzen anschloss.

„Für mich ist das Ensemble ein musikalischer Spielplatz“, hob hingegen Ulrike Jordan (Oboe, Akkordeon) auf die musikalische Vielfalt des Programms ab, während ein anderes Mitglied die selbstgemachte Kürbissuppe von Dorothee Laux besonders lobte.

Mit der Mischung aus Anekdoten, Klassik, Folklore, Pop, Jazz und Improvisation kreierten die Musiker so auch in der Turnhalle wieder eine einzigartige Atmosphäre. Zusammen mit den übrigen Mitgliedern Martin Reuß (Gitarre), Joey Becker (Bassgitarre) und Assen Haydutov (Percussion) gab es eine musikalische Reise mit zahlreichen Überraschungen. Wo sonst folgen auf „Wenn der Herrgott net will“ von Hans Moser das Wiegenlied „La Le Lu nur der Mann im Mond schaut zu“ und der Jazzstandard „My favorite things“.

Trotz oder gerade wegen der jüngsten Terroranschläge spielte das Ensemble auch das Chanson „Sous le ciel de Paris“ (Unter dem Himmel von Paris), das unter anderem durch Versionen von Yves Montand und Edith Piaf populär wurde. „Wir wollten es auf jeden Fall spielen, denn die Kultur überlebt“, erklärte das Mitglied der ersten Stunde, Martin Reuß, gegenüber der NNP die Motivation, nicht auf das Lied zu verzichten.

So bot das Konzert auch ein Spiegelbild der zehnjährigen Ensemblegeschichte: Vielfalt, die sich stetig weiterentwickelt. Denn was einst mit zwei Stimmen und einer Gitarre begann, ist nun in (fast) allen musikalischen Welten zuhause.

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