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Hauptamtliche Gerätewarte: Die Männer fürs Material bei der Feuerwehr

Die Feuerwehr im Landkreis steht auf ehrenamtlichen Füßen. Als Alleinstellungsmerkmal haben die Limburger Brandschützer zwei hauptamtliche Gerätewarte. Sie geben zum Abschluss unserer Serie einen Einblick in ihre Arbeit, die in den anderen Wehren von ehrenamtlichen Gerätewarten geleistet wird.
Im Lager in Limburg liegen die von den Gerätewarten gesäuberten und überprüften Schläuche und warten auf ihren Einsatz. Foto: Heike Lachnit Im Lager in Limburg liegen die von den Gerätewarten gesäuberten und überprüften Schläuche und warten auf ihren Einsatz.
Limburg-Weilburg. 

Markus Knoth und Armin Krankowski sind die beiden Gerätewarte in der Feuerwehrwache in der Ste.-Foy-Straße Limburg. Sie kümmern sich um die Inspektion der Fahrzeuge, prüfen das Material, reinigen die Schläuche aller Limburger Wehren, warten die Atemstrecke und sind mit Instandsetzungsarbeiten in der Atemschutzwerkstatt beschäftigt. Dabei sind sie nicht nur für die Gerätschaften der Kernstadt-Wache zuständig. Auch alle Limburger Ortsteilwehren bringen ihre Atemschutzausrüstung zu den beiden Fachleuten. Sie sind darüber hinaus, was den Atemschutz angeht, Dienstleister für sieben Kommunen. Knoth und Krankowski werden dabei von ehrenamtlichen Gerätewarten unterstützt, die zum Beispiel dafür zuständig sind, die Einsatzkleidung zum Reinigen nach Höchst zu fahren.

Regelmäßig schulen

Markus Knoth ist gelernter Elektriker, was vor allem im Bereich der Geräteprüfung sehr dienlich ist. Armin Krankowski ist Chemielaborant. Beide haben die gleiche Ausbildung wie die ehrenamtlichen Kollegen durchlaufen und sind ausgebildet als Maschinist, Gerätewart, für den Atemschutz, die Tauchgeräte sowie die Schutzanzüge. Pro Jahr müssen sie drei bis vier Weiterbildungen absolvieren. Und sie müssen jeden Hersteller und dessen Geräte genau kennen – auch dieses Wissen frischen sie regelmäßig in Schulungen auf.

Beide kommen aus Freiwilligen Wehren in der Umgebung. Markus Knoth kam 1991 als Jugendlicher zur Feuerwehr Lindenholzhausen und ging 1998 in die Einsatzabteilung. Er ist dort Wehrführer und stellvertretender Stadtbrandinspektor. Seit 2010 arbeitet er als hauptberuflicher Gerätewart. „Feuerwehr ist meine Leidenschaft, und jeder Tag ist eine Herausforderung, denn wir wissen nie, was kommt“, sagt Knoth. Für ihn ist das Ehrenamt wichtig, um gute Arbeit als Gerätewart zu leisten. Sein Kollege Krankowski ist mit 18 Jahren in die Feuerwehr Werschau eingetreten. Er sieht die Vorteile auch in die andere Richtung. „Ich kann Neuerungen mit in meine Heimatwehr nehmen und die Kameraden daran teilhaben lassen“, sagt er.

Tagsüber unterstützen beide die freiwillige Feuerwehr bei Einsätzen. Anschließend machen sie die Geräte zusammen mit den Kameraden bereit für den nächsten Einsatz. Über ihre normale Arbeitszeit hinaus fahren sie allerdings keine Einsätze der Kernstadt-Wehr. Nur in besonderen Fällen kommen sie am Wochenende in die Wache, damit die Wehr jederzeit einsatzbereit ist. „Wir haben einen großen Pool an Ersatzteilen, Schläuchen oder Atemschutzgeräten, so dass wir nicht nach jedem Einsatz kommen müssen“, erklärt Knoth. „Wir kümmern uns dann am nächsten Morgen darum.“ Eine Herausforderung auch für die Gerätewarte waren die vielen Brände in Eschhofen vergangenes Jahr. „Wir haben alles gebraucht, manche Autos waren platt, und daneben fuhren die anderen Wehren auch ihre Einsätze“, erinnert sich Krankowski. „Da kamen wir gar nicht so schnell hinterher.“

So richtig planbar ist der Arbeitstag der beiden Gerätewarte nicht. Was auf alle Fälle feststeht, sind die Übungen der Ortsteilwehren in Limburg sowie einmal die Woche die Reinigung von 25 Atemschutzgeräten aus der Übung in der Atemstrecke. „Wir machen uns morgens einen Plan, was wir schaffen wollen, doch meistens kommt es anders“, erzählt Krankowski. Zum einen wissen die beiden nie, was morgens in den Abstellräumen auf sie wartet, wo die Wehren ihre Geräte nach den Einsätzen zur Reinigung ablegen. Dazu kommen Einsätze, für die sie ihre Arbeit unterbrechen. 70 Prozent der Arbeit der Geräteschutzwarte macht inzwischen die Reinigung und Prüfung der Atemschutzgeräte aus. „Einer von uns ist immer damit beschäftigt“, sagt Knoth.

Die Reinigung der Atemschutzmasken erledigen die beiden mit der Hand, da gibt es keine automatischen Waschgänge. Die Masken werden in die Ablage gebracht, wo über eine Lüftung die Gase abgesaugt werden. Die Gurte kommen in die Waschmaschine. Nach einem Bad im Waschbecken werden die Masken für 15 Minuten in eine Desinfektionslösung gelegt. Danach werden sie gespült und zum Trocknen aufgehängt. Doch damit sind die Masken noch nicht wieder einsatzbereit. Sie werden auseinandergenommen und verbringen die Nacht im Trockenschrank. Und danach geht es an die Prüfung, ob die Maske noch dicht ist, die Gurte und das Innenleben intakt sind. Wenn das Gerät zusammengebaut und geprüft ist, wird es eingeschweißt. Pro Gerät rechnen die Experten mit einer Stunde Zeitaufwand. Doch nicht nur die Atemmasken benötigen ihre Zeit bis zum nächsten Einsatz. Um die Schläuche zu spülen und zu trocknen, vergehen insgesamt drei Tage. Die gereinigten Schläuche befinden sich in einem großen Lager, in dem sich die Limburger Wehren dann bedienen können.

Schriftlich dokumentieren

Auch die Dokumentation ist Aufgabe der Gerätewarte: Sie müssen alle Arbeitsschritte schriftlich dokumentieren. „Unsere Arbeit hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen“, sagt Knoth. Er erklärt dies am Beispiel der CO-Warner. Früher seien diese einmal pro Jahr kontrolliert worden. Dann war alle halbe Jahre eine Prüfung notwendig, inzwischen ist ein Turnus von vier Wochen vorgeschrieben. „Das sind Aufgaben, die im Ehrenamt nicht mehr leistbar sind“, betont Knoth. Daher bringen die Wehren ihre Geräte zur Prüfung nach Limburg und entrichten dafür eine Gebühr. Mit viel Zeitaufwand verbunden ist auch der Digitalfunk, der sich immer auf dem neuesten Stand befinden muss. „Einmal im Jahr sind wir eine Woche lang im Stadtgebiet unterwegs, um die Updates auf jedes einzelne Gerät zu laden“, berichtet Knoth.

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