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Lange Mängelliste: Die Rot-Kreuzler brauchen jetzt selbst Hilfe

Von Im Notfall sind sie zur Stelle, jetzt brauchen die Helfer selbst Unterstützung. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat sich an die Stadtpolitik gewandt. Denn: Im Heim gibt es einiges zu tun. Nicht alles kann der Verein allein leisten.
Der Vorsitzende Volker Mors (rechts) erläutert die Technik im Rettungswagen. Von links: Mirco Liefke (DRK Bad Camberg),     Dieter Oelke (Grüne), Bürgermeister Jens-Peter Vogel, Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus (beide SPD) und Bereitschaftsleiter Peter Mors. Bilder > Foto: Petra Hackert Der Vorsitzende Volker Mors (rechts) erläutert die Technik im Rettungswagen. Von links: Mirco Liefke (DRK Bad Camberg), Dieter Oelke (Grüne), Bürgermeister Jens-Peter Vogel, Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus (beide SPD) und Bereitschaftsleiter Peter Mors.
Bad Camberg. 

Ein großes Problem ist das Dach. Das machte DRK-Bereitschaftsleiter Peter Mors deutlich: Es sei stark veraltet, habe Löcher und weitere Leckagen, die in der Vergangenheit vermehrt zu Wassereinbrüchen geführt hätten. Gerade habe das Rote Kreuz den Schulungsraum auf eigene Kosten erneuert, als das Wasser durchdrang und auch den Deckenbeamer beschädigt habe. Der Flachdach-Teil des Daches sei problematisch, der Schornsteinfeger beanstande zudem, dass der Kamin neu verfugt und verkleidet werden müsste.

Das Rote Kreuz hatte den Bürgermeister und alle Fraktionen eingeladen, um sich an Ort und Stelle über die Situation, die Schäden und mögliche Verbesserungsvorschläge zu informieren. Das Gebäude gehört der Stadt. Früher wurde es als Sportlerheim genutzt. Der DRK-Ortsverein übernahm es 1991.

„Das Haus war in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Wir haben es in Eigenleistung kernsaniert“, erinnert der Bad Camberger DRK-Vorsitzende Volker Mors. Seitdem wurde mit Unterstützung der Stadt eine Zentralheizung installiert, unbenutzbare Toiletten wurden zum Außenlager umgebaut, im Inneren unter anderem der moderne Schulungsraum eingerichtet. Im Jahr 2000 folgte der Bau der Fahrzeughalle zur Unterbringung des überwiegend selbst finanzierten Fuhrparks – „unter großartiger Beteiligung unserer Mitglieder“, wie Volker Mors hervorhebt.

Kleinere und größere Reparaturen, Streich- und Pflegearbeiten erledige das DRK selbst, betont Mors. Schließlich sei das Ganze Grundlage der umfangreichen, qualifizierten Jugendarbeit. Wöchentlich seien bis zu 50 Kinder und Jugendliche im Stützpunkt. Erste-Hilfe-Kurse, Aus- und Weiterbildung der Helfer, das Materiallager für Sanitätsdienste, die Unterstützung der städtischen Feuerwehren, mit denen das DRK je nach Schadenslage gemeinsam ausrückt – dies alles werde am Stützpunkt geleistet.

Aus Vereinsmitteln

„Viele wissen das nicht, aber wir sind ein Verein und müssen Dinge selbst anschaffen, für die die Feuerwehren berechtigterweise Mittel bekommen“, erklärt Volker Mors. Neue Fahrzeuge oder Arbeitsgeräte werden den Feuerwehren von den Kommunen zur Verfügung gestellt. Beim DRK funktioniere die Anschaffung über den Verein. Beispiel: Ein Beatmungsgerät im Rettungswagen, das aktuell aus dem Service genommen wird, muss durch ein neues ersetzt werden. Die Kosten von rund 3000 Euro trägt das DRK. „Wir brauchen die Geräte auf dem neusten Stand. Ohne Beatmungsgerät könnten wir das Fahrzeug nicht mehr als Rettungswagen einsetzen, sondern lediglich als fahrbaren Sanitätswagen. Dann ist er zur Menschenrettung nicht mehr zugelassen.“ Hier also wird das Rote Kreuz selbst initiativ, unter anderem in folgenden Fällen bitten die Helfer die Stadt (auch längerfristig angelegt) um Unterstützung:

  Eingangstür: Sie weist Gebrauchs- und Einbruchsspuren auf, müsste durch eine neue mit Wärmedämmung und Einbruchsschutz ersetzt werden.

  Fenster: Sieben Fenster müssten erneuert werden (plus Wärmedämmung und Rollladen).

  Fassade: Hier wäre eine moderne Wärmedämmung sinnvoll.

  Abfluss: Hier gibt es erhebliche Mängel. Nach einer Rohrverstopfung fiel auf, dass das Küchenabwasser über den Regenkanal in den Emsbach fließt. Hier sollte ein Anschluss an das reguläre Kanalsystem erfolgen und überprüft werden, ob das Rohrsystem insgesamt noch dicht ist, da nach einer Spülung Schimmelbildung und feuchte Stellen beobachtet werden konnten.

  Flüssiggastank: Im vergangenen Jahr hatte der Tüv festgestellt, dass der Flüssiggastank aus Sicherheitsgründen umzäunt werden muss. Da der alte Maschendrahtzaun beschädigt war und ein Verletzungsrisiko bestand, wurde er entfernt. Jetzt ist zu überdenken, ob ein neuer Zaun aufgestellt oder das Gebäude ans städtische Gasnetz angeschlossen wird.

  Zufahrt/Vorplatz: Auf der Zufahrt zum DRK-Stützpunkt reißt die Teerdecke immer wieder auf. Hier sollten auf dem Hauptweg sowie links und rechts der Straße ein verkehrsüblicher Untergrund und Bodenbelag geschaffen werden. Gleiches gilt für die Fläche vor der Fahrzeughalle.

  Heizungsanlage: Hier mussten bereits Kinder- und Jugendgruppenstunden in eiskalten Räumen abgehalten werden, da die Heizung nicht in Ordnung ist. Hier müsste die Anlage oder die Steuerung verbessert werden.

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