Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Limburg an der Lahn 21°C

Oldtimerrallye: Die Schönheit des Alters

Der Sänger Roberto Blanco war prominentester Teilnehmer einer Oldtimerrallye, die auch in Niederselters und Bad Camberg Station machte.
Selters/Bad Camberg. 

Für Freunde historischer Fahrzeuge war die Durchfahrt von 99 schmucken Oldtimern durch den Landkreis in Bad Camberg, Selters und Hünfelden mit kurzen Stopps in der Kurstadt sowie am Mineralbrunnen in Niederselters im Rahmen der Oldtimerrallye Wiesbaden eine tolle Sache. Viele Besitzer von Oldtimern und Mitglieder regionaler Vereine kamen begeistert zum Ort des Geschehens, um untereinander und mit den Fahrern zu fachsimpeln und auch Fotos der teilnehmenden Wagen zu schießen.

Dabei wurde deutlich, dass Oldtimer sammeln wahrlich kein billiges Hobby ist. Andererseits gibt es aber auch Liebhaber, die den Kauf der teilweise viele Jahrzehnte alter Wagen als Geldanlage sehen. Wer sie gut pflegt und stehen lässt, kann mit einem satten Wertgewinn rechnen. Für den Außenstehenden unvorstellbar, dass der teuerste Teilnehmerwagen, ein Mercedes 540 K Cabrio des Baujahres 1936, laut anwesenden Fachleuten einen aktuellen Marktwert von bis zu sechs Millionen Euro haben soll, weil es eben weltweit nur noch ein knappes Dutzend Exemplare dieses Modells geben soll.

Viele der Fahrzeuglenker hatten nicht nur ihre Autos herausgeputzt, sondern sich auch selbst in Schale geworfen, um bei der Ausfahrt eine gute Figur zu machen. Viele blieben beim Zwischenstopp in Niederselters gerne deutlich länger als nötig, weil sie sich freuten, wenn andere sie nach ihren Schmuckstücken fragten und mit ihnen über das gemeinsame Hobby diskutierten. Dem Gros der Teilnehmer schien die Rallyewertung offenbar nur zweitrangig zu sein. Denn trotz der davor stattgefundenen gemeinsamen Mittagspause stimmten Nummern und Ankunftszeiten in Selters bei weitem nicht mehr. Unterwegs unbeschwert die Landschaft zu genießen, brachte zahlreichen Fahrern offenbar deutlich mehr, als die mit nervigem Zeitdruck verbundene Aussicht auf einen Pokal.

Die 32. Auflage der traditionsreichen Rallye des Hesse Motor Sports Clubs ging ab Christi Himmelfahrt insgesamt vier Tage immer vom Wiesbadener Kurhaus aus quer durch Hessen und endete am gestrigen Sonntag mit Ausstellung der Wagen und Preisverleihung in der hessischen Landeshauptstadt. Die Nummernschilder der Wagen zeigten, dass Fahrer von Hamburg bis München und sogar aus dem benachbarten Ausland eine der frühesten deutschen Oldtimer-Rallyes des Jahres gerne nutzen, um immer wieder andere Teile des Rheingaus mit seinen Weingütern, des Taunus, von Rheinhessen, Rhein und Lahn zu entdecken. Vor der Rollprüfung in Bad Camberg, wo die Mitwirkenden den Motor stoppen und ihre Fahrzeuge in genau 30 Sekunden 80 Meter den Berg hinunterrollen lassen mussten, waren die Wagen noch auf dem Feldberg gewesen.

Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Selters, Ralf Weiss (links) hieß dem Sänger Roberto Blanco am Niederselterser Mineralbrunnen willkommen. Bild-Zoom
Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Selters, Ralf Weiss (links) hieß dem Sänger Roberto Blanco am Niederselterser Mineralbrunnen willkommen.

Die Startnummer 1, ein BMW 502 V8 Autenrieth Cabrio von 1955 mit Wolfgang Rücker am Steuer, ließ lange auf sich warten, da der Stargast als Beifahrer bei allen Stopps durch Fotowünsche aufgehalten wurde. „Jetzt weiß ich endlich, woher das Selterswasser kommt“, sagte der Sänger und Entertainer Roberto Blanco bei seinem Ausstieg in Niederselters mit einem breiten Grinsen, wo der Erste Beigeordnete Ralf Weiss schon gewartet hatte, um den mittlerweile 76-jährigen Wahl-Münchener im Namen der Gemeinde zu begrüßen. Seine 40 Jahre jüngere Frau Luzandra bevorzugte es, im Wagen zu warten, bis Blanco sich wie alle Teilnehmer in der Haustrunkanlage seinen Stempel und 200 Jahre nach Goethes Besuch hier sein Präsent der Gemeinde mit Krug und Buch über die Brunnengeschichte abgeholt hatte.

Selbstverständlich durften alle Fahrer auch mal einen Becher Wasser kosten, in der natürlichen Form oder mit Kohlensäure versetzt. Weil der Tag wegen eines Sektherstellers als Hauptsponsor unter dem Motto „Sekt und Selters“ stand, passte die kleine Pause in Selters super ins Programm.

Die Zaungäste, die als Bewohner der Region den restaurierten Brunnen schon kennen, interessierten sich aber mehr für die Wagen, die nach und nach einrollten. Ein Humber 20/55 Tourer von 1927, ein Bentley 4,5 litre Le mans tourer von 1928, ein Lagonda Rapide Sports Tourer von 1937 und ein Cadillac M30 von 1910. Es folgten ein Ford T-Modell Speedster, ein Bugatti 40 Cafe Racer, ein Skoda 645, ein Invicta S-Type Low Chassis und viele mehr. Es waren aber auch neuere Oldies aus den 1970-er und 1980-er Jahren im Feld wie ein Porsche 911 oder ein Rolls Royce Silvershadow, aber ebenso ein VW Golf I GTI, ein VW Käfer oder Kleinbusse von VW wie der T 1 Bully oder der T 1 Samba. Nach Selters ging es für den Oldtimertross noch zu fünf weiteren Stationen über Dauborn, Hünstetten und Taunusstein weiter, bis am späten Nachmittag Zieleinlauf in Wiesbaden war, wo abends noch eine rauschende Gala im Kurhaus auf die Fahrer und ihren Anhang wartete. rok

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse