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Weniger Straftaten: Die Sicherheitslage am Limburger Bahnhof verbessert sich

Von Weniger Straftaten, weniger Drogenfunde: Von einer „deutlichen Verbesserung der Sicherheitslage“ rund um den Limburger Bahnhof spricht die Polizei. Die seit dem vergangenen Jahr laufenden offenen und verdeckten Kontrollen zeigten Erfolg. Weil die Bevölkerung sich aber (noch) unsicher fühlt, will die Polizei an den Kontrollen festhalten.
Die Polizei will trotz der besseren Sicherheitslage weiter ein Auge auf das Limburger Bahnhofsumfeld werfen. Fot: Christof Hüls Foto: Christof Huels (Christof Hüls) Die Polizei will trotz der besseren Sicherheitslage weiter ein Auge auf das Limburger Bahnhofsumfeld werfen. Fot: Christof Hüls
Limburg. 

Die Zahl der Straftaten im Bereich des Limburger Bahnhofs ist nach Angaben der Limburger Polizei rückläufig. Seit Januar 2018 seien von den Polizeibeamten der Besonderen Aufbau-Organisation (BAO) Bahnhof rund 700 Personen kontrolliert und dabei 23 Straftaten festgestellt worden, teilte Polizeisprecherin Claudia Schäfer-Simrock auf Anfrage dieser Zeitung mit; das entspricht einer Quote von 3,3 Prozent. Von Mitte Oktober bis Ende Dezember 2017 waren rund 1100 Personen kontrolliert und dabei 68 Straftaten zur Anzeige gebracht worden; das entspricht einer Quote von 6,2 Prozent.

Für die Polizei ist diese Entwicklung ein Erfolg: „Die aktuellen Ergebnisse der BAO Bahnhof zeigen der Polizei, dass die offenen und verdeckten Kontrollen im Bereich des Bahnhofes zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheitslage geführt haben“, schreibt die Sprecherin in ihrer Antwort. Dies decke sich auch mit positiven Rückmeldungen der Bürger an die uniformierten Beamten im Bereich des Limburger Bahnhofs.

Mehrjährige Haftstrafen

„Der Rückgang der Zahl der kontrollierten Personen resultiert zum größten Teil daraus, dass sich deutlich weniger polizeibekannte Personen im Umfeld des Bahnhofs aufhalten“, teilt die Sprecherin weiter mit. Ursachen dafür seien unter anderem „täterorientierte Ermittlungen“ mit Verurteilungen zu mehrjährigen Haftstrafen.

Einen deutlichen Rückgang der Straftaten habe die Polizei vor allem im Bereich der Betäubungsmitteldelikte verzeichnet. Claudia Schäfer-Simrock: „Wurden im letzten Jahr innerhalb von zweieinhalb Monaten seit Mitte Oktober noch 46 Verstöße festgestellt und angezeigt, lag die Zahl im ersten Halbjahr 2018 bei nur 19 Anzeigen.“

Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wann und wie wird das bei den Bürgern ankommen? Bei einer repräsentativen Umfrage im Herbst vergangenen Jahres war die Stimmung sehr schlecht. Noch nie hatten so viele Limburger Angst empfunden oder sich unwohl gefühlt, vor allem auf dem Bahnhofsplatz.

Gefühlte Gefahren

Knapp 40 Prozent gaben an, ihr Sicherheitsgefühl in Limburg habe sich in den vergangenen fünf Jahren „stark verschlechtert“. Gut 24 Prozent erklärten, es habe sich „etwas“ verschlechtert. „Die Bevölkerung fühlt sich deutlich unsicherer“, interpretierte Professor Gerhard Schmelz von der mit der Umfrage beauftragten Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden die Ergebnisse Anfang Mai. Knapp 3800 Limburger Haushalte hatten sich an der Umfrage beteiligt, dazu kamen knapp 900 Teilnehmer im Internet sowie eine Zufallsbefragung von gut 370 Bürgern.

Fast jeder zweite Befragte gab an, auf dem Bahnhofsplatz Angst zu empfinden. Was verursacht diese Angst? Migranten und Ausländer wurden mit 28 Prozent am häufigsten genannt, gefolgt von der Angst vor Straftaten und Anpöbeln (knapp 25 Prozent). Knapp 60 Prozent der Befragten meiden Orte, an denen sie Angst empfinden.

Die Forderung von Schmelz, die Polizei sollte an der Sondereinheit festhalten, weil sie für mehr Sicherheit auf dem Bahnhofsplatz sorgt, wird nachgekommen. Angesichts der Umfrageergebnisse will die Polizei an der BAO festhalten. „Besonders in den Bereichen, welche in der Umfrage von der Bevölkerung als sogenannter ,Angstraum‘ genannt wurden, will die Polizei daher den eingeschlagenen Weg weitergehen und unter anderem durch offene sowie verdeckte Kontrollmaßnahmen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung weiter verbessern“, teilt die Sprecherin mit.

Als weitere Angsträume genannt wurden in der Umfrage die Limburger Innenstadt und Blumenrod (allerdings mit großem Abstand zum Bahnhofsplatz). Die angekündigten Kontrollen entsprechen dem eindeutigen Wunsch der Befragten. Um sich sicherer zu fühlen, hatten die Teilnehmer an der Haushaltsbefragung mehr Präsenz gefordert (knapp 38 Prozent) und mehr Kontrollen – von Polizei und Ordnungsamt (knapp 23 Prozent).

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