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Verbandsgemeinde Hahnstätten: Die örtliche Flüchtlingshilfe stößt an ihre Grenzen

Flüchtline (Symbolbild) Flüchtline (Symbolbild)
Hahnstätten. 

Die wachsende Zahl der Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Hahnstätten führt erwartungsgemäß auch dazu, dass die örtlichen Helferinnen und Helfer an ihre Grenzen stoßen.

Inzwischen wohnen über 150 Flüchtlinge, verteilt über fünf Ortschaften, im Bereich der Verbandsgemeinde. Die meisten von ihnen sind aus den syrischen Kriegsgebieten geflohene junge Männer, die zu einem großen Teil ihre Familien in den umkämpften Gebieten zurücklassen mussten und jetzt um deren Leben bangen. Dazu kommen einige syrische Familien und weitere Flüchtlinge aus circa zehn weiteren Nationen.

Neben der Erstausstattung von der Verbandsgemeinde brauchen sie alle warme Kleidung und Haushaltsgegenstände aus dem Spenden-Lager in Hahnstätten, am Öffnungstag (jeder zweite und vierte Dienstagvormittag des Monats) drängen sich bis zu 50 Menschen in den – zum Glück großen – Räumlichkeiten an der Pitzgasse.

Ein zweiter Öffnungstag wäre sinnvoll und erstrebenswert, hier fehlt es aber derzeit an Helfern/-innen, die an einem solchen Tag etwa drei Stunden bei der Ausgabe bzw. Spendenannahme helfen könnten. Das Lager ist durch reichliche Spenden der Bevölkerung recht gut ausgestattet, ein Engpass besteht vorwiegend bei warmer Kleidung in den Größen S und M, bei Schuhen (auch eher kleine Größen) sowie bei Fahrrädern (für Einkäufe und den Weg zum Sprachunterricht).

Des Weiteren sucht die derzeitige Helfergruppe zusätzliche Lern- und Schulpaten, die den Menschen helfen, ihre im Kurs gelernten Sprachkenntnisse anzuwenden und zu vertiefen. Die Zeiten dafür sind völlig flexibel mit dem jeweiligen betreuten Schützling absprechbar, auch Kleingruppenarbeit ist möglich.

Am wichtigsten aber sind nach Meinung von Andrea Dressler und Achim Lauer die persönlichen Kontakte mit den Flüchtlingen. „Sie brauchen nicht nur Hilfe auf der Sachebene, sondern sie sehnen sich nach ein bisschen Normalität, nach einem freundschaftlichen Gespräch, nach menschlichen Kontakten. Sie haben Familie, Freunde und Heimat verloren und müssen ganz neu anfangen.“ Ein gelegentlicher Besuch zum gemeinsamen Tee, die Mitnahme zum Sport oder auch die Hilfe beim Ausfüllen eines Formulars können da sehr hilfreich sein. Meist wird viel gelacht, und die Kommunikation mit Händen und Füßen ist zwar beschwerlich, oft aber auch phantasievoll und lustig. „Diese menschlichen Kontakte helfen, gegenseitige Ängste und Vorbehalte zu verringern und Verständnis und Wissen bzgl. der anderen Kultur zu vermitteln.“

Um über ihre Projekte zu berichten und Interessenten für die Arbeit mit Flüchtlingen zu motivieren, veranstaltet die Initiative gemeinsam mit der Verbandsgemeinde den zweiten Hahnstätter Flüchtlingsgipfel am Donnerstag, 21. April.

Wer sich vorstellen kann, die Flüchtlingshilfe zu unterstützen, findet viele Hintergrundinformationen, nützliche Infos zur Arbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen und auch die jeweiligen Ansprechpartner auf der Internetseite der Initiative www.flüchtlingshilfe-untere-aar.de.

Am Sonntag, dem 6. März, findet in der Rundkirche Oberneisen ein Benefizkonzert statt. Veranstalter sind die Flüchtlingshilfe und die örtliche Hilfsorganisation „Wir-Machen-Mit“, die damit ihr zehn-jähriges Bestehen feiert. Musikalische Mitwirkende sind das Ensemble Amaryllis und der Männerchor Aartal, dazu gibt es eine musikalisch untermalte Lesung. Außerdem berichtet die Initiative über ihre bisherige Arbeit und die Zukunftsplanungen, dazu gibt es Bilder der Fotografin Alea Horst über ihren Einsatz auf der Insel Lesbos.

(nnp)
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