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Diese Musik lässt aufhorchen

Der Gesangverein „Frohsinn“ hat gemeinsam mit den vier Solisten Karah Bishop, Keith Ikaia-Purdy, Pascal Mehl und Alex Winn sowie den Frankfurter Sinfonikern ein beeindruckendes Konzert in „St. Mauritius“ geboten.
Eine Eindrucksvolle Zahl an Sängern und Instrumentalisten gestalteten das sinfonisches Kirchenkonzert in der St. Mauritiuskirche in Erbach. 	Foto R. Fluck Eine Eindrucksvolle Zahl an Sängern und Instrumentalisten gestalteten das sinfonisches Kirchenkonzert in der St. Mauritiuskirche in Erbach. Foto R. Fluck
Bad Camberg-Erbach. 

Nicht alle Tage erlebt man ein Kirchenkonzert mit einem solch großen Aufgebot an Chorsängern, Vokalsolisten und Instrumentalisten, das geistliche Musik aus verschiedenen Epochen umspannt und durch seine Intensität und Eindringlichkeit Mitwirkende und Zuhörer in ein umfassenden Gotteslob zusammenführt. Eingeladen hatte der Gesangverein „Frohsinn“ Erbach, und sein Dirigent Dr. Georg Hilfrich, der nicht nur die musikalische Gesamtleitung innehatte, sondern auch für die Programmauswahl verantwortlich zeichnete.

In all den Jahren seiner Tätigkeit hat der musikalische Leiter seine Sänger nicht nur geschult, sondern vor allem auch gefordert und zu einem kultivierten Klangkörper geformt, der sich heute mit einem breiten Ausdrucksspektrum präsentieren kann. Im Mittelpunkt des Konzertes stand die „Messe brève No. 5 aux séminaires“ von Charles Gounod in Zusammenwirkung mit den Solisten und den Frankfurter Sinfonikern, wobei alle Beteiligten das gemeinsame harmonische Miteinander in den Dienst ihrer Interpretation stellten; dieses Werk beinhaltet viele Anklänge an den Gregorianischen Choral – die Sänger des GV „Frohsinn“ gefielen bei den einzelnen Messteilen mit ausgewogener Gestaltung und stilistischem Einfühlungsvermögen.

Tiefe Eindringlichkeit

Auch der „Vespergesang op. 121“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, besonders das „Aperi oculos tuos“, stellte eine große Herausforderung dar, der sich Solisten und Chorsänger mit einer Interpretation von tiefer Eindringlichkeit und zum Teil verhaltenem Ausdruck gewachsen zeigten. Nach dem bekannten „Jesus bleibt meine Freude“ (Johann Sebastian Bach BWV 147) präsentierte der Männerchor mit John Rutter auch einen zeitgenössischen Komponisten; der Satz „Schau auf die Welt“ sprach die Zuhörer vor allem durch seine Unmittelbarkeit und durch seine auffallende Leichtigkeit an, die jedoch eine große musikalische Besinnlichkeit in sich einschließt. Die Frankfurter Sinfoniker, als Begleiter der Solisten und des Chores, bestätigten einmal mehr ihre musikalische Kompetenz und stellten durch ihr konzentriertes Zusammenspiel und ihren homogenen abgerundeten Klang ihre Erfahrung und ihr Können unter Beweis. Mit der Orchestersuite „Air“ von Johann Sebastian Bach, dem „Andante festivo“ (Jean Sibelius) sowie der „Sarabande“ von Edvard Grieg, eine Komposition, die alten Tanz- und Liedformen nachempfunden ist, konnte das Orchester sein ganzes Klangvolumen ausschöpfen und auch darüber hinaus die Stimmungen und Schattierungen der einzelnen Stücke in das entsprechende Klangbild umsetzten. Auch die Solisten hatten einen großen Anteil am Gelingen des Konzerts und konnten demonstrieren, wie vielfältig ihre gestalterischen Möglichkeiten sind. Besinnliche Ruhe und Klangschönheit verbreitete die Koloratur-Sopranisten Kara Bishop bei „Du bist bei mir“ (Johann Sebastian Bach BWV 508)) und dem bekannten „Panis angelicus“ (César Franck) im Zusammenklang mit den drei Solisten. Die Stimme des Baritons Alex Winn entfaltete sich schlank und transparent in den ausdrucksstarken Passagen der Arie „Ombra mai fu“ von Georg Friedrich Händel und Bass-Bariton Pascal Mehl und der Tenor Keith Ikaia-Purdy zeigten beim „Crucifix“ des französischen Komponisten Jean-Baptiste Fauré eine Mischung aus kraftvoller Energie und plastischer Einheit.

Es wirkte nach

Beim bekannten Gebet des Herrn – „The Lord’s Prayer“ (Albert Hay Malotte), das heute zum Repertoire vieler bekannter Interpreten gehört, entfalteten die drei Solisten, besonders der Tenor Keith Ikaia-Purdy, ein weites abgerundetes Klangbild und zeigten in den ausdrucksstarken Passagen eine große Innigkeit. Mit den bekannten Klängen von Jeremiah Clarke „Kommt und preiset den Herren“, ein Stück mit eingängiger Harmonik und Melodik, das unmittelbar die Gefühle der Zuhörer anspricht, setzte Dr. Georg Hilfrich einen vielstimmigen Schlusspunkt unter ein Kirchenkonzert, das ein spürbar beeindrucktes Publikum hinterließ.

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