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Entbindungen künftig im Limburger St.-Vincenz-Krankenhaus: Diez: Aus für Geburtshilfe

Nach dem Aus für die Geburtshilfe im Weilburger Krankenhaus zum 1. Januar 2013, der schon Jahre zuvor vorgenommenen Schließung der Geburtshilfe am Anna-Krankenhaus in Hadamar kommt nun auch das Ende für die entsprechende Abteilung am Krankenhaus in Diez.
Diez. 
Keine glücklichen Mienen: Dr. Smita Verma-Führing, Dr. Ulricke Gürtler, kaufmännischer Direktor Clemens Schmitz, Geschäftsführer Bernd Decker, stellvertretender Verwaltungsleiter Arno Baumann und Stationsleiterin Hildegard Heinz (von links). Bild-Zoom
Keine glücklichen Mienen: Dr. Smita Verma-Führing, Dr. Ulricke Gürtler, kaufmännischer Direktor Clemens Schmitz, Geschäftsführer Bernd Decker, stellvertretender Verwaltungsleiter Arno Baumann und Stationsleiterin Hildegard Heinz (von links).

Der Eindruck hätte besser nicht sein können. Offen und sympathisch erzählt Smita Verma-Führing von ihrer sensiblen Arbeit, lässt schnell erkennen, warum Frauen sich in dieser vertrauenerweckenden Umgebung wohl fühlen dürften. Damals, fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, ergänzte Ulricke Gürtler die Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe zu einem Trio, das als Belegärztinnen zusammen mit Simin Khorrami ein Fingerzeig auf die künftige Ausrichtung des DRK-Krankenhauses als Ort der medizinischen Grundversorgung zu sein schien. Damit ist es jetzt – teilweise – vorbei: In der gynäkologischen Abteilung schließt das Hospital zum 30. Juni die Geburtshilfe.

Das Aus, seit Anfang des Jahres im Haus intensiv diskutiert, hat unter den derzeit mehr als 200 betreuten schwangeren Frauen nicht unerhebliche Unruhe ausgelöst. Doch Ulricke Gürtler beschwichtigt: „Niemand wird ins Bodenlose fallen“, kündigt die frühere Oberärztin am Limburger St.-Vincenz-Krankenhaus Hilfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch für die Geburten an. Ohnehin werden in der Gemeinschaftspraxis auf dem Gelände des Krankenhauses die Frauen vor und nach der Niederkunft weiterhin ambulant fachärztlich betreut. Außerdem bleibt es für die Station mit bislang 16 Betten bei ambulant und stationär durchzuführenden gynäkologischen Operationen. Einzig Entbindungen entfallen aus dem bisherigen Leistungsspektrum.

 

Übernahme signalisiert

 

Abgesehen von den Patientinnen sind von den Veränderungen zwölf Schwestern und acht freiberuflich tätige Hebammen betroffen. Während aus den Reihen der Geburtshelferinnen, von denen nur noch zwei für die Vor- und Nachsorge gebraucht werden, zu hören ist, dass kaum Bereitschaft an einer Umorientierung in Richtung Limburg besteht und sich derzeit kaum konkrete Perspektiven abzeichnen, steht dem nach eigenen Angaben „alten Team“ der Kinderkrankenschwestern zum Ende des Berufslebens noch manch schwerer Schritt bevor. Ortswechsel, zumindest beim Arbeitsplatz, nicht ausgeschlossen. Kleiner Hoffnungsschimmer: St.- Vinzenz hat Übernahmen in Aussicht gestellt …

Aus den Problemen des seit Jahren defizitären DRK-Krankenhauses hat Bernd Decker nie einen Hehl gemacht. Im Zuge der „schwierigen finanziellen Lage“ setzten im Vorjahr Überlegungen ein, welche freiwilligen Leistungen künftig noch erbracht werden können. „Es geht letztlich um die Zukunft des Standortes“, betonte der Geschäftsführer der Träger-GmbH gestern in einem Pressegespräch noch einmal die heiklen Grundsatzpositionen.

Abgenommen wurde der Geschäftsleitung die Entscheidung letztlich über eine Entwicklung, die mit berechtigter Sorge zu betrachten ist. Eklatant steigende Versicherungsbeiträge können von den freiberuflich tätigen Ärztinnen (ähnlich ist die Situation bei den Hebammen) nicht mehr getragen werden. Von durchschnittlich 8500 Euro (pro Medizinerin) im Jahr 2000 stieg die Haftpflichtprämie im Vorjahr auf über 60 000 Euro für zwei Ärztinnen an. 2015 würde dieser Betrag auf 80 000 Euro ansteigen. Zum 30. Juni haben Dr. Smita Verma-Führing und Dr. Ulricke Gürtler der Assekuranz per Kündigung den Rücken gekehrt. Letztlich mit Wehmut. Von „zwei guten Jahren“ spricht die Medizinerin angesichts der 470 Neugeborenen allein im vergangenen Jahr. Nach rückläufigen Geburtenzahlen in den Jahren 2008 bis 2013 (im Landkreis um 13,2 Prozent) kehrte sich die Entwicklung zuletzt wieder um. hbw

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