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Warum die Staffeler so besorgt sind: Diskussion um neue Flüchtlingsunterkunft

Am 1. März ist es so weit: Dann wird die neue Flüchtlingsunterkunft in Staffel eröffnet. Rund 120 Menschen sollen dort im Schnitt leben. Weitere Informationen zu den Plänen gab es im Bürgerhaus.
Vom 1. März an sollen in dieser ehemaligen Gaststätte 120 Flüchtlinge untergebracht werden. Bilder > Foto: Johannes Koenig Vom 1. März an sollen in dieser ehemaligen Gaststätte 120 Flüchtlinge untergebracht werden.
Limburg-Staffel. 

„Ich will ja nicht stänkern. Aber Sie haben sich viele Gedanken um die Flüchtlinge gemacht, jedoch offensichtlich wenige um die Anwohner“: So klar drückte sich bei der Info-Veranstaltung der Stadt Limburg im Staffeler Bürgerhaus am Dienstagabend zwar nur ein einziger Fragesteller aus. Dennoch gab es unter den rund 120 Zuhörern durchaus kritische Nachfragen zur neuen Flüchtlingsunterkunft an der Koblenzer Straße, die vom 1. März an allmählich belegt werden soll.

Sorge um Nachtruhe

Was ist mit der Einhaltung der Nachtruhe, wer ist bei Beschwerden der richtige Ansprechpartner, gibt es genug Parkplätze, und wie viel kostete eigentlich der Umbau, lauteten die an die Expertenrunde gerichteten Fragen. Gekommen waren vonseiten des Landkreises die Amtsleiterin des Sozialamts, Marianne Zimmermann, sowie Dirk Schmidt, Fachdienstleiter „Migration“. Die Stadt wurde von Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), dem Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU) sowie der neuen Limburger Integrationsbeauftragten Melanie Weil repräsentiert; ebenfalls anwesend war der Ortsvorsteher Dr. Matthias Schellhorn (SPD).

Hausverwalterin vor Ort

„Ich bin extra nach Limburg gezogen, um die Hausverwaltung zu übernehmen. Ich bin deshalb auch 24 Stunden lang erreichbar“, betonte Zeynep Kanjo von der Firma VIB und Partner GmbH, die das Staffeler Flüchtlingsheim betreibt. Kauf, Umbau und Betrieb der ehemaligen Gaststätte schultern die Investoren. Der Landkreis bezahlt lediglich Miete. „Wir peilen aber schon eine mehrjährige Zusammenarbeit an“, betonte Fachdienstleiter Dirk Schmidt. Wie lange die Unterkunft nun konkret existieren soll. Diese Frage konnte keiner der Verantwortlichen beantworten.

„Vieles kann ich auch erst sagen, wenn die Belegung geregelt ist und klar ist, wer ins Haus zieht. Gewollt ist aber, dass es Personen sind, die bereits ein Bleiberecht und somit auch eine Perspektive in Deutschland haben“, antwortete Schmidt auf die eingangs erwähnten Fragen. „40 Autostellplätze haben wir im Hof“, sagte Zeynep Kanjo. Parkplätze, die vermutlich erst einmal nicht gebraucht werden, da die Flüchtlinge in Regel noch über keine Autos verfügen, stellte Schmidt klar, der die bisherige Projektentwicklung in einer Powerpoint-Präsentation zusammenfasste.

170 Personen können maximal in der neuen Staffeler Unterkunft leben, erklärte Schmidt. Die Regelbelegung soll aber bei 120 Personen liegen. Untergebracht sind die Bewohner in Drei-Zimmer-Einheiten mit eigener Küche und WC. „Es gibt eine Hausordnung, und die Bewohner sollen auch selbst für die Sauberkeit sorgen“, ergänzte Hausverwalterin Kanjo.

Eigene Sozialarbeiterin

Zum Konzept des Betreibers gehört auch ein Raum für die Ehrenamtlichen, die dann dort Bastelstunden für Kinder oder auch Unterricht abhalten können. „Das ist aber eine freiwillige Leistung des Investors“, bestätigte Schmidt. Für Betreuung der Bewohner ist außerdem eine Sozialarbeiterin des Landkreises tätig, die nur für die eine Unterkunft zuständig ist.

„Wir helfen auch, wo wir können“, betonte Bürgermeister Hahn mit Blick auf die neue Integrationsbeauftragte. Mehr Freiwillige und professionelle Unterstützung wünschte sich hingegen ein Mitglied des Staffeler Flüchtlingskreises. „Behördengänge können wir zum Beispiel nur bedingt stemmen“, lautete die Auskunft.

(koe)
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