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Westerwälder Unternehmen: DoKaSch im Höhenflug

Von Ralph Dommermuth hat Montabaur weltbekannt gemacht. Aber auch die Produkte seines Onkels Werner Dommermuth sind weltweit ein Begriff – allerdings nur Insidern. Die 25 Jahre alte Firma DoKaSch zählt zu den führenden Entwicklern und Herstellern von Luftfrachtladegeräten.
Container und Paneele made in Montabaur auf dem Weg in die weite Welt: Der EASA-zertifizierte Opticooler ist ein speziell für den sicheren Transport von temperaturempfindlichen pharmazeutischen Produkten entwickelter High-End »Active Container«, der je nach Anforderung den Laderaum mittels Kompressoren kühlt und mittels Heizelementen heizt. Bilder > Container und Paneele made in Montabaur auf dem Weg in die weite Welt: Der EASA-zertifizierte Opticooler ist ein speziell für den sicheren Transport von temperaturempfindlichen pharmazeutischen Produkten entwickelter High-End »Active Container«, der je nach Anforderung den Laderaum mittels Kompressoren kühlt und mittels Heizelementen heizt.
Staudt. 

Rente mit 63 oder 67? Darüber hat Werner Dommermuth noch nie nachgedacht. Mit 68 ist er jeden Morgen gegen 6 Uhr im Büro – wenn er nicht gerade beruflich auf dem Globus unterwegs ist. Beides macht dem leidenschaftlichen Unternehmer viel Freude. „Ich habe mir meinen Jugendtraum erfüllt“, sagt Dommermuth. Als kleiner Bub hatte der Westerwälder das große Ziel, die Welt zu entdecken.

Dass er später nicht nur reisen durfte, sondern auch regelmäßig musste, um Geschäfte zu machen, war reiner Zufall. Der gelernte Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft hatte im Industriegebiet in Staudt einen Betrieb gebaut und auf dem Grundstück eine Fläche an zwei Männer vermietet, die für die Lufthansa (LH) Paletten reparierten. Als es Probleme gab und die Fluggesellschaft den Auftrag strich, flog Dommermuth kurzerhand zur LH nach Hamburg und verhandelte mit den Verantwortlichen. Mit dem Ergebnis hatte er freilich nicht gerechnet: die Lufthansa schlug ihm vor, die Firma selbst zu übernehmen – und die Führung gleich mit.

„Ich hatte von der Materie überhaupt keine Ahnung“, erinnert sich Dommermuth. Aber er nahm den Vorschlag an – und den Kampf auf. Werner Do mmermuth gründete 1989 gemeinsam mit Heinz Peter Ka minski und Manfred Sch neider die DoKaSch GmbH, die Paletten baute und wartete. Nach zehn Jahren kaufte Dommermuth von Aluteam Mayen die Sparte Luftfahrttechnik (inklusive Mitarbeiter und Lizenzen) und erweiterte das Programm um Container.

 

Kontinuierliche Expansion

 

Die Strategie war konsequent auf Expansion ausgerichtet, die Umsatzkurve kannte nur eine Richtung: nach oben. DoKaSch entwickelte sich schnell zu einem der führenden europäischen Entwickler, Hersteller und Reparaturservice-Unternehmen für standardisierte und kundenspezifische Luftfrachtladegeräte (ULDs).

Fluggesellschaften sind denn auch der wichtigste Partner; DoKaSch besitzt als Anbieter alle Zulassungen der europäischen und der US-Luftfahrtbehörden. Daneben zählen Logistik- und Speditionsunternehmen, die Nato und die Pharmaindustrie zu den Kunden. Sie vertrauen nicht nur auf die zuverlässige Qualität, sondern auch auf die kontinuierlichen Innovationen der Westerwälder Spezialisten. Durch moderne Werkstoffe werden die Ladesysteme immer leichter, durch raffinierte Technik immer vielseitiger. DoKaSch verfügte beispielsweise über den ersten zugelassenen Container, der kühlen und heizen kann (von minus 20 bis plus 50 Grad). Die Firma gibt jährlich eine siebenstellige Summe für die Entwicklung aus.

Die Stärke zeigt sich auch in verschiedenen Sonderlösungen, zum Beispiel Plattformen zum Absetzen von Formel-1-Rennwagen und Luxusautos wie Ferrari und Bugatti, die beim Verladen nicht angefasst werden dürfen.

 

Zentrale Standorte

 

Am Stammsitz in der Feincheswiese in Staudt sind derzeit rund 70 Mitarbeiter damit beschäftigt, Luftfrachtladegeräte zu konstruieren, zu fertigen, zu warten, zu reparieren und Kunden zu beraten. Die Produktionsfläche umfasst 6000 Quadratmeter; in einer Halle lagern Aluminium-Profile, die zehn Jahre vorrätig sein müssen, im Wert von fast drei Millionen Euro.

Die Lage nahe der Autobahnanschlussstelle Montabaur ist strategisch günstig: die drei wichtigsten Luftfrachtflughäfen Deutschlands – Frankfurt/Main, Frankfurt/Hahn und Köln-Bonn – sind jeweils in weniger als einer Stunde Fahrtzeit zu erreichen.

1998 eröffnete DoKaSch in Hahn ein erstes Service-Center direkt am Flughafen, 2008 nach gleichem Konzept ein weiteres in Kelsterbach an der neuen Landebahn West, um der wachsenden Zahl internationaler Airlines am Drehkreuz Frankfurt ein Optimum an Service zu bieten.

Mit der Gründung der Sales und Marketing-Einheit in Basel dokumentierten die Westerwälder ihre Kundennähe zur internationalen Pharmazeutik-Industrie. Dommermuth erkannte die Chancen und baute um das Kerngeschäft herum weitere Gesellschaften auf – mit Beratung rund um das Air Cargo Equipment von der Entwicklung über Reparatur- und Wartungskonzepte bis hin zu kompletten Leasing- und Miet-Lösungen.

 

Starker Firmenverbund

 

„Die Marke DoKaSch steht heute für moderne Luftfracht-Technik, Services und Dienstleistungen in einem leistungsstarken Firmenverbund“, sagt der Chef stolz. In der Geschäftsführung wird er von Peter Kaminski und Tochter Dr. Stefanie Dommermuth unterstützt. Mit neuen Produkt- und Dienstleistungs-Geschäftsfeldern, wie der DoKaSch Leasing AG oder der DoKaSch Gesellschaft für Forschung und Entwicklung mbH sowie der DoKaSch TEMPERATURE SOLUTIONS GmbH, die sich mit der Vermietung und Logistik von geregelten temperaturgeführten Containersystemen beschäftigt, will das Trio die Expansion rund um das Thema Luftfracht fortsetzen.

Markt- und Kundenanforderungen änderten sich fortlaufend, die Entwicklung der internationalen Transport- und Logistikmärkte gehe rasant voran, erläutert Werner Dommermuth. „Wir sind gut gerüstet“, sagt er.

Der gebürtige Montabaurer ist beruflich zwar hoch hinaus gekommen und immer „ready for Take-Off“, aber als Mensch nie abgehoben. Ein bodenständiger Unternehmer mit Weitblick.

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