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Domina im Bahnhof

In der Region gibt es viele leerstehende alte Bahnhofsgebäude. Und auch über die Möglichkeiten der Verbesserung der Infrastruktur für Touristen und Einheimische wird vielerorts in den Dörfern diskutiert. Andreas Städtgen ist so ein Idealist, der nicht nur unter anderem als Mitglied des Arbeitskreises Dorferneuerung Aumenau darüber redet, sondern konkret etwas für die Belebung seines Dorfes tut.
Andreas Städtgen (hinten rechts), seine Frau Angelika (hinten links) sowie Sohn Sascha (stehend links daneben) wollen den alten Bahnhof wie hier beim „Domina-Abend“ zu einem kulturellen Treffpunkt für Bürger und Lahntouristen machen.	Foto: Klöppel Andreas Städtgen (hinten rechts), seine Frau Angelika (hinten links) sowie Sohn Sascha (stehend links daneben) wollen den alten Bahnhof wie hier beim „Domina-Abend“ zu einem kulturellen Treffpunkt für Bürger und Lahntouristen machen. Foto: Klöppel
Villmar-Aumenau. 

Der Geschäftsführer des Unternehmens „Asconex“ kaufte den alten Aumenauer Bahnhof und ließ sich auch nicht mürbe machen, als dieser mehrfach von einer Schlammlawine überrollt wurde und hoher Sachschaden entstand (diese Zeitung berichtete). Doch Städtgen ist wieder aufgestanden, hat das Gebäude zwischenzeitlich auf Vordermann gebracht und ist mit seiner Firma dort eingezogen. Mittlerweile hat auch ein Kiosk im Bahnhof eröffnet, in dem es freitags bis sonntags auch Frühstück, Kaffee, Kuchen, frische Waffeln sowie kleine Köstlichkeiten gibt. Zudem will Städtgen künftig für die Bürger der Region und Lahntouristen vielfältige kulturelle Aktivitäten im und rund um den Bahnhof veranstalten.

Städtgen, der alles mit seiner Frau Angelika und deren Sohn Sascha alleine macht, sagt: „Eigentlich haben wir genug Arbeit, aber uns macht es Spaß, den Menschen außergewöhnliche Erlebnisse zu bieten.“ Dafür schlage er sich die Abende und Wochenenden gerne um die Ohren. Auch Geld verdiene er dabei nicht, denn die Angebote sollten alle eine gewisse Qualität haben.

 

Erotik des Gaumens

 

Zum Selbstkostenpreis hat Städtgen jetzt einen „Domina-Abend“ im Bahnhof veranstaltet. Ohne Werbung zu machen, war das Haus voll, und eine Zusatzveranstaltung wurde nötig. Dabei ging es um die Erotik des Gaumens. Die Domina ist die am meisten verbreitete rote Rebsorte Frankens. Sie steht auf 350 von rund 6000 Hektar Rebfläche. Außerhalb Frankens ist die Züchtung aus Portugieser und Spätburgunder weitgehend unbekannt. Wie vielseitig die Domina ist, zeigte der „Domina-Abend“ im Warteraum des Bahnhofs Aumenau. Im Mittelpunkt standen verschiedene Spezialitäten der Rebsorte. Gekommen waren Gäste, die liebevolles Ambiente und schmackhafte Leckereien zu schätzen wissen. Andreas Städtgen führte durch den kulinarischen Abend, der schon seit längerem ausgebucht war. Im Warteraum, dort wo einst die Fahrgäste auf ihren Zug warteten, wurde gezeigt, dass deutsche Winzer auch guten Rotwein machen können und in einer kleinen Küche auch Gaumenfreuden kreiert werden.

Den Reigen der Domina, den ein stimmiges Menü aus der kleinen Küche des „Kiosk“ begleitete, eröffnete ein leichter, roter Secco aus dem Jahr 2007. Zum Domina-Brotaufstrich gab es den dunklen Saft aus der markanten Traube. Es folgte geschnittenes Backesbrot mit hausgemachten Tafeldipps, wie Pestobutter, Salzbutter, und Obatzter fränkischer Art. Zum Rosé aus der Traube Domina reichte das Team des Bahnhofs Aumenau, Lardo di Colonnata (entflohen aus dem weißen Marmortrog) an jungem Ruccola mit einem Spritzer hausgemachtem Dressing und Parmesan-Raspel.

 

Lustcreme

 

Damit nicht genug, denn alle folgten dem Vortrag rund um die Domina und wurden mit einem 2011er Domina Kabinett Rotwein trocken zu hausgemachten Servietten-Knödeln mit Champignon-Ragout geleitet. „2“ für jede und jeden war der Slogan für Fränkische Zipfel aus der Pärchen-Schale. Mit ausgeprägter Barriquenote überzeugte, der bei der AWC Wine-Challenge silberprämierte 2002er Domina Qualitätswein aus dem Weingut Keller in Ramsthal.

Dass die Domina auch zum Dessert punkten kann, zeigte eine „Lustcreme“ nach Domina-Art. Der Abschluss des exklusiven Abends wurde mit einem Tresterbrand aus der Domina eingeleitet. Lust, Spaß und Vergnügen waren ständiger Begleiter des Abends. Wegen der großen Nachfrage ist der nächste „Domina-Abend“ für den 14. September 2013 geplant. Restplätze sind noch vorhanden.

Städtgen sucht auch weiterhin alte Fotos, Dokumente und Hintergrundwissen über den Aumenauer Bahnhof und seine Geschichte. Nähere Infos im Internet unter www.bahnhof-aumenau.de.

(Robin Klöppel)
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