Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Limburg an der Lahn 15°C

Halter in der Kritik: Drama in der Nachbarschaft: Jagdhund beißt Katze tot

Ein Hund hat in Runkel-Ennerich eine Nachbarskatze gerissen. (Symbolbild) Ein Hund hat in Runkel-Ennerich eine Nachbarskatze gerissen. (Symbolbild)
Runkel-Ennerich. 

Was tun, wenn der Nachbarhund eine Katze reißt? Diese Frage stellen sich momentan Anwohner der Straße „Am Schlösschen“ in Ennerich, und auch das Ordnungsamt in Runkel hat sich bereits mit dem Fall befasst.

Aufregung in der Ennericher Nachbarschaft „Am Schlösschen“: Ein von einem Anwohner gehaltener Jagdhund tötete auf einem Grundstück eines Nachbarn dessen Hauskatze. Den Vorfall beobachtet hatte der ebenfalls in der Straße wohnende Nachbar Martin Neunzerling, über dessen Grundstück der Hund in Richtung Katze lief.

 

Hund reagierte nicht

 

„Ich saß auf meiner Terrasse und sah, wie der Nachbar den Zwinger öffnete und den Jagdhund rausließ“, beschrieb Neunzerling in einem für die Untere Jagdbehörde angefertigten Augenzeugenbericht den Vorgang. Der Hund habe die Nase sofort unten auf dem Boden gehabt und rannte zum Nachbargrundstück. Auf Rufe und Pfiffe des Halters reagierte er nicht, betonte Neunzerling. Wenig später habe er schon Klagelaute gehört – die Katze war zu dem Zeitpunkt bereits gerissen. „Daraufhin hin ging ich zur Haustür und sah noch, wie der Hund mit der Katze im Fang weiterrannte.“

Dieser Vorfall wurde unter anderem dem Ordnungsamt in Runkel gemeldet. Dieses führte daraufhin eine Anhörung der Beteiligten durch. In dessen Rahmen wurde der Behörde auch ein Wesenstest-Gutachten des beteiligten Jagdhundes vorgelegt. Angefertigt hat es der VDH-Sachverständige Heinz Michalka aus Bensheim. Das Gutachten bescheinigt dem Rüden ein temperamentvolles, aber umweltsicheres, nicht aggressives Verhalten.

Die Jagdhundrasse „Deutsch Drahthaar“ wird ausschließlich auf Leistung und Brauchbarkeit im Jagdeinsatz gezüchtet, heißt es weiter im Gutachten. Sie müsse in der Lage sein, Wildschweinrotten zu sprengen und Raubwild abzuwürgen. „Zum Raubwild gehören aus Sicht des Hundes auch leider Katzen“, betonte der Gutachter. Daher treffe das Tier keine Schuld. „Im vorliegenden Fall ist deshalb bestenfalls, dem Halter der Vorwurf zu machen, beim Umgang mit dem Hund nicht umsichtig genug gehandelt zu haben“, so der Experte. Zu beachten sei aber, dass bei jeder Tierhaltung ein Restrisiko bestehe und solche ungewollten Ereignisse nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden könnten.

 

Nicht „gefährlich“

 

Nach der Prüfung der Gesamtsituation, fasste das Runkeler Ordnungsamt den Entschluss, davon abzusehen, das Tier zu einem „gefährlichen Hund“ zu erklären. Ein Bußgeldbescheid wurde nicht erteilt. Er wolle sich nun mit seinem Anwalt beraten, erklärte Katzenbesitzer Matthias Reich auf Anfrage der NNP. Er wolle nicht, dass der Hund eingeschläfert werde, aber es müsste vielleicht besser auf ihn aufgepasst werden.

(koe)
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse