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Theater-AG der Fürst-Johann-Ludwig-Schule: Dürrenmatts Stück „Der Meteor“: „Wann krepier ich denn endlich?“

Mit Friedrich Dürrenmatts Stück „Der Meteor“ hatte sich die Theater-AG der Fürst-Johann-Ludwig-Schule ein nicht gerade einfaches Stück ausgesucht. Aber die Schüler haben es mit Bravour gemeistert, und den Darstellern muss ein großes Lob für ihre Leistung ausgesprochen werden.
Das Sterbebett von Wolfgang Schwitter gleicht einem Medienrummel statt einem besinnlichen Moment. Die ersehnte Ruhe findet der Literaturnobelpreisträger in Dürrenmatts „Der Meteor“ ohnehin nicht. Foto: Heike Lachnit Das Sterbebett von Wolfgang Schwitter gleicht einem Medienrummel statt einem besinnlichen Moment. Die ersehnte Ruhe findet der Literaturnobelpreisträger in Dürrenmatts „Der Meteor“ ohnehin nicht.
Hadamar. 

„Wann krepier ich denn endlich?“ Wolfgang Schwitter, wunderbar verkörpert von Klara Türk, rauft sich die Haare. „Wann krepier ich denn endlich?“. Diese Worte immer aufs Neue wiederholend, rennt er aus dem Saal. Ein kurzes Schweigen – und dann zollte das Publikum den Darstellern der Theater-AG unter Leitung von Gaby Schützeberg mit viel Applaus einen gewaltigen Respekt.

Im Mittelpunkt des Stücks steht Literaturnobelpreisträger Wolfgang Schwitter. Er möchte sterben. Doch während um ihn herum die Menschen zu Tode kommen – sei es durch einen Herzinfarkt, einen Treppensturz oder Selbstmord, ist ihm dieses Schicksal nicht vergönnt. Im Gegenteil: Obwohl bei ihm zweimal der Tod attestiert wird, ersteht er auf wundersame Weise immer wieder auf.

Szene mit Johanna Martin (re.) und Klara Türk Bild-Zoom Foto: Heike Lachnit
Szene mit Johanna Martin (re.) und Klara Türk

Also begibt er sich in sein altes Atelier, zurück zu seinen künstlerischen Anfängen, sucht die Ruhe, um sanft einzuschlafen und dem Leben auf Wiedersehen zu sagen. Doch Ruhe bekommt Wolfgang Schwitter nicht. Nacheinander erhält der Literat Besuch von Menschen, die ihn in seinem Leben begleitet hatten: neben seiner Frau Olga (Johanna Martin), die er als Callgirl kennenlernte und die durch seine Berühmtheit zum It-Girl aufstieg, bis hin zu seinem missratenen Sohn (Robert Schäfer), der nur auf das Erbe aus ist. Kurzum: Schwitter ist keine Minute der ersehnten Ruhe vergönnt.

Mit dem Leben versuchen

Pfarrer Lutz (Endrit Syla) besucht ihn, weil er in Schwitter endlich den Beweis sieht, dass es Gott wirklich gibt. Der wiederauferstandene Schwitter verleitet seine Besucher dazu, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Doch ihn interessieren die Nöte und Gedanken der anderen nicht, sucht er doch selbst nur den Tod. Dennoch bewegte er in seiner Gleichgültigkeit etwas in den Menschen. Auguste (Victoria Hering) erkannte nach einer Nacht mit ihm, dass sie nicht weiter bei dem unbegabten Künstler Hugo (Jonas Brune-Ochetal) bleiben möchte. Und der Mogul Muheim (Natascha Braun) beginnt, sich zu fragen, ob das Ehrlichste in seinem Leben, die Liebe zu seiner Frau, wirklich so ehrlich war, wie er immer dachte.

Doch mit all diesen Dingen möchte sich Schwitter nicht befassen. Vielmehr suchte er die bequemste Bettstellung, das beste Licht, um endlich abzutreten. Mehr und mehr gerät er in Verzweiflung, dass es ihm einfach nicht gelingt, zu sterben. Am Ende meinte sein Verleger sogar zu ihm, er solle es vielleicht einfach mal mit dem Leben versuchen. Nur Frau Nomsen (Jennifer Klink) gelingt es am Ende, Schwitter zu erreichen und ihm Bedauern zu entlocken.

Obwohl alle Darsteller großartig spielten, muss Klara Türk in der Hauptrolle des Wolfgang Schwitter besonders gelobt werden. Sie spielte die Verzweiflung des Schriftstellers grandios. Und sie hatte auch die Hauptlast des Textes zu lernen. „Der Meteor“ war kein leichtes Stück und auch, nachdem der Vorhang gefallen war, zeigten die Diskussionen der Besucher, wie sehr das Stück doch bewegte.

(lh)
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