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Ein Friedhof, der Geschichten erzählt

Zum Gedenken an die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommenen jüdischen Mitbürger von Flacht und Niederneisen wurden diese Gedenksteine auf dem Judenfriedhof mit den Namen der Betroffenen aufgestellt. Bilder > Zum Gedenken an die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommenen jüdischen Mitbürger von Flacht und Niederneisen wurden diese Gedenksteine auf dem Judenfriedhof mit den Namen der Betroffenen aufgestellt.
Flacht. 

Jahr für Jahr zieht es Angehörige aus der ganzen Welt nach Flacht: Sie besuchen den jüdischen Friedhof, um den verstorbenen Familienmitgliedern oder Freunden zu gedenken. Eine Woche vor dem Volkstrauertag fand deshalb eine Gedenkstunde für die Opfer des Holocausts statt.

Ein Friedhof mit persönlichen Beziehungen, Gräbern der Freundschaft und besonderen Geschichten – so beschreiben die Menschen den jüdischen Friedhof bei der Gedenkstunde. Ob man die Verstorbenen kannte, die Gräber pflegt oder einfach nur den Opfern der nationalsozialistischen Vergangenheit gedenken will, die Begräbnisstätte bringt Geschichten mit sich. Auch Hilde Wölfinger hat eine persönliche Vorgeschichte: Sie arbeitete bei der jüdischen Familie Frank aus Flacht und pflegte noch bis vor kurzem den Kontakt zu Abraham Frank, der in der Aargemeinde geboren ist und heute in Jerusalem lebt. Christa Pullmann ist Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Limburg. Sie verlas die Namen der Verstorbenen des Holocausts. Mit einem hebräisch und deutsch gesprochenem Gebet bedankte sich Abraham Abayev vom Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde Kobenz für die Mühe, die sich die Flachter Bürger machen, wenn sie den jüdischen Friedhof pflegen. „Ich setzte mich dafür ein, dass die jüdischen Grabsteine befestigt werden, damit die Angehörigen, die heute über alle Kontinente verteilt leben, wissen: Wir kümmern uns um die Gräber“, sagt Kurt Langschied, der die Gedenkstunde organisiert hat. Im letzten Jahr konnte die Gedenkveranstaltung nicht stattfinden, weil die Grabsteine keine Standsicherheit boten. Durch Spenden in Höhe von 3000 Euro, finanziert von privaten Spendern, dem evangelischen Dekanat Diez, den Ortsgemeinden Niederneisen und Flacht, der Naspa-Stiftung, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem katholischen Bezirksbüro Hadamar, konnten die Grabsteine im September 2015 instandgesetzt werden.

(cbu)
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