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Ein Spaziergang mit Genüssen für Augen und Ohren

Brechen. 

Das war eine gute Idee zum Tag des offenen Denkmals: Das Gemeindearchiv Brechen hatte im Zusammenwirken mit dem Verein Toccata Orgelkultur Limburg-Weilburg zu einer Tour in alle vier katholischen Kirchen der Gemeinde Brechen eingeladen. Die Besucher konnten sich nicht nur ein Bild von den unterschiedlichen Baustilen der Kirchen machen, sondern hatten auch Gelegenheit, von den Organisten den Klang der einzelnen Orgeln in Kurz-Konzerten vorgeführt zu bekommen.

Sowohl der Leiter des Gemeindearchivs, Alexander Poppe, als auch der Vorsitzende des Vereins Toccata-Orgelkultur, Dr. Bernold Feuerstein (Villmar) freuten sich über die vielen Interessenten, die sich einen Einblick in die vielseitige Orgelliteratur aus mehreren Stilepochen verschaffen wollten.

Individuelle Sprache

Dass jedes Instrument seine eigene individuelle Sprache hat, ist auch entscheidend von der Disposition abhängig. Anhand von Informationsmaterial konnte jeder die Geschichte der Orgeln verfolgen und Wissenswertes über die jeweiligen Organisten erfahren.

Dass in der Regel zu früheren Zeiten Lehrer als Organisten eingesetzt wurden, beweist das Beispiel aus Werschau. Dort spielte der Lehrer Kaspar Wolf 50 Jahre lang (bis 1954) die Orgel. Nachdem die alte Orgel nicht mehr funktionsfähig war, wurde in der St.-Georgs-Kirche im November 1993 eine Ausstellungsorgel der Firma Gebrüder Oberlinger aus Windesheim mit 14 Registern angeschafft. Sie eignet sich neben der Verwendung in der Liturgie auch für Literatur unterschiedlichster Stilepochen bei Konzerten, wie Carsten Trost bewies. Trost wird übrigens von dem Kirchenmusiker und Komponisten Frank Sittel in Oberbrechen stark gefördert. Dort hatte Trost auch Gelegenheit, einige Stücke auf der im Jahre 1975 gebauten Walcker-Orgel (18 Register) zu spielen, etwa die Eröffnung des „Orgelquartetts“.

Die A-Musikerin Jutta Sode hatte in ihrer Eigenschaft als Kantorin und Organistin in Niederbrechen in der schönen neugotischen Kirche Gelegenheit, die imposante und wohl eine der größten Orgeln im Goldenen Grund vorzustellen. Es ist ein Instrument der Firma Göckel aus Malsch bei Heidelberg. Mit 31 Registern eignet sich das Werk für viele Literatur-Gattungen. Doch die romantische Literatur lässt sich hier klanglich sehr ausweiten. Meisterlich beherrschte Jutta Sode die Werkauswahl, die mit der „Sortie in Es“ des Franzosen Louis Lefébvre-Wély ihren markanten Abschluss fand.

Organist Michael Raile, der in Niederbrechen das Organistenamt mit Jutta Sode teilt, ließ die Digitalorgel „Glorai Excellent 23“ der Firma Kisselbach (Baunatal) vornehmlich mit barocken Meistern in der Berger Kirche erklingen.

Neue Digitalorgel

Infolge Mäusefraß musste die elektronische Vorgängerorgel aus dem Jahre 1994 ihre Funktion einstellen. Der Freundeskreis Berger Kirche setzte sich für die Anschaffung einer Digitalorgel ein, die nach der Pfingstandacht am 9. Juni 2014 durch Pater Benner eingeweiht wurde. Die Klangabstrahlung kommt dem historischen Kirchenraum der Berger Kirche entgegen. Eine teure Pfeifenorgel hätte sich der Freundeskreis des Gotteshauses gar nicht leisten können, ganz abgesehen von der Störanfälligkeit durch krasse Temperaturunterschiede. Immerhin huldigte Raile mit diesem Instrument auch Johann Sebastian Bach (Präludium und Fuge C-Dur BWV 53). Natürlich hätte das Werk auf einer großen Pfeifenorgel sicher noch mehr Wirkung erzielt.

Die Spenden aus der Orgel-Tour des Vereins Toccata-Orgelkultur sollen dem Freundeskreis Berger Kirche zugute kommen. Dieser setzt sich dafür ein, dass das historische Gotteshauses in gutem Zustand erhalten bleibt.

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