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Ein ausgezeichneter Polizist

Der Fall ging deutschlandweit durch die Presse: Weil er Kindern beistehen wollte, wurde der Polizist Thomas Wild in Limburg brutal zusammengeschlagen. Gestern erhielt er für seinen Mut die hessische Medaille für Zivilcourage.
Landes-Innenminister Boris Rhein (CDU) steckte gestern Thomas Wild aus Flacht die hessische Medaille für Zivilcourage an.	Foto: E. Blatt Landes-Innenminister Boris Rhein (CDU) steckte gestern Thomas Wild aus Flacht die hessische Medaille für Zivilcourage an. Foto: E. Blatt
Wiesbaden/Flacht. 

Auf die Frage, wie es ihm derzeit geht, antwortet Thomas Wild (56): „Nicht besonders gut.“

Das liegt zum einen an den Kopfschmerzen, unter denen der Polizeioberkommissar aus Flacht seit einem hinterhältigen Angriff auf offener Straße in Limburg am 17. Juni leidet. Und zum anderen an weiteren Einschränkungen. „Wenn ich zehn Minuten Auto fahre, sehe ich alles doppelt.“

Das und Konzentrationsschwierigkeiten wird er wohl noch einige Monate hinnehmen müssen, aber er hofft, dass er dann wieder in Wiesbaden in der Einsatzzentrale als Polizist arbeiten kann, um Notrufe entgegenzunehmen und Einsätze zu koordinieren.

Der Oberkommissar war am 17.  Juni im Limburger Schlenkert privat unterwegs und war Kindern zur Hilfe geeilt, die in Not waren. Ein Mann hatte seine Kinder auf der Straße mit Schlägen und Tritten misshandelt. Der Gewalttäter griff mit Hilfe seiner Lebensgefährtin den Polizisten an, als er den Mann ansprach, und verletzte ihn durch Schläge und Tritte schwer. Danach flüchteten sie mit den Kindern, konnten aber von der Polizei ermittelt werden; sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft (wir berichteten).

 

Selbstloser Einsatz

 

Für seinen selbstlosen Einsatz erhielt Wild gestern die hessische Medaille für Zivilcourage. Landes-Innenminister Boris Rhein (CDU) verlieh ihm die Auszeichnung in der Staatskanzlei in Wiesbaden. „Sie handelten entschlossen und selbstlos, als Sie sich für die Unversehrtheit der Kinder einsetzten“, sagte der Minister. „Sie haben Zivilcourage bewiesen und nicht weggeschaut. Obwohl Sie nicht im Dienst waren, griffen Sie ein. Sie verteidigten durch Ihr mutiges Handeln die Werte der hessischen Verfassung und bezahlten mit Ihrer Gesundheit.“

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 2466 minderjährige Gewaltopfer in Hessen. Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat im vergangenen Jahr um fast neun Prozent zugenommen: Wie das Ministerium weiter mitteilt, gab es 3300 Angriffe auf Polizeibeschäftigte.

„Mit Ihrem Einsatz und Ihrer Hilfe haben Sie ein Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt“, sagte Rhein. „Lieber Herr Wild, Ihre Tat zeigt die Einstellung unserer Polizistinnen und Polizisten: Sie überlassen andere Menschen in Not nicht einfach ihrem Schicksal, sondern beschützen die Schwächsten in unserer Gesellschaft.“

Mit der Medaille ehrt die Landesregierung Bürger, die sich für die Werte der Verfassung eingesetzt oder einer anderen Person in einer Notsituation Hilfe geleistet haben. Wenn dabei erhebliche persönliche Nachteile oder Gefahren für sie bestanden haben, können sie mit der Medaille für Zivilcourage ausgezeichnet werden.

Thomas Wild hofft, dass er möglichst bald in den Polizeidienst zurückkehren kann. Den schweren Angriff auf ihn kann er bis heute nicht nachvollziehen. Und wenn er mal wieder durch die Eisenbahnstraße und den Schlenkert fährt, dann hat er ein mulmiges Gefühl.

 

Dankbar für Zuspruch

 

Trotzdem würde er immer wieder so handeln, wie er es getan hat. Und er hofft, dass sich andere Bürger von diesem Angriff nicht abschrecken lassen und selbst Zivilcourage zeigen, wenn Menschen in Not sind - indem sie den Notruf der Polizei 110 wählen und sich so nicht der Gefahr eines Angriffs aussetzen. Und noch etwas ist dem mutigen Polizisten wichtig: Er möchte sich bei allen für den „unglaublichen Zuspruch“ bedanken, den er in den vergangenen Wochen erhalten hat. Er habe viele Anrufe und Briefe bekommen und werde sogar von Leuten angesprochen, die er gar nicht kennt.

Dankbar ist Thomas Wild auch den Ersthelfern, die sich sofort um ihn kümmerten, als er verletzt auf der Straße lag. In seinen Dank eingeschlossen sind die Ärzte und Krankenschwestern im Limburger Krankenhaus für „die tolle Versorgung“. dick

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