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Ein guter Ort

„Sind wir noch bei Trost?“ unter diesem Motto stand der Begegnungstag der Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal. Zahlreiche Freunde, ehemalige Mitarbeitende und Menschen, die einfach mal das „Kloster Gnadenthal“ kennenlernen wollten, hatte es an diesem herrlichen Maitag in den beschaulichen kleinen Ort gezogen.
Bruder Franziskus. Bilder > Foto: Gundula Stegemann Bruder Franziskus.
Hünfelden-Gnadenthal. 

Gnadenthal ist ein Ort mit ganz eigener Faszination. Er zieht immer viele Menschen an, gerade aber zum Freundestag. Auch in diesem Jahr haben zahlreiche Besucher die Gelegenheit genutzt, die Kommunität besser kennenzulernen bei vielen interessanten Angeboten und Gesprächen.

Bruder Andreas führte Besuchergruppen durch das Dorf und erzählte aus der Geschichte des Ortes, seiner Menschen und Höfe, vom Kloster und der Jesus-Bruderschaft. Schwester Magdalene bot einen Kurs an für israelische Tänze. Und in der Lohscheune errichteten die Kinder in kreativer Bauweise die Stadt Jerusalem nach ihren Vorstellungen. Überall herrschte ein fröhliches Miteinander, konnte man die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten in unbeschwerter Weise genießen.

Im Rahmen einer Predigt und eines Impulsvortrags gab der Theologe Roland Werner einige Anregungen zum Thema des Begegnungstages „Sind wir noch bei Trost“ – sowohl in individueller als auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht. „Wir sind eine Gesellschaft von Individuen, die sich nach Gemeinschaft sehnt, die zur Gemeinschaft vielfach aber gar nicht fähig ist. Wir schaffen es nicht einander auszuhalten. Denn Gemeinschaft bedeutet, andere an sich heranzulassen und Einschränkungen hinzunehmen.“

Suche nach Trost

Viele Menschen seien auf der Suche nach Trost, so Werner, auch junge Menschen, Jugendliche auf der Straße, Schulabbrecher, Menschen in prekären Lebenslagen, auch Flüchtlinge… Trost, Geborgenheit, Vertrauen, Zuwendung geben – dabei appellierte er an den einzelnen. Keiner könne Hunderte trösten, sich ihnen zuwenden. Vielmehr komme es auf das Wirken jedes einzelnen an, der sich dem einzelnen zuwendet. Über ihre Erfahrungen beim „Experiment Gemeinschaft“ erzählte Verena Dilger, die seit neun Jahren mit ihrem Mann Roland in Gnadenthal lebt und gemeinsam mit Matthias Scholz die Familiengemeinschaft leitet.

Die Idee hinter dem Projekt sei die Überlegung über Zukunft und Perspektive für die Familien in Gnadenthal gewesen. Da die meisten in einer ähnlichen Lebensphase sind, habe sich die Frage gestellt: gemeinsam alt werden und sich dabei unterstützen oder jungen Familien die Möglichkeit geben, in der Gemeinschaft zu leben. Man entschied sich für Letzteres. Über zwei bis drei Jahre hinweg wollen die Gnadenthaler Angebote für interessierte jüngere Familien gestalten. Das Projekt läuft erfolgreich – und nicht als Rekrutierungsprojekt. Bisher nehmen fünf junge Familien teil, im Sommer will eine weitere Familie dazukommen… Manche kennen die Jesus-Bruderschaft und überlegen, ob ein Leben hier für sie passen würde. Andere spielten mit dem Gedanken, an einem anderen Ort ein Projekt zu starten.

Bruder Viktor berichtete von einer zweiwöchigen Reise nach Israel, die er zusammen mit Bruder Franziskus und sechs jungen Männern unternommen hatte – Thema der Reise: „Auf den Spuren Jesu. „Wir besuchten nicht nur die Orte, wo Jesus aufgewachsen, gewirkt, gestorben und auferstanden ist“, so Bruder Viktor. „Uns war auch wichtig, die Spuren Jesu im Leben von Menschen zu entdecken.“ So hatte die Reisegesellschaft intensive Begegnungen, unter anderem mit einem syrisch-orthodoxen Mönch, einem Priester aus der Armenischen Kirche, einem Geistlichen der Koptischen Kirche, einem Überlebenden von Auschwitz, einem Juden, der eine persönliche Jesus-Erfahrung gemacht hatte… „Diese Begegnungen haben uns begeistert und unseren Horizont erweitert“, sagte er. „Es ist die eine Liebe zu Gott, die sich vielfältig ausdrückt.“ Schwester Michaela informierte über das Ausscheiden von Mitschwester Elfriede, die viele Jahre in Gnadenthal gewirkt hat.

Weitere Informationen über die Jesus-Bruderschaft unter www.jesus-bruderschaft.de.

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