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Limburger Skandalbischof: Eine Abschiedsfeier für Tebartz-van Elst?

Im Bistum Limburg scheint es Überlegungen zu geben, den in Ungnade gefallenen Skandalbischof Tebartz-van Elst mit einer offiziellen Verabschiedung zu würdigen. Schwer vorstellbar, oder?
Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist noch im Amt, nach Wunsch des Papstes lässt er sein Bischofsamt aber derzeit ruhen. Foto: dpa Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist noch im Amt, nach Wunsch des Papstes lässt er sein Bischofsamt aber derzeit ruhen. Foto: dpa
Limburg/Frankfurt.  Im Skandalgeschüttelten Bistum Limburg ist inzwischen Ruhe eingekehrt, doch die könnte empfindliche gestört werden. Der in Ungnade gefallen ehemalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich inzwischen nach Regensburg abgesetzt. Eine offizielle Verabschiedung für ihn hat es bisher nicht gegeben, doch anscheinend werden in dieser Hinsicht Gedankenspiele angestellt. In einem Brief zum dritten Adventssonntag an die Gläubigen im Bistum deutet Bistumsverwalter Manfred Grothe dies jedenfalls an. Er schreibt wörtlich:

„Eine förmliche Verabschiedung, in welcher Form auch immer, hätte ich mir gerne gewünscht. Sie war trotz verschiedener Bemühungen bisher nicht möglich, bleibt aber dem Bistum aufgetragen. Ich lade ein, die Wochen vor Weihnachten und am Ende des Jahres auch dafür zu nutzten, den Bischof em. im Gebet zu begleiten und ihm für seine Zukunft, die noch ungewiss ist, Gottes Segen zu erbitten.“

Es kann zumindest vermutet werden, dass viele Gläubige im Bistum Limburg ihren ehemaligen Bischof Tebartz-van Elst lieber einfach vergessen möchten, als sich förmlich von ihm zu verabschieden. Der Skandal um die explodierenden Baukosten des neuen Bischofsdomizils in Limburg hatte hohe Wellen geschlagen. Doch auch vorher schon war Tebartz-van Elst wegen seines Führungsstils heftig in die Kritik geraten.

Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg
Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück.29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Noch kein neuer Bischof in Sicht

Die Frage, wer als neue Bischof die Leitung des Bistums Limburg übernimmt, ist ebenfalls noch unbeantwortet. Auch hierzu äußerst sich Manfred Grothe in dem Schreiben an die Gläubigen:

„Ebenso ungewiss ist zurzeit auch, wann die Wahl eines neuen Bischofs von der Bischofskongregation in Rom angestoßen wird. Der Heilige Vater möchte, dass ich als Ihr Apostolischer Administrator noch eine Weile im Bistum Limburg bleibe und die Sedisvakanz mit Ihnen für einen dann folgenden Neuanfang gestalte.“

Die Gläubigen des Bistums Limburg werden also wohl noch eine ganze Weile ohne Bischof auskommen müssen. Aber vielleicht werden sie dafür ihren ehemaligen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bald wiedersehen – sollte es wirklich eine offizielle Abschiedsfeier für ihn geben. (flo)
   

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