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Eine Pfarrstelle für zwei

Ab dem 1. Januar hat die Kirchengemeinde Flacht, Niederneisen und Holzheim zwei Pfarrer. Die bereits seit März 2009 dort wirkende Esther Reininghaus-Cremers (35) wird sich ab dem kommenden Jahr gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel Cremers (33) die Arbeit teilen.
Esther Reininghaus-Cremers und Daniel Cremers teilen sich ab 1. Januar die Pfarrstelle in Flacht. Für Daniel Cremers bedeutet dies den Abschied aus Altendiez.	Foto: Kahl Esther Reininghaus-Cremers und Daniel Cremers teilen sich ab 1. Januar die Pfarrstelle in Flacht. Für Daniel Cremers bedeutet dies den Abschied aus Altendiez. Foto: Kahl
Flacht. 

Das Paar, seit sechs Jahren verheiratet, wohnt seit Jahresbeginn 2009 schon im Flachter Pfarrhaus und Daniel Cremers begleitet noch bis zum Jahresende die Kirchengemeinde St. Peter zu Diez. Seine Frau wird für die kommenden zwei Jahre einen 75-prozentigen Stellenanteil innehaben und Daniel Cremers einen 50-prozentigen Anteil. Weitere 25 Prozent wird er als "Pfarrer zur zusätzlichen Unterstützung" in der Kirchengemeinde Hahnstätten erbringen.

Privatleben

Seit fast sieben Jahren arbeiteten Daniel Cremers und seine Frau Esther zu jeweils 100 Prozent nebeneinander in zwei eigenen Kirchengemeinden. Zu Beginn im Vikariat Remscheid, seit 2009 auch in Flacht und Altendiez. Die Kirchengemeinde Flacht, Niederneisen, Holzheim bildet mit rund 2100 Gemeindemitgliedern und zwei zu betreuenden Kindertagesstätten die größte Einzelpfarrstelle im Dekanat Diez, und bei der Kirchengemeinde St. Peter kann man mit den dazugehörigen Orten Altendiez, Heistenbach, Aull, Hambach und Gückingen auch nicht gerade von einer kleinen Gemeinde sprechen. Beide verrichten ihre vielschichtige Arbeit meistens mit riesigem Spaß und "jeden Tag mit voller Leidenschaft".

Sie waren und sie sind keine Pfarrer, die über der Erde schweben, sondern sie möchten immer Menschen sein, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen. Dabei immer versucht, auf natürliche und authentische Art und Weise christlichen Glauben zu leben und andere dazu einzuladen. Dies ist ihnen unzweifelhaft – jedem in seiner Gemeinde – gelungen. Zahllose positive Reaktionen, darunter auch von Menschen, die der Kirche bisher recht distanziert gegenüber standen, sind Beleg dafür. Den Einsatz und den Aufwand, den beide dafür einsetzten, betrieben sie teilweise weit über der 100-Prozent-Marke. "Aber schon seit längerer Zeit war uns klar geworden, dass wir diesen Zustand so nicht weiter halten wollten und können", so Daniel Cremers.

So gerne sie ihre Arbeit verrichteten, so litten sie doch immer mehr darunter, kaum noch Zeit füreinander, geschweige denn für Freunde und Bekannte zu finden. Dieses Fazit sollte weder mitleidserregend noch jammernd klingen. "Und doch: Letzten Endes sind wir nicht mit der Gemeinde verheiratet, sondern miteinander – auch Pfarrer haben ein Privatleben."

Um dem mehr Raum und Recht zu geben, traf das Paar die Entscheidung, zusammen in Flacht arbeiten zu wollen. Zwar bedeute dies auch einen finanziellen Einschnitt, doch Geld sei ja einem Sprichwort zufolge nicht alles. Zudem freuen sie sich darüber, in der Gegend und bei den Menschen wohnen bleiben zu können, in der und bei denen sie sich wohlfühlen.

Diese Tatsache dämpfe ein wenig den Abschiedsschmerz aus der Kirchengemeinde St.Peter, den Cremers eingesteht: "Der Abschied fällt mir nicht leicht." Er habe sich immer sehr wohl gefühlt, habe intensive Erlebnisse gehabt und viel schöne Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen genießen dürfen. In einem der letzten Gemeindebriefe zitierte er ein Lied von Trude Herr: "Niemals geht man so ganz, irgendetwas von mir bleibt hier." Stimmt, so ganz weg geht er ja nicht. Er bleibt ja in der Nachbarschaft.

Am 6. Januar 2013 um 10.30 Uhr findet die Verabschiedung in einem Gottesdienst in der St.-Peter-Kirche statt. Es schließt sich ein kleiner Empfang in der Lindenhalle in Heistenbach an. In Flacht findet der Einführungsgottesdienst für Pfarrer Cremers am 20. Januar um 14.30 Uhr statt. Hier schließt sich ebenfalls ein Empfang in der Aartalhalle an. rpk

(Rolf-Peter Kahl)
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