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Neue Arbeitsplätze: Eine Stelle mehr im Bauhof

Von Mehr Mitarbeiter im Werschauer Kindergarten, bei der Wasserversorgung, in der Verwaltung und im Bauhof – nach kontroverser Diskussion stimmte die Brechener Gemeindevertretung zu.
<span></span> Foto: Petra Hackert
Brechen. 

24,98 Stellen, teils in Voll- teils in Teilzeit besetzt. Das ist die Zahl der Mitarbeiter in der Brechener Gemeindeverwaltung, einschließlich Wasserversorgung, Abfallbeseitigung, Kindertagesstätten. Eine schlanke und effektive Verwaltung für eine Kommune von rund 7000 Einwohnern. Nächstes Jahr wird sich die Zahl der Mitarbeiter deutlich erhöhen: Fünf mehr, wobei eine Stelle im Folgejahr wieder wegfallen soll. Für die Wasserversorgung ist ein zusätzlicher Posten eingeplant, um einen neuen Mitarbeiter einzuarbeiten. Im Jahr darauf wird ein Wassermeister ausscheiden, die Anzahl wieder reduziert. Die weitere Erhöhung des Personalschlüssels folgt aus den erweiterten Öffnungszeiten im Werschauer Kindergarten (ein dringender Wunsch der Eltern) sowie einer zusätzlichen Stelle in der Verwaltung und einer weiteren im Bauhof. Letzteres wurde in der Gemeindevertretung intensiv behandelt.

Kein Grund zum Ablehnen

Gibt es andere Möglichkeiten, ohne den Personalbestand und damit die Fixkosten der Gemeinde zu erhöhen? Wäre es besser, Leistungen an externe Firmen zu vergeben, um die Mitarbeiter gerade in Spitzenzeiten zu entlasten? Die CDU hatte sich diese Gedanken gemacht und plädierte deshalb dafür, diese Position mit einem Sperrvermerk zu versehen und das weitere Vorgehen zu diskutieren. So wird es nicht kommen. Nur CDU und FDP votierten für diese Vorgehensweise. FWG, BWG und SPD sprachen sich direkt für die zusätzliche Stelle aus.

Dem gesamten Haushaltsplan wiederum stimmten alle Gemeindevertreter zu. „Das ist kein Grund für uns, das Ganze abzulehnen“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Frei. Vorangegangen war eine Stellungnahme des Bürgermeisters, der leidenschaftlich für die Bauhof-Stelle plädiert hatte. In vier DIN-A-4-Seiten hatte er Argumente zusammengefasst, sie als Tischvorlage in der Sitzung am Freitagabend vorgelegt –- als Reaktion auf eine E-Mail der CDU vom vorangegangenen Dienstag, für die er sich ausdrücklich bedankte. „Es war sehr fair, uns vorab über die Bedenken zu informieren.“

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Kommentar Kritisch in der Sache

Dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Frei war nicht wohl bei der Sache. Er wollte fair sein, hatte die Bedenken der CDU zur Stellen-Aufstockung im Bauhof vorab per E-Mail verschickt.

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Nicht ganz so fair fühlten sich nun die Christdemokraten behandelt. Denn: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Stelle im Bauhof, wir wollten aber mehr Informationen“, sagte Sebastian Frei. Jetzt fühle man sich vorgeführt. Was wiederum nicht die Absicht des Bürgermeisters war, wie dieser bekundete. Nach langen Abendterminen an zwei Tagen sei dies die erste Gelegenheit gewesen, seine Argumente zusammenzufassen. „Manchmal ist man so in einem Thema drin, dass man gar nicht meint, es könnte Probleme geben“, sagte Frank Groos und ergänzte: „Ich schreibe mir hinter die Ohren, dass ich diese ausführlichen Erklärungen das nächste Mal vorher mache. Hätte ich das Ganze nicht als Tischvorlage gemacht, hätte es den ganzen Ärger vielleicht gar nicht gegeben.“

Einige Argumente des Bürgermeisters für die Stelle:

  Personelle Ausstattung : Mit 7,26 Stellen einschließlich Bauhofleiter, davon drei Mitarbeiter in Teilzeit, sei die Personalzahl im Bauhof am unteren Ende einer Mindestausstattung angesiedelt. Urlaubs- und Krankheitszeiten seien dabei noch nicht berücksichtigt. Groos: „Es geht um die Sicherung einer guten Basis und nicht darum, eine ohnehin schon gute Personalausstattung aufzustocken. In diesem Fall wäre in der Tat die Prüfung von Fremdvergaben nachvollziehbar.“

  Bauunterhaltung: In Sachen Fremdvergabe werde immer der Bereich Grünpflege genannt. Dies sei jedoch nur ein Teil der Aufgaben des Bauhofs. Arbeitsintensiver, komplexer und daher auch nach Einschätzung des Landesrechnungshofs besser nicht zu vergebende Aufgaben lägen in der Unterhaltung, hier zum Beispiel der Treppe in der Bahnunterführung, der Sanierung der Mauer des Werschauer Kindergartens, der Einsatz bei der Spielplatzaktion, der Straßenunterhaltung.

  Zeit und Kosten: Die Fremdvergabe der Friedhofspflege in Niederbrechen habe gezeigt: Zwischen Auftrag und Ausführung lag ein Monat. Nicht, weil die Firmen nicht wollten, sondern weil die Auftragsbücher voll waren. Die geschätzten Abrisskosten der Mauer des Werschauer Kindergartens lagen bei 3000 Euro. Tatsächlich habe der Bauhof dies in einer Stunde erledigt. Die durch Fremdvergabe erstellte Grillhütte in Oberbrechen kostete rund 50 000 Euro. Für etwa den gleichen Betrag habe der Bauhof in Niederbrechen zwei Grillhütten errichtet. Bei Vergabeverfahren gebe es kaum noch Wettbewerb. „Bei öffentlichen Auftraggebern kommt von vornherein ein Aufschlag dazu, so dass man häufig zwischen zwei teuren Angeboten wählen oder die Ausschreibung aufheben muss, das dann noch teurer wird und erneut Zeit kostet.“

  Entlastung: Auch wenn durch Fremdvergabe eine solche suggeriert werde, komme dies bei den Mitarbeitern nicht so an. Trotz Empfehlung des Bauhofleiters, des Bauamtsleiters, des Personalamtsleiters, des Bürgermeisters und der Leiterin der Finanzabteilung gegen die Stelle zu votieren, wäre für die Mitarbeiter demotivierend und frustrierend.

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