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Eine gewaltige Ton-Schöpfung

Eine großartige Vorstellung gaben (v. li.) Mechthild Bach, Markus Schäfer, Klaus Mertens. 	Foto: Zimmermann Eine großartige Vorstellung gaben (v. li.) Mechthild Bach, Markus Schäfer, Klaus Mertens. Foto: Zimmermann
Weilburg. 

Mit einer rundum gelungenen Aufführung von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ unter Leitung von Kantorin Doris Hagel ist die Saison 2013/2014 der „Alten Musik im Weilburger Schloss“ zu Ende gegangen. Eines der beliebtesten Werke Haydns bildete den musikalisch-künstlerischen Höhepunkt einer Konzertreihe, die zuvor mit vielen anderen Musikereignissen begeistert hatte.

 

Glänzende Solisten

 

Minutenlang gespannte Stille nach dem letzten Ton des Oratoriums, erhellt durch einige feine Glockenschläge. Stille, die das wunderbar rund und harmonisch dargebrachte musikalische Wunderwerk Haydns in nachklingende Erinnerung rief – von der Ouvertüre, die das herrschende Chaos vor der Erschaffung der Welt vorstellte, bis zum erhaben beginnenden, dann jubelnd endenden Lobpreis Gottes im Schlusschor, der Solisten, Chor und Orchester mitreißend vereinte. Eine Stille, die noch einmal die drei Teile von Haydns „Schöpfung“ vergegenwärtigte: Die Erschaffung des Lichtes, der Erde und der Himmelkörper, des Wassers, Wetters und der Pflanzen, die Erschaffung von Fischen, Vögeln, Vieh und zuletzt des Menschen – und die Erzählung über die ersten glücklichen Stunden von Adam und Eva im Garten Eden, dem Paradies.

Vom schwungvollen Dirigat Doris Hagels inspiriert, liefen alle Mitwirkenden zur Höchstform auf. Das Orchester „Capella Weilburgensis“ gefiel durch engagiertes und präzise differenziertes Spiel, vor allem in der „Chaos“-Ouvertüre wie, unter anderem, ebenso in den lautmalerischen Teilen, beispielsweise in Raphaels Rezitativ „Gleich öffnet sich der Erde Schoß“, die von der Erschaffung der Tiere handeln. Sehr schön auch die idyllischen Passagen im Paradiesteil und kraftvoll die Begleitung des Chores in allen drei Teilen, der nicht übertönt wurde und so seine stimmliche Kunst so ausgefeilt darbieten konnte.

Die Solisten Mechthild Bach (Sopran), Markus Schäfer (Tenor) und Klaus Mertens (Bass) glänzten in Arien und Rezitativen. Sie harmonierten stimmlich aufs Schönste in den Terzetten („In alle Welt ergeht das Wort“, „Der Herr ist groß in seiner Macht“) und Duetten, hier vor allem das Gesprächsduett „Holde Gattin! Teurer Gatte!“ von Adam (Klaus Mertens) und Eva (Mechthild Bach) im Paradies, das die beiden Solisten sehr anrührend, zart und innig gaben. Klaus Mertens sang auch den Erzengel Raphael, der den Fortgang der Handlung in Rezitativen mit den Worten der Genesis erzählte, mit klarer, differenziert-kraftvoller Bass-Stimme.

Als Erzengel Uriel bleibt mit schöner, voller Tenorstimme und einem engagierten, fein abgestuften Vortrag Markus Schäfer in bester Erinnerung, der besonders in den Arien „Nun schwanden vor dem Firmament“ sowie „In vollem Glanze steiget jetzt die Sonne“ die große Modulationsfähigkeit seines warm timbrierten Tenors demonstrierte. Mechthild Bach gab neben der Eva auch den Erzengel Gabriel, ihr Sopran kam vor allem in den Koloraturen ihrer Soli leuchtend schön zur Geltung, so im Solo „Mit Staunen sieht das Wunderwerk“ und vor allem in „Nun beut die Flur das frische Grün“. Nicht zuletzt bot die Kantorei der Schlosskirche Weilburg eine sehr überzeugende chorische Leistung: Sehr feines Pianissimo beim Aufgang des Lichtes am ersten Schöpfungstag, fröhlich beschwingt im „Und eine neue Welt entspringt auf Gottes Wort“, lebhaft engagiert im „Denn er hat Himmel und Erde bekleidet“, mit gut ausgeführter Steigerung „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ und dem gewichtigen, sehr differenziert gegeben Schluss-chor, in den alle Mitwirkenden einstimmten.

Nach Verklingen des letzten Tons herrschte minutenlange Stille, die von sehr langanhaltenden stehenden Ovationen abgelöst wurde. Überwältigt von so viel begeisterter Zustimmung, wurde der Schluss-chor als Zugabe wiederholt.

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