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Interview: Einmal Prinz oder Prinzessin sein...

Eileen Naß und Erik Müller sind in diesem Jahr das Runkeler Prinzenpaar. Beide erklären im Interview mit NNP-Redakteurin Petra Hackert, warum das etwas Besonderes ist.
Eileen Naß und Erik Müller sind gerne das Runkeler Prinzenpaar. Sie freuen sich auf den Zug am Rosenmontag. Foto: Petra Hackert Eileen Naß und Erik Müller sind gerne das Runkeler Prinzenpaar. Sie freuen sich auf den Zug am Rosenmontag.
Runkel. 

Herr Müller, Sie sind im bürgerlichen Leben Azubi als Steuerfachangestellter. Wie wird man da Karnevalsprinz?

ERIK MÜLLER: Ich dachte, wenn ich schon einen trockenen Beruf habe . . . Aber nein, im Ernst. Meine Mutter Annette Müller ist seit über 30 Jahren im Karneval aktiv; gemeinsam mit Katrin Ferdinand als „Anna und Kätchen“. Das ist eine Kultnummer in der Runkeler Fastnacht.

Frau Naß, Sie haben auch närrisches Blut in den Adern?

EILEEN NASS: Klar. Meine Mutter hat mich schon als Fünfjährige mit zu den Zügen genommen. Da bin ich mitgelaufen.

Was war Ihr erstes Kostüm?

NASS: Biene Maja.

Und jetzt Prinzessin. . .

NASS: Ja, und ich bin normalerweise auch noch im Elferrat aktiv. Diesmal halt nicht. Mir hat schon ein bisschen das Herz geblutet, als wir uns von unserer Sitzungspräsidentin Jutta Keil verabschiedet haben, und ich war nicht dabei.

Gibt es schon eine Nachfolgerin?

MÜLLER: Das mach’ ich dann!

NASS: Das darfst Du nicht, das ist doch der Kräppelkaffee.

Ach so, das heißt, Sie durften, weil sie ein Mann sind, dieses Jahr als Prinz zum ersten Mal dabei sein?

MÜLLER: Nein, letztes Jahr habe ich schon bedient. Meine Mutter ist die Vorsitzende des Hausfrauenvereins. Deshalb habe ich geholfen.

In der Rolle auf der Bühne ist natürlich alles ganz anders?

NASS: Klar. Und wir haben unseren Hofmarschall und Sitzungspräsidenten René Langrock sowie Sitzungspräsidentin Jutta Keil ganz schön überrascht. Wir haben am Donnerstag Hula-Röckchen zur Sitzung mitgebracht und gemeinsam den Winni-Wanna-Tanz aufgeführt. Das war sehr anspruchsvoll.

MÜLLER: Ja, immerhin sind das vier Schritte. Ultra-kompliziert.

Waren Sie auch in den Kindergärten?

NASS: Klar, und in der Schule. Das war am Donnerstag besonders schön, weil die Hälfte der Mädchen als Prinzessin verkleidet war. Da habe ich ganz viele Fans.

Und potenzielle Nachfolgerinnen. Da braucht man sich also keine Sorgen zu machen. Beim Prinzen ist das vielleicht schwieriger. Darf man das mehrmals machen?

MÜLLER: Nein, immer nur einmal. Wer Prinz oder Prinzessin war, geht anschließend in den Hofstaat, wird dann Minister oder Kürassiererin. Das sieht man auch. Sie tragen eine Schärpe, auf der steht wann sie Prinz oder Prinzessin waren.

Was war für Sie das Schönste bisher?

NASS: Die Kinder im Kindergarten. Das sind so viele Fans. Sie haben alle gefragt, ob ich auch goldene Schuhe habe, denn eine Prinzessin muss ja goldene Schuhe haben. Ich musste den Rock hochheben.

Und waren die Kinder enttäuscht?

NASS: Nein, warum? Ich habe doch goldene Schuhe!

MÜLLER: Für mich war das Schönste die Prinzenkürung. Das ist ja vorher ein großes Geheimnis. Ich saß zwei Tage vorher noch mit den Kumpels beim Kartenspielen. Alle haben gemutmaßt, wer wohl Prinz wird. Ich durfte ja nichts sagen. Als es dann raus war, war das schon eine Erleichterung. Und dann die Fahrt mit dem Oldtimer zur alten Zehntscheune: Da schauen alle immer schon, wer da drin sitzt. Die überraschten Gesichter anschließend, das war toll.

Worauf freuen Sie sich jetzt?

MÜLLER: Auf unseren Rosenmontagszug.

NASS: Das ist sowieso der Hammer, auf unserer Burg zu fahren. Der Wagen ist klasse. Und es ist ganz schön hoch, wenn man da oben ist. Das wird ein Wahnsinnsgefühl, in der eigenen Stadt durch die Straßen zu fahren, wenn man so viele Leute kennt.

Wann beginnt der Zug?

BEIDE: Um 14.11 Uhr. Wir hoffen, dass ganz viele Zuschauer kommen.

Dann drücke ich Ihnen jetzt die Daumen. Und was müsste ein potenzieller Nachfolger wissen? Haben Sie einen Tipp für solche, die sich jetzt schon Gedanken machen?

MÜLLER: Sie sollten Ruhe und Gelassenheit mitbringen. Es wird unheimlich viel vorbereitet und organisiert, aber dann läuft doch ganz viel spontan, weil man nicht alles planen kann.

NASS: Ein Tipp ist ganz schwer, weil jeder das sicher auch anders macht. Aber wir haben ja ganz viele ehemalige Prinzessinnen und Prinzen in Hofstaat. Wir helfen alle, wenn es soweit ist.

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