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KAB Villmar will weiterhin helfen: Einsatz für Flüchtlinge

Die KAB Villmar will sich weiter in der Flüchtlingsarbeit engagieren, für den freien Sonntag und gegen Ausnahmen beim Mindestlohn kämpfen.
Villmar. 
Der KAB-Vorsitzende Paul Arthen.	Foto: Gruber Bild-Zoom
Der KAB-Vorsitzende Paul Arthen. Foto: Gruber

In der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins „St. Matthias“ der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hat Vorsitzender Paul Arthen Arbeitsschwerpunkte und Ziele für das laufende Jahr formuliert.

So werde sich die örtliche KAB auch künftig um die Belange, Sorgen und Nöte der Flüchtlinge, die im Schwesternhaus untergebracht sind, kümmern. Es würden weiterhin Deutschunterricht und die Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen angeboten. Erfolgreich gestaltete sich bisher die Wohnungssuche, die aber intensiviert werden müsse. Für die nahe Zukunft ist geplant, den Schwesternhaus-Garten zu roden und dort einen interkulturellen Garten zu gestalten. Zur Bewältigung der Kosten ist ein Zuschussantrag gestellt.

 

Für den Mindestlohn

 

Zur noch besseren Öffentlichkeitsarbeit kündigte der Vorsitzende die Erstellung einer eigene Homepage an. Weiter steht die Gründung einer Allianz für den freien Sonntag in Westhessen oder Limburg-Weilburg auf der Agenda. „Seit Jahren vollzieht sich eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes“, kritisierte Paul Arthen. „Der Wildwuchs, der entstanden ist durch inflationäre verkaufsoffene Sonn- und Feiertage, immer und überall Flohmärkte und Fashion-Outlet-Center, die 15 Mal im Jahr an Sonntagen öffnen wollen, muss eingedämmt werden!“

Auch das Thema Mindestlohn wird die KAB weiter beschäftigen, weil Teile der großen Koalition Ausnahmen für Saisonarbeiter, Rentner, Praktikanten oder Ehrenamtliche durchgesetzt haben und jetzt noch weitere Verschlechterungen wollen. Arthen: „Wer rechnen kann, kommt bei 8,50 Euro pro Stunde auf 1360 Euro im Monat. Wer 40 Stunden in der Woche arbeitet, muss davon auch leben können, ohne dass Unterstützungsleistungen des Staates gebraucht werden.“

So habe sich die Situation für die von prekärer Arbeit Betroffener in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. In Deutschland lebten derzeit rund 1,3 Millionen Beschäftigte, die neben ihrem Lohn noch Sozialleistungen beziehen müssen. 2013 gab es 7,34 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigte. Diese Gruppe teilt sich noch einmal auf in diejenigen, die ausschließlich in einem Minijob beschäftigt sind (4,74 Millionen), und diejenigen, die den Minijob neben einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit ausüben (2,59 Millionen). Ein Großteil arbeite daher auch nicht freiwillig in 450-Euro-Jobs, sondern wünsche sich eine reguläre Teilzeit- oder besser noch Vollzeitstelle. „Minijobs sind längst nicht mehr nur niedrigschwellige Arbeitsangebote für Ungelernte, sondern werden für Millionen gelernter Fachkräfte zur Niedriglohnfalle. Von den 7,3 Millionen Beschäftigten im Minijob sind 4,5 Millionen Frauen. Diese erwerben kaum Sozialversicherungsansprüche. Das heißt: Bei Arbeitslosigkeit erhalten sie kein Arbeitslosengeld, bei Renteneintritt kaum Rente. Die Altersarmut ist für sie programmiert. In vielen Unternehmen arbeiten heute fast ausschließlich Minijobber. Das ist ein Missbrauch des Systems auf Kosten der Altersversorgung der Mitarbeiter“, prangerte der Vorsitzende Paul Arthen die Situation auf dem Arbeitsmarkt an.

Ein weiteres Beispiel für verfehlte Politik sah der Vorsitzende in der Haltung der Bundesregierung beim Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA. Gewinnmaximierung für multinationale Konzerne stehe hier wohl obenan. Auf Kosten der Bürger in Europa und Amerika mit einem beispiellosen Abbau von Produktionsstandards, Verbraucherschutz- und Arbeitnehmerrechten, des Lohnniveaus, der Umwelt- und Sozialauflagen, ja sogar unserer demokratischen Rechtsstaatlichkeit.

 

Schlupflöcher stopfen

 

Als Ziele der Vereinsarbeit im laufenden Jahr nannte Paul Arthen den Einsatz für nicht krankmachende Arbeitsplätze, für eine Arbeit, die Sinn und Spaß macht, und von der man leben kann. Dazu notwendig sei der flächendeckende Mindestlohn ohne Schlupflöcher, sichere Arbeitsplätze, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – egal ob Frau oder Mann, ob Leiharbeiter, Werksvertragler oder Festangestellter. Auch der absoluten Flexibilität rund um die Uhr erteilte Arthen eine Absage und forderte endlich das Stopfen von Steuerschlupflöchern.

In seinem Schlusssatz betonte der KAB-Vorsitzende, dass man selbstverständlich, wie bisher auch, die Institution Kirche weiterhin kritisch begleite.

(meg)
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