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„Gemischte Chor Eintracht“ macht Schluss: „Eintracht“ Flacht ist verstummt

Ein weiterer Chor der Region ist für immer verstummt: Der „Gemischte Chor Eintracht“ Flacht hat seine Sangestätigkeit eingestellt.
Die Vereinsfahne wurde eingeholt - für immer.	Foto: Kahl Die Vereinsfahne wurde eingeholt - für immer. Foto: Kahl
Flacht. 

Günter Kaulfuß, langjähriger Vorsitzender des Flachter „Gemischten Chores Eintracht“, hatte am Samstagabend mit der Stimme zu kämpfen, als er im Rahmen der Jahreshauptversammlung sagte: „Dies wird wohl der kürzeste Geschäftsbericht, den ich jemals abgegeben habe, und es ist ein schrecklicher Umstand, dass in der traditionsreichen Geschichte unseres Vereins, ausgerechnet ich derjenige Vorsitzende sein muss, der den Verein zu Grabe trägt.“

Und als Kaulfuß später im Laufe der Tagesordnung die 23 Versammlungsmitglieder zur Abstimmung der entscheidenden Fragen – der sofortigen Einstellung der Sangestätigkeit, sowie der späteren Auflösung des Vereins – bat, fiel vor allem den aktiven Sängern und Sängerinnen das Heben der Hand sichtlich schwer. Wie zur Entschuldigung ihrer Zustimmungen, war an den Tischen im Gasthaus Markloff mehrfach zu hören: „Es muss ja leider so sein, es hat ja keinen Sinn mehr.“

Die „Eintracht“, die noch in den 1960er Jahren als reiner Männergesangverein mit mehr als 50 Aktiven auftrat, hatte später, wie so viele Gesangvereine im Lande, mit Nachwuchsschwierigkeiten zu kämpfen. Die Altersstruktur im Chor wuchs, die Aktivenzahl sank. Doch der Verein reagierte. Vor 25 Jahren änderte man die Satzung, die aktiven Männer brachten ihre Frauen mit zur Gesangsstunde und aus der Eintracht wurde ein gemischter Chor. Nur wurden dessen Mitglieder natürlich ebenfalls älter. So lag der Altersdurchschnitt im vergangenen Jahr hoch in den Siebzigern. Die Gesamtzahl war trotz intensivster Nachwuchssuche auf 15 Aktive (fünf Männer, zehn Frauen) abgesunken. Den letzten Neuzugang verzeichnete der Chor 2011 mit einem weiblichen „Nachwuchs“ – im Alter von 71 Jahren.

Auch Ortsbürgermeister Thomas Scheid, der sich über den Zeitraum eines ganzen Jahres bemüht hatte, jüngere Gemeindemitglieder für den Chor und den Verein zu gewinnen, konnte am Samstag nur eine „erfolgslose Mission“ mitteilen. Da die Eintracht mit einer so geringen Sängerzahl nur noch „äußerst beschränkt“ singfähig war, trat der Chor im vergangenen Jahr nur noch zweimal öffentlich auf. Bei zwei Geburtstagsständchen im Februar (Gerhilde Müller) und im Oktober (Ex-Bürgermeister Adolf Ohl) überbrachten sie die Glückwünsche musikalisch. Dies wollen sie vor dem offiziellen Aus noch zweimal tun: am 20. Februar zur Verabschiedung ihres Chorleiters Stefan Habermehl und am 22 Februar beim 85. Geburtstag ihres aktiven Sängers Helmut Meffert. Nach der offiziellen Vereinsauflösung wollen sich die dann ehemaligen Vereinsmitglieder weiterhin alle zwei Wochen zu Stammtischrunden treffen, um wenigstens die gewachsene Gemeinschaft aufrechtzuerhalten.

(rpk)
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