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Geschwindigkeitsbegrenzung am Elzer Berg: Elzer Berg: 100 auf allen Spuren

Auf allen drei Fahrspuren in Richtung Frankfurt gilt auf dem Elzer Berg nun 100 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit. Bisher war die Geschwindigkeit auf der rechten Fahrspur auf 60 km/h begrenzt.
Auf allen drei Fahrspuren gilt am Elzer Berg nun eine Begrenzung auf 100 Kilometer pro Stunde. Lastwagen dürfen jedoch ihre maximale Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nicht überschreiten. 	Foto: Laubach Auf allen drei Fahrspuren gilt am Elzer Berg nun eine Begrenzung auf 100 Kilometer pro Stunde. Lastwagen dürfen jedoch ihre maximale Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nicht überschreiten. Foto: Laubach
Elz. 

Über 40 Jahre waren für die Fahrspuren unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten ausgezeichnet: 100 km/h für die mittlere und linke Spur, 40 km/h und zuletzt 60 Stundenkilometer auf der rechten Spur, dem Fahrstreifen der Lastwagen. Nun also die Begrenzung auf allen drei Fahrstreifen auf 100 km/h. Eine Geschwindigkeit, die jedoch nur Personenwagen und Zweirädern vorbehalten ist, da Lastwagen mit maximal 80 km/ auf der Autobahn unterwegs sein dürfen.

Wer als Autofahrer zuvor mit 100 km/h auf der rechten Spur unterwegs war, der wurde nicht verwarnt. Allerdings wechselten viele Autofahrer am Berg auf die mittlere oder linke Spur oder passten sich der Geschwindigkeit für die rechte Spur an.

Nach Angaben aus dem hessischen Verkehrsministerium ist die Beschränkung auf der rechten Spur und damit für Lkws aufgehoben worden, da sich die Fahrzeugtechnik erheblich geändert habe. Alle drei Jahre müssten Tempolimits auf ihre sinnhaftigkeit überprüft werden. Und nun habe sich herausgestellt, dass die Begrenzung auf 60 km/h keinen Sinn mehr mache. Der Elzer Berg in Fahrtrichtung Frankfurt, also die Gefällstrecke, weise keine Unfallhäufung mehr auf, heißt es aus dem Ministerium. Gleichwohl wird die Strecke noch so eingestuft, dass ein Tempolimit von 100 km/h auf allen drei Fahrspuren bleibt. Und die Geschwindigkeitsüberwachung, der Elzer Berg galt in der Vergangenheit als zuverlässige Einnahmequelle, werde auch bleiben, versicherte ein Sprecher des Ministeriums.

 

Unfallzahlen gesunken

 

Nach Angaben von Markus Hofmann vom Polizeipräsidium Westhessen galt im Jahr 2009 noch eine Begrenzung von 40 km/h auf der rechten Fahrspur. In diesem Jahr habe die Polizei 55 Unfälle registriert. Als im darauffolgenden Jahr das Tempolimit auf 60 km/h angehoben wurde, seien nur noch 38 Unfälle registriert worden, im Jahr 2011 sogar nur noch 32 mit fünf Leicht- und einem Schwerverletzten. Im Jahr 2012 sei die Zahl der registrierten Unfälle wieder auf 49 gestiegen. Insgesamt gab es fünf Verletzte, einer davon schwer.

Im vergangenen Jahr kletterte die Zahl der Unfälle wieder auf 55, wobei es fünf Leicht- und einen Schwerverletzten gab. Den Anstieg der Unfallzahlen führt Hofmann auf die Baustelle zurück. Auch in diesem Jahr gibt es eine Baustelle am Fuß des Elzer Bergs. Die Polizei werde auf jeden Fall ein waches Auge auf die Entwicklung am Elzer Berg werfen. Es ist nach Einschätzung von Hofmann nicht auszuschließen, dass sich das Geschwindigkeitsniveau insgesamt erhöht.

Nach Informationen der NNP versprechen sich die Verkehrsbehörden durch eine Angleichung der Geschwindigkeit auf allen drei Fahrspuren einen Rückgang der Unfallzahlen. Große Unterschiede in der zulässigen Höchstgeschwindigkeit führten oft zu Unfallsituationen.

 

Viele Todesopfer

 

Anfang der 1970er sah die Situation am Elzer Berg noch gänzlich anders aus. Es gab Jahre, da kletterte die Anzahl der Unfälle auf dem Gefällstück der A 3 auf über 300, bis zu acht Todesopfer pro Jahr gab es. Zwischen 1961 und 1970 starben dort 51 Menschen. Zwar sank mit dem dreispurigen Ausbau 1970 die Zahl der Unfälle, aber nicht die der Todesopfer. Pater Fridolin Bleul (Pallottiner) und sein evangelischer Kollege Pfarrer Reinhard Brückner, die beide im Krankenhaus ihren Dienst versahen und dort mit Opfern, deren Angehörigen und natürlich auch mit den Rettungskräften Kontakt hatten, starteten eine Initiative, um den Elzer Berg zu entschärfen.

Pater und Pfarrer machten 1971 in ihrem Schreiben an den hessischen Verkehrsminister sowie die Abgeordneten aus der Region nicht nur auf die hohe Zahl an Todesopfern aufmerksam, sie lieferten auch gleich Vorschläge, wie die Strecke zu entschärfen ist. Unfälle gab es vor allem bei ortsunkundigen Fahrern, deren Lastwagen heißgelaufenen Bremsen bekamen oder deren Fahrzeuge auf der Gefällstrecke außer Kontrolle gerieten.

Schilderbrücken kamen im April 1972, und seitdem weisen sie über die gesamte Fahrbahnbreite auf die Höchstgeschwindigkeit hin: 100 Stundenkilometer für Pkw und 40 km/h für Lastwagen hin. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, so die Einschätzung der Fachleute, sei jedoch nur sinnvoll, wenn es auch eine Geschwindigkeitsüberwachung gibt. Und die kam im Jahr 1973. Sofort sank die Zahl der Unfälle und der Toten erheblich. jl

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