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Friedhofs-Pflege: Erinnerung wach halten

Schritt für Schritt werden die  Grabsteine fest verankert. Kurt Langschied (ganz rechts) dankte für die vielfältige Spendenunterstützung. Links neben ihm: Astrid Ellermann, Ilse Langschied und Maike Kniese. Foto: Rolf Kahl Schritt für Schritt werden die Grabsteine fest verankert. Kurt Langschied (ganz rechts) dankte für die vielfältige Spendenunterstützung. Links neben ihm: Astrid Ellermann, Ilse Langschied und Maike Kniese.
Flacht. 

„Viele sagen, das ist lange her! Dieser Friedhof sagt etwas anderes“ formulierte während einer Gedenkfeier vor einigen Jahren der ehemalige Pfarrer von Flacht, Hans-Joachim Fischer, auf dem jüdischen Friedhof in Flacht. Man solle sich der Vergangenheit annehmen und solle sich erinnern, hieß es. Erinnerung sei das Geheimnis der Versöhnung, so Fischer seinerzeit.

Damals wie heute wird der Friedhof von der Flachter Familie Langschied und einigen weiteren Helfern gepflegt. Er befindet sich in einem relativ guten Zustand. Nur waren die Grabsteine der elf Gräber all die Jahre nicht befestigt und letztlich nicht verkehrssicher. Ilse und Kurt Langschied starteten deshalb vor geraumer Zeit eine Spendenumfrage, um die 3000 Euro teure Maßnahme durch ein Flachter Unternehmen realisieren zu lassen. Am Donnerstag überbrachten Pfarrerin Maike Kniese und Astrid Ellermann als Vertreter des Dekanats Diez ihre Spende von 1000 Euro persönlich auf den Glockenstein hoch über Flacht. Kurt Langschied dankte bei dieser Gelegenheit nicht nur dem Dekanat, sondern auch den bisherigen Spendern, der Naspa-Stiftung (500 Euro), dem katholischen Bezirksbüro Hadamar (500 Euro), der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (500 Euro), den beiden Gemeinden Flacht und Niederneisen (jeweils 250 Euro) und einem Privatspender.

Bereits im 17.Jahrhundert gab es in Flacht und Niederneisen eine jüdische Gemeinde und noch im Jahre 1933 haben in Flacht 28 jüdische Bürger gelebt. Der Friedhof entstand 1924 durch sieben jüdische Bewohner aus Flacht und einem Bewohner aus Niederneisen auf dem Glockenstein und erlebte im Juni 1925 die erste und im August 1936 die letzte Bestattung. Seitdem fristet der Friedhof sein Dasein am Rande des Bewusstseins der Menschen in Flacht und Umgebung. Insgesamt 21 Juden sind Opfer des Holocaust geworden. Eine Gedenktafel neben den zehn Gräbern mahnt und erinnert an die schrecklichen Geschehnisse zu den Zeiten der Gewaltherrschaft.

Auf den Grabsteinen abgelegte Steine verraten, dass sich hin und wieder Menschen jüdischer Abstammung dort erinnern. Statt Blumen legen diese traditionell Steine an den Gräbern ab.

(rpk)
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