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Selbstkritisch: Erster Stadtrat räumt ein, Rodung der Schlossgärten politisch unterschätzt zu haben

Von Die Rodung der Bäume und Pflanzen in den ehemaligen Schlossgärten hatten im Umweltausschuss ein Nachspiel. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) zeigte sich selbstkritisch.
Direkt unterhalb des Schlosses befinden sich die ehemaligen Schlossgärten, die wiederhergestellt werden sollen. Direkt unterhalb des Schlosses befinden sich die ehemaligen Schlossgärten, die wiederhergestellt werden sollen.

Als Dezernent habe er fachlich alles richtig gemacht; als Politiker hätte er es besser machen können. So reagierte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) im Umweltausschuss auf die öffentliche Kritik an der aus Sicht vieler Bürger überraschenden Rodung von 30 Bäumen in den früheren Schlossgärten. „Dass das Ganze nicht gut gelaufen ist, ist nicht zu bestreiten“, sagte Stanke, wenngleich fachlich alles seine Richtigkeit gehabt habe.

Der Ortsbeirat Innenstadt hätte über die Rodung nur dann informiert werden müssen, wenn es sich bei den früheren Schlossgärten um eine öffentliche Grünfläche handelt, was aber nicht der Fall sei, sagte Stanke. Alles sei so abgelaufen, wie in vergleichbaren Fällen im Stadtgebiet auch. Allerdings habe er die Bedeutung der Flächen „politisch unterschätzt“.

Die Stadt hatte die Rodung in einer Pressemitteilung angekündigt, um die früheren Strukturen der terrassenartigen Gärten unterhalb des Schlosses, in denen unter anderem Kräuter angepflanzt wurden, wieder sichtbar zu machen. Die Bäume hätten gefällt werden müssen, weil ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen sei.

Kurz vor Beginn der Rodungsarbeiten Ende Februar waren Demonstranten aufgetaucht, die von der Zerstörung eines Biotops ausgingen, sodass die Arbeiten abgebrochen und am nächsten Tag unter Polizeischutz fortgesetzt werden konnten. Inzwischen ist die Fläche komplett gerodet. Die Gärten sollen wiederhergestellt werden.

Öffentlich zugänglich

Einer der schärfsten Kritiker der Rodung, Jochem Holzhäuser (SPD), lobt Stanke dafür, die Verantwortung zu übernehmen, bat aber darum, die Rodung großer Flächen künftig anders zu handhaben. Auch Nachfrage von Peter Licht (CDU), wie er sich das vorstelle, konkretisierte Holzhäuser, eine solche Rodung sei früher anzukündigen. Die in dieser Frage ohnehin sensibilisierten Bürger müssten vorher richtig aufgeklärt werden.

Eine weitere Frage, die im Raum stand, war, was der Arbeitskreis Domplateau über die anstehenden Rodungsarbeiten wusste. Die Mitglieder, darunter Stadtverordnete aller Fraktionen, waren bei einer Sitzung im Mai vergangenen Jahres eher zufällig auf die komplett zugewucherten Schlossgärten gestoßen und hatte einer Freischneidung zugestimmt, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Holzhäuser, Mitglied dieses Gremiums, machte deutlich „freischneiden“ sei etwas anderes als eine Fläche zu roden.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Alfred Wirth, kritisierte das Vorgehen der Verwaltung. „Das ist schlecht gelaufen.“

Um die Schlossgärten originalgetreu wiederherzustellen, benötigt die Stadt nun fachlichen Rat. Denn die Schlossgärten stehen unter Denkmalschutz, sagte der Leiter der Abteilung für Stadtsanierung, Markus Saal. Nach der Wiederherstellung ist das Ziel, die Gärten öffentlich zugänglich zu machen.

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