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Leidenschaft: Eva Rebscher-Seitz unterrichtet seit 45 Jahren an der VHS

Lehrerin aus Leidenschaft, das ist Eva Rebscher-Seitz aus Bad Camberg. 39 Jahre lang unterrichte sie unter anderem an der Mittelpunktschule in Niederselters. Sogar seit 45 Jahren ist sie schon für die Volkshochschule aktiv, wofür sie auch kürzlich geehrt wurde.
Mit viel Herzblut dabei: Seit 45 Jahren gibt Eva Rebscher-Seitz für die VHS Sport- und Tanzkurse. Seit sechs Jahren betreut sie auch eine Englisch-Klasse. Foto: Johannes Koenig Mit viel Herzblut dabei: Seit 45 Jahren gibt Eva Rebscher-Seitz für die VHS Sport- und Tanzkurse. Seit sechs Jahren betreut sie auch eine Englisch-Klasse.
Bad Camberg. 

Alles begann ganz harmlos: „Willst Du nicht mal Tanzunterricht geben?“, fragt eine Freundin. Dass sie nun 45 Jahre später immer noch Kurse bei der Kreisvolkshochschule gibt, damit konnte Eva Rebscher-Seitz damals nicht rechnen.

Unterrichtet Englisch

Ebenso unvorhersehbar war, dass sie nun bereits im zwölften Semester zusätzlich Englisch unterrichtet. Klein aber fein ist die Runde, die sich am frühen Abend zum Unterricht in der Bad Camberger Taunusschule versammelt hat. Aktuelles Thema des Abends ist die nahende Weihnachtszeit. „In England gab es den Weihnachtsbaum erst gar nicht“, erzählt die Dozentin. Den hatte erst 1840 der Ehemann von Königin Victoria, Prinz Albert, aus seiner deutschen Heimat mitgebracht. Aktuelle Themen früherer Stunden waren zum Beispiel Donald Trump, Brexit oder vergangene Woche das amerikanische Erntedankfest „Thanksgiving“.

Im gut vorbereitet

„Der Unterricht ist immer total gut vorbereitet. Man läuft hier nie ins Leere“, sagt Kursteilnehmerin Gudrun Schwarz. Sie ist bereits seit dem ersten Kurs 2012 mit dabei. Damals wollte sie nach einer langen Pause ihr Schulenglisch wieder auffrischen. Schließlich sprachen die Kinder bereits flüssig. „Wir lernen hier Englisch fürs Leben und pauken nicht nur Vokabeln“, lobt sie den Unterrichtsstil.

Ein Ansatz, der nicht von ungefähr kommt. Schließlich war Eva Rebscher-Seitz 39 Jahre lang Lehrerin. Aufgewachsen in Selters kam sie nach dem Studium in Frankfurt über Zwischenstationen zurück ins Nassauer Land. Zuerst unterrichtete sie an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule, bis sie Anfang der 80er Jahre an die Mittelpunktschule Niederselters wechselte. Dort blieb sie bis zu ihrer Pensionierung.

Erwachsenenbildung ist eine Herausforderung

Kurz vor dem Ruhestand kam die Anfrage, ob sie nicht Lust hätte, neben ihrem Sportkurs noch einen Englischkurs zu leiten. „Ich hatte Lust auf etwas Neues, also sagte ich zu.“ Dennoch war der Wechsel vom Schulalltag in die Erwachsenenbildung schon eine Herausforderung: Wie redet man mit den Kursteilnehmern, werden sie nicht überfordert? Diese und andere Fragen stellten sich damals. „Macht den Mund auf und fragt, wenn ihr mich nicht versteht“, lautete daher die erste Aufforderung an die Runde. Ungewohnt war auch der Wechsel weg von der Kreide hin zum Marker, zu dem sie nun immer greifen muss, wenn sie eine Vokabel an der weißen Kunststofftafel erläutern möchte.

„Ich bemühe mich, Menschen abzuholen, nicht schulmeisterlich zu sein und gemeinsam den besten Weg zu finden“, erläutert sie ihre Methode. Besonders wichtig ist dabei das freie Reden. Da werden auch mal kleine grammatikalische Fehler toleriert. „Es bringt ja nichts, ständig zu korrigieren, wenn man danach aus Angst, was falsch zu machen, nichts mehr sagt.“

Gute Atmosphäre

Tatsächlich hatten mehrere Kursteilnehmer schon vorher versucht, ihr Schulenglisch aufzufrischen. Die Kurse wurden allerdings abgebrochen. „Beruf, Familie und die Kinder, da hatte man keine Zeit“, erinnert sich Annette Ribeiro. Der Umschwung kam, als im Büro Englisch gebraucht wurde: Ein Kollege mit malaysischem Akzent war am anderen Ende des Telefons.

Wie hat Eva Rebscher-Seitz es geschafft, Beruf, Familie sowie die VHS-Kurse unter einen Hut zu bringen? „Wichtig ist die gute Atmosphäre in der Gruppe sowie die Unterstützung der Familie.“ Schaden kann auch nicht, dass Englisch für sie eine Leidenschaft ist. Viele Ideen für neues Unterrichtsmaterial kommen zum Beispiel beim Hören der BBC. Ansonsten gilt der Grundsatz: „Lehrer sein ist eine Berufung.“

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