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Bürgerforum sieht Energiewende gescheitert: FDP: Ausbau der Windenergie stoppen

Windenergie ist unrentabel und für eine sichere Stromversorgung ungeeignet. Deshalb soll der Ausbau der Windenergie gestoppt werden, lautete eine Forderung des FDP-Bürgerforums „Energiewende im Jahr 2015 – Deutschland in der Sackgasse“.
Dr. Detlef Ahlborn vom Verein „Vernunftkraft“, der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Florian Rentsch, die FDP-Kreisvorsitzende Marion Schardt-Sauer und ihr Stellvertreter Tobias Kress (von links) beim FDP-Bürgerforum zur Windenergie in Würges. Foto: Johannes Koenig Dr. Detlef Ahlborn vom Verein „Vernunftkraft“, der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Florian Rentsch, die FDP-Kreisvorsitzende Marion Schardt-Sauer und ihr Stellvertreter Tobias Kress (von links) beim FDP-Bürgerforum zur Windenergie in Würges.
Bad Camberg-Würges. 

„Die Energiewende ist lange gescheitert“ und zwar an den Gesetzen der Physik, der mathematischen Statistik und der Ökonomie, erfuhren Zuhörer des FDP-Bürgerforums im Gemeindezentrum in Würges. Unter dem Motto „Energiewende im Jahr 2015 – Deutschland in der Sackgasse“ hatte der FDP-Kreisverband Limburg-Weilburg den Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian Rentsch, und den stellvertretenden Bundesvorsitzende des Vereins „Vernunftkraft“, Dr. Detlef Ahlborn, eingeladen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom stellvertretenen Kreisvorsitzenden Tobias Kress.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vorsitzende Marion Schardt-Sauer erläuterte Detlef Ahlborn anhand einer Powerpoint-Präsentation, warum die Energiewende bereits gescheitert sei. Um seinen Strombedarf zu decken, bräuchte Hessen 4700 Windräder, rechnete Ahlborn vor. Bei zehn Windrädern pro Park würden 470 Windparks gebraucht. Auf die Landesfläche heruntergebrochen bedeute das, dass alle 6,5 Kilometer ein Windpark stehen müsste.

Aber selbst die flächendeckende Verbreitung der Anlagen beseitigt nicht das Grundproblem, dass Wind- und Solarstrom nur „zufällig“ erzeugt werden können, da beide Naturkräfte nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. „Hier in Europa herrscht oft die selbe Großwetterlage“, erklärte Ahlborn. Das heiße, wenn in Deutschland kein Wind wehe, treffe dies auch auf die restlichen Länder zwischen der Biskaya und dem Ural zu. Weitere Windräder würden das Problem nur verschärfen, in dem sie an windreichen Tagen „Stromschrott“ produzierten, der nur die Netze verstopfe. An Tagen wiederum würden sie nichts am mangelnden Ertrag ändern. „Wind und Solarstrom seien daher nicht grundlastfähig und für eine konstante, verlässliche Stromversorgung ungeeignet, lautete das Fazit.

Auch den vielbeschworenen Speichermöglichkeiten erteilte der Referent eine Absage: „Um drei Wochen Flaute in Deutschland abzusichern, müsste der Bodensee 300 Meter hoch gepumpt werden. Für Hessen würde die 80-fache Fläche vom Edersee benötigt werden.“ Durch die Subventionierung werden pro Jahr 19 800 000 000 Euro vernichtet, so die Behauptung. Denn es gebe quasi kaum eine Windkraftanlage in Deutschland, die Gewinn mache. Die meisten seien hoch defizitär. Die Zeche zahle der Bürger über hohe Strompreise. Außerdem machten die Stromproduzenten durch Windkraft- und Solaranlagen Verluste, Stadtwerke gerieten in Schieflage, was zu höheren Steuern für die Bürger führe, wettbewerbsfähige Arbeitsplätze gefährde und Investitionen in Ersatzkraftwerke unwirtschaftlich mache. Vor Ort in den Gemeinden spüre er schon, dass die Stimmung kippe, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Florian Rentsch. Einige Kollegen aus anderen Parteien würden im Hinblick auf die Kommunalwahl im nächsten März nervös. Die Wahl sei daher eine Gelegenheit, ein Signal für eine rationale Energiepolitik zu setzen.

Im Postkartenformat hatte die FDP Limburg-Weilburg noch einmal ihre Forderungen zusammengefasst: Die Planungen auf Landesebene zur Verdreifachung der Windkraft sollen beendet werden. Stattdessen solle wieder eine ökonomisch sinnvolle Energiepolitik gestaltet werden, die den Schutz von Kulturlandschaft, Wald und Natur vor die Interessen des Windkraftaufbaus stelle.Außerdem solle der Wille der Kommunen respektiert und der Abstand der Anlagen zu bewohnten Gebieten auf das Zehnfache ihrer Höhe ausgedehnt werden.

(koe)
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