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Initiative „Willkommen in Hadamar“: Fahrräder für Flüchtlinge

Der Runde Tisch „Willkommen in Hadamar“ macht Flüchtlinge mobil: Seit einigen Tagen läuft in Oberzeuzheim eine Fahrradausgabe. Die Drahtesel sind sehr beliebt.
Die Flüchtlinge unterziehen die Fahrräder einer genauen Prüfung. Walter Jung (rechts) hilft ihnen beim Reifenaufpumpen. Bilder > Foto: Heike Lachnit Die Flüchtlinge unterziehen die Fahrräder einer genauen Prüfung. Walter Jung (rechts) hilft ihnen beim Reifenaufpumpen.
Hadamar-Oberzeuzheim. 

Auf Initiative des Runden Tisches „Willkommen in Hadamar“ gibt es eine Fahrradstation für Flüchtlinge in Oberzeuzheim.

Die Garage von Walter Jung steht voller Fahrräder. „Morgen sind die alle weg“, schätzt er. Es hätten sich einige Flüchtlinge angemeldet. Die Räder stammen alle aus privaten Spenden. Bevor sie an die Asylsuchenden weitergegeben werden, macht Walter Jung sie wieder fahrtauglich, überprüft Reifen und Beleuchtung. Einen verkehrsuntaugliche Drahtesel gibt er nicht aus den Händen.

 

Pumpen fehlen

 

„Die Fahrräder werden sehr schnell knapp“, so Jung, „der Bedarf ist höher als wir abdecken können.“ Daher freue er sich über weitere Spenden. Weiterhin bräuchten sie ganz dringend Luftpumpen und Schlösser. Doch es fehlt auch an anderen Dingen. Manche der älteren Gefährte bräuchten neue Lichtanlagen oder Reifen, da die alten einfach zu porös sind. Für diese Anschaffungen fehlt einfach das Geld. Wer also noch Material übrig hat, darf sich gerne melden bei Walter Jung.

Bei der Verteilung zeigte sich, dass nicht immer das passende Rad für jeden dabei sei. Und teilweise reichte es auch aus, einfach schneller zuzugreifen. Da musste Walter Jung sowie die ehrenamtlichen Kontaktleute auch vermitteln, denn Fahrrad sei Fahrrad egal ob in Silber oder Rot.

Es herrschte ein buntes Sprachengewirr aus Deutsch und Englisch sowie den jeweiligen Landessprachen. Und wenn nichts mehr ging, behalfen sich alle mit Händen und Füßen.

 

Verkehrs-Einweisung

 

Die neuen Stadtbewohner bekamen die Räder nicht einfach überreicht, sondern sie mussten Walter Jung zeigen, dass sie in der Lage sind, sicher damit zu fahren. Und so stiegen sie auf die Sattel, fuhren die Straße einmal hoch und wieder runter. Sie überprüften den Druck auf den Reifen und die Schutzbleche. Nach der kurzen Fahrt tauschten sie vereinzelt die Bikes aus, weil sie nicht damit zurechtkamen. Als sie sich für ein Exemplar entschieden hatten, notierte sich Jung die Namen und den Typ. Ebenfalls bekamen die Flüchtlinge einen Zettel als Nachweis, dass sie das Rad nicht gestohlen, sondern vom Helferkreis bekommen haben.

Als letzten Punkt, bevor die Leute mit den Rädern zurück in ihre Unterkunft fahren durften, bekamen sie von Walter Jung eine kurze Einführung in Verkehrsregeln und Verkehrszeichen. Er überprüfte die Kenntnisse, wie Abbiegen angezeigt wird und erklärte ihnen, was sie im deutschen Verkehrsgetümmel nicht dürfen. lh

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