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Unkrautvernichter: Fast alle Kommunen verzichten auf Glyphosat

Das Land Hessen hat den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf kommunalen Flächen schon im Jahr 2015 verboten, sofern keine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Eine solche Genehmigung nimmt die Stadt Limburg in Anspruch, die meisten anderen Kommunen verzichten darauf. Spätestens im Juli 2018 ist aber für alle Städte und Gemeinden Schluss.
Die meisten Kommunen im Landkreis verzichten auf den Einsatz von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln. Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild) Die meisten Kommunen im Landkreis verzichten auf den Einsatz von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln.
Limburg-Weilburg. 

Allenfalls im niedrigen einstelligen Bereich bewege sich die Zahl der Kommunen im Kreis Limburg-Weilburg, die auf ihren Flächen das Unkraut mit Glyphosat bekämpfen, teilt das Regierungspräsidium auf Anfrage dieser Zeitung mit. Seit Juli 2015 gebe es nach einem Erlass des hessischen Umweltministerium keine Ausnahmegenehmigungen mehr, die sowieso nur für jeweils drei Jahre erteilt worden seien. „Die letzten Genehmigungen laufen somit in Kürze aus“, so RP-Sprecher Thorsten Haas. Damit muss dann auch Limburg auf das Mittel verzichten, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen. Ausnahmen gebe es nur noch in begründeten Fällen, wenn das Ministerium sie ausdrücklich genehmige, teilt Haas mit. Beispiele dafür seien die Pflege von Gleisanlagen.

„Glyphosat ist einfach unheimlich billig und sehr wirksam“, fasst Gerd Schmidt vom Magistrat der Stadt Bad Camberg die Argumente zusammen, die für den Einsatz von Glypthographien Unkrautbekämpfungsmittel sprechen könnten. In Bad Camberg werde aber schon seit 2012 darauf verzichtet. Statt dessen arbeite man mit thermischen Verfahren, beispielsweise mit heißer Luft oder heißem Wasser. Im vergangenen Jahr habe er beim Regierungspräsidium in Gießen angefragt, ob zur Pflege eines Hartplatzes, der sogar eine eigene Zisterne habe, theoretisch ein gleichgestaltig Mittel in Frage komme und sich eine deutliche Abfuhr eingehandelt, berichtet Schmidt.

100 000 Euro Einsparung

Die Stadt Limburg hatte im Jahr 2001 entschieden, auf glyphosathaltige Mittel zurückzugreifen. Die Gemeindevertretung bestätigte diese Entscheidung 2015, als der Antrag kam, diese Praxis zu ändern. Die Stadtverwaltung hatte damit argumentiert, dass Glyphosat „die effektivste und gleichzeitig kostengünstigste Art“ der Unkrautbekämpfung sei. Sie hatte vorgerechnet, dass eine jährliche Behandlung von rund 57 000 Quadratmetern Wegfläche ohne Glyphosat rund 114 000 Euro kosten würde. Mit Glyphosat würden dagegen rund 100 000 Euro weniger fällig.

Glyphosat

Auch wenn der Winter nicht die klassische Zeit der Unkrautbekämpfung ist, ist Glyphosat derzeit in aller Munde. Grund ist die Diskussion innerhalb der Europäischen Union anlässlichen der

clearing

Für die meisten Kommunen im Landkreis überwiegen aber wie in Bad Camberg die Argumente, die gegen die Verwendung von Glyphosat sprechen. Bei der Stadt Runkel werde seit Ende 2016 darauf verzichtet, lautet die Auskunft aus dem dortigen Rathaus. Auch Weilburg teilt auf Anfrage mit, dass man auf jegliches Glyphosat auf kommunalen Flächen verzichte. Ganz auf Chemie und damit auch auf Glyphosat verzichtet das Bischöfliche Ordinariat, teilte Sprecher Stephan Schnell mit.

Ob es außer Limburg noch eine Kommune im Landkreis gibt, die das Unkrautvernichtungsmittel einsetzt, konnte das Regierungspräsidium in der Kürze der Zeit gestern nicht ermitteln, wohl aber, dass am 31. Juni dieses Jahres – wie auch in Limburg – damit dann Schluss wäre. Denn an diesem Termin läuft definitiv die letzte Ausnahmegenehmigung für Kommunen aus.

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