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Weitere Gemeinschaftsunterkunft in Frickhofen: Fast zehn Prozent der Flüchtlinge leben in Dornburg

Fast zehn Prozent der Flüchtlinge, die in den Landkreis Limburg-Weilburg verwiesen wurden, leben in Dornburg. Die neue Unterkunft in Frickhofen soll vorerst die letzte neue Einrichtung in Dornburg sein und Platz für bis zu 63 Flüchtlinge bieten.
In dieser Woche sollen die ersten Bewohner ins ehemalige „Café Bock“ ziehen. Foto: Klaus-Dieter Häring In dieser Woche sollen die ersten Bewohner ins ehemalige „Café Bock“ ziehen.
Dornburg-Frickhofen. 

Am 1. Juni öffnet eine neue Gemeinschaftsunterkunft für asylsuchende Menschen im ehemaligen „Café Bock“ in Frickhofen. Als die Nachricht von einer neuen Gemeinschaftsunterkunft die Runde machte, entstanden Gerüchte. Um die zu entkräften und Fragen zu beantworten, wurde in den kleinen Konferenzsaal des Bürgerhauses eingeladen.

Rede und Antwort standen hierbei neben Bürgermeister Andreas Höfner, Dirk Schmidt vom Landkreis Limburg-Weilburg und Marina Fischmann von der Fachdienststelle Migration, von der Gemeinde Dornburg die Koordinatorin für Flüchtlinge, Juditha Hering, sowie vom Betreiber der neuen Gemeinschaftsunterkunft Zaynep Kanjo und Veli Ibrahimofullari.

50 Zuweisungen im Monat

Einen Überblick über die derzeitige Situation im Landkreis Limburg gab der Fachdienstleiter Migration, Dirk Schmidt. Demnach bestehen derzeit im Landkreis 114 Gemeinschaftsunterkünfte mit acht bis 70 Plätzen, die angemietet wurden. Hinzu kommen drei große Einrichtungen mit 132, 170 und 260 Plätzen. Das sind insgesamt 2827 Plätze. Derzeit sind hier 2215 Personen untergebracht „und wir müssen noch 2000 Personen unterbringen. Der Nordkreis ist hierbei sehr aktiv“, so Dirk Schmidt. In Dornburg stehen derzeit zwölf Gemeinschaftsunterkünfte mit 245 Plätzen zur Verfügung. Im Moment sind hier 199 Personen untergebracht. Monatlich müssten im Landkreis weitere 50 Personen untergebracht werden.

Die erste Frage aus dem Publikum lautete: „Braucht man noch solche Gemeinschaftsunterkünfte?“ Diese Frage musste mit einem „ja“ beantwortet werden, da ein Flüchtling mit Anerkennung nicht aus seiner Unterkunft ausziehen müsse.

Da im „Café Bock“ teilweise Appartements mit Familieneinheiten entstehen, werden voraussichtlich nicht nur Singles dort wohnen. Da auch Kinder dabei sind, wurde die Frage nach der Schule laut. Hier war die Antwort, dass das Schulamt in Weilburg zentral die Kinder in Schulen einweist. Dabei werde die Situation des Schulpersonals berücksichtigt. „Da kann es passieren, dass Kinder auch in Elz in der Schule untergebracht werden.“

Familiennachzug

Eine Frage, die für kurze Diskussion sorgte, war die Frage nach dem Familiennachzug. Ein anerkannter Flüchtling könnte seine Familie nachholen, um deren Unterkunft sich dann die Gemeinde und nicht der Landkreis Limburg-Weilburg, nach dem Obdachlosengesetz kümmern müsse. Dies sieht nun Bürgermeister Andreas Höfner nicht so, der die Zuständigkeit beim Landkreis sieht. „Dies ist kein Akt der Fairness“, so Dornburgs Bürgermeister. Hier brandete Beifall der Zuhörer auf.

Eine ganz spezielle Frage ging in Richtung der Auslastung von Dornburg. Zehn Prozent der Asylsuchenden des Landkreises sind in Dornburg untergebracht. Hier lautete die Frage „Ist jetzt Schluss?“ Diese Frage beantwortete Bürgermeister Andreas Höfner mit einem deutlichen „ja“. Er berichtete von einem Gespräch mit Landrat Manfred Michel, der ihm versprochen hätte, dass dies die letzte Einrichtung in Dornburg sei. „Wir müssen die neue Herausforderung positiv annehmen und damit umgehen.“ Die Betreiber luden nun die Nachbarn und interessierte Personen dazu ein auf die Asylsuchenden zuzugehen. Vorstellen kann man sich hier sogar ein gemeinsames Grillfest. kdh

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