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Ausstellung in Gnadenthal: Felix Justen – der Maler

In der Galerie Kloster Gnadenthal ist derzeit eine ungewöhnliche Ausstellung zu besichtigen: Werke eines Musikers. Es sind Bilder des Gitarristen und Komponisten Felix Justen.
Felix Justen. Foto: Gundula Stegemann Felix Justen.
Hünfelden-Gnadenthal. 

. Die meisten Besucher, die zur Vernissage die Galerie Kloster Gnadenthal betraten, waren überrascht. Wer die Bilder an den Wänden sah, dem war klar: Dies ist nicht das Ergebnis einer musikalischen Schöpfungs- oder Schaffenspause. Selbst für einen in der Kunst Unbewanderten war auf den ersten Blick erkennbar: Wer solche Bilder malt, malt nicht erst seit gestern.

Es sind großformatige Bilder, die den Besucher auf den ersten Blick in den Raum hinein spontan in Erstaunen versetzen. Ein tiefes dunkles Blau dominiert eine Gruppe von Bildern gegenüber dem Eingang, sie zieht den Besucher regelrecht an. Doch es ist nicht die Dunkelheit, die die Bilder beherrscht, sondern das Licht. Eindrucksvolle Lichtspiele faszinieren den Betrachter. Man entdeckt ungewöhnliche Lichteffekte, magisch wirkende Energien, die die Bilder ausstrahlen, keineswegs düster. Jedes von ihnen scheint ein Geheimnis zu bergen. Unwillkürlich wird man in den Bann gezogen. Also tritt man näher – auf der Suche nach dem Geheimnis, nach der Geschichte hinter dem Bild. „Dieses Bild“, sagt der Künstler, der inzwischen herangetreten ist, „hab ich aus dem Gedächtnis gemalt. Das war mein Blick aus dem Flieger auf dem Rückflug von Detroit – ein Naturschauspiel über Grönland, als wir über den Horizont geflogen sind: Nordlichter.“ Ein Teil der Bilder zeigt karge Landschaften in Dunkelheit gehüllt, stilvoll pointiert mit Lichtoasen. Ein Zusammenspiel der Elemente. Das schlägt sich in gewisser Weise auch nieder im Titel der Ausstellung: „Wolken, Wege und Wasser“. Es seien Sehnsuchtslandschaften, sagt Felix Justen. Aufgetürmte Wolken, Himmel… – an manchen Stellen zwar finster, aber im Zentrum des Geschehens von Licht und Sonne durchflutet, mit einer ganz eigenen Dynamik – Wasser, stürmische Wellen, Flut… Die Bilder geben Raum zur Fantasie. Doch warum gerade jetzt eine Ausstellung? Es ist nicht das erste Mal, dass er seine Bilder öffentlich zeigt, verrät er. Seine letzte Ausstellung hatte er in Bremen. In die Öffentlichkeit gegangen war er mit seiner Malerei, nachdem die damalige Kuratorin der Bremer Kunsthalle, Annette Schneider, eines seiner Bilder bei einer Bekannten entdeckt hatte. Sie fand, dass diese Art von Kunst gerade in Amerika im Trend liege und verglich sie mit Werken aufstrebender New Yorker Künstler. Verschiedene Kenner der Kunstszene in Deutschland bekunden aktuell Interesse an seinen Werken. Aus Berlin und Karlsruhe haben bereits Galeristen ihren Besuch in Gnadenthal angekündigt, um die Bilder zu besichtigen.

Gitarrist und Komponist

Bisher kannte man Felix Justen als Musiker, als Gitarristen, Komponisten. In der Musikszene hat er einen Namen – nicht nur hier in der Region. Er feierte musikalische Erfolge auch im Ausland: als Solist und im Duo, unter anderem mit der Sopranistin Elisabeth Parcells, mit Kaye Ree… Er hat schon in großen Konzerthallen gespielt, unter anderem in New York, Boston, Detroit, Paris, Rom und in Schweden. Auch wenn die Galerie im Kloster Gnadenthal nicht die Carnegie Hall ist, so ließ er es sich nicht nehmen, die Ausstellungseröffnung selbst musikalisch zu gestalten, unter anderem mit Werken von Isaac Albeniz: „Granada“, „Cataluña“ und „Asturias“, was die Besucher mit großem Applaus quittierten. Als Zugabe spielte er eine Sarabande von Johann Sebastian Bach. Mit einem selbst komponierten Stück „entführte“ er schließlich die Besucher auf einen Rundgang durch die Galerie…

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 14 Uhr, sonntags ab 11.30 bis etwa 13 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Kloster Gnadenthal, Telefon:  (0 64 38) 8 12 00 oder per E-Mail unter buchhandlung@jesus-bruderschaft.de. Am Freitag, 15. April, spielt das Gitarrenduo Reichelt und Nissen zur Finissage der Ausstellung „Wolken, Wege und Wasser“ unter anderem Werke von Schubert und Piazzolla. Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro, ermäßigt acht Euro.

 

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