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Flucht und ihre Ursachen

Montabaur. 

Seitdem die Debatte über den richtigen Umgang mit Flüchtlingen im Sommer 2015 ihren Höhepunkt erreicht hatte, verschwindet das Thema nicht mehr aus der öffentlichen Diskussion. Wie kann Integration gelingen? Geht unsere Willkommenskultur zu weit – oder nicht weit genug? Wie gehen wir damit um, wenn Flüchtlinge Straftaten begehen? Diese und weitere Fragen bewegen viele Menschen. Doch die Gründe, die Flüchtlinge überhaupt zu ihrer Reise bewegen, werden häufig außer Acht gelassen. Um Fluchtursachen stärker in der öffentlichen Debatte präsent zu machen, hatte die Westerwälder SPD-Bundestagsabgeordnete Gabi Weber zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in die Berufsbildende Schule eingeladen.

Derzeit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als 38 Millionen sind Binnenflüchtlinge, das heißt, sie bleiben in ihrer Herkunftsregion. Aufgrund von Verfolgung und Krieg hat sich die Zahl der Flüchtlinge in den letzten fünf Jahren versechsfacht. Weitere Fluchtgründe sind Perspektivlosigkeit, globale Ungleichheit, Armut, Umwelt und Klimawandel, Krankheiten wie Ebola oder geschlechtsspezifische Ungleichheiten.

Svenja Gertheiss vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung lenkte den Blick auf allgemeine Hintergründe von Flucht. Die Hauptaufnahmeländer liegen im globalen Süden (über 70 Prozent), ebenso wie die Ursprungsländer. Nur ein Bruchteil macht sich auf den Weg nach Europa. Insgesamt hob sie heraus: „Flüchtlinge reisen nicht in das Land mit dem größten Wohlstand.“ Eine Flucht von Afghanistan nach Europa beispielsweise kostet etwa 11 000 Euro. Oft lege die ganze Familie oder auch der ganze Ort zusammen, damit ein junger Mann reisen kann. In der Diskussion mit dem Publikum wurden viele Themen rund um Flüchtlingspolitik behandelt. Neben den Kriterien für sichere Herkunftsländer und der Umsetzung entwicklungspolitischer Konzepte wollten einige Gäste wissen, ob die Regierung ein schlüssiges Gesamtkonzept habe und sich der Fehler der Vergangenheit bewusst sei.

(nnp)
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