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Flüchtlinge bereiten dem Kreis Sorgen

Bundes- und Landesregierung erteilen die Vorgaben, die Landkreise stehen vor kaum zu erfüllenden Aufgaben. Sie müssen die Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea oder Somalia aufnehmen.
Limburg-Weilburg. 

. In diesem Jahr sind im Kreis Limburg-Weilburg bereits rund 750 Flüchtlinge untergebracht worden. 2015 werden es nach Angaben von Landrat Manfred Michel (CDU) zusätzlich weitere rund 1500 verzweifelte Menschen auf der Flucht aus Krisengebieten sein. Michel und Kreissozialamtsleiterin Marianne Zimmermann haben im Dezember im Kreishaus gemeinsam einen „Hilfeschrei“ an Kommunen und Bürger gerichtet, den Kreis bei der Suche nach Unterkünften zu unterstützen.

Rund 40 000 Flüchtlinge werde das Land Hessen im Jahr 2015 aufnehmen müssen. Nach dem geltenden Verteilerschlüssel kämen damit rund 1500 Frauen, Männer und Kinder aus Krisengebieten zusätzlich zur Aufnahme auf den Kreis Limburg-Weilburg zu, so der Landrat. Diese Aufgabe sei kaum zu stemmen. Nur sein Optimismus bekräftige ihn in der Meinung, gemeinsam sei dies auch zu schaffen. Ein Patentrezept zur Lösung gebe es nicht.

Eine „Spezialtruppe“ von Mitarbeitern im Kreissozialamt sei bereits in einer 50- bis 70-Stunden-Arbeitswoche dabei, nach Auswegen zu suchen. Lange Vorbereitungszeiten gebe es nicht. Eine Woche vorher treffe eine Mitteilung auf Zuteilung von Flüchtlingen ein, aber erst zwei Tage vor dem Eintreffen stünde die genaue Anzahl der Personen fest. Auf das Zurückgreifen von Turn- und Sporthallen als Notunterkünfte will der Kreis verzichten. Bei 1500 für das Jahr 2015 zu erwartenden Flüchtlingen benötigt der Kreis mindestens 1200 zusätzliche Unterkünfte. Weil diese Aufgabe personell an die Grenzen der Mitarbeiter im Kreissozialamt gehe, sei angedacht, bei der kreiseigenen Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung (GAB) einen Immobilien-Manager einzustellen. Michel: „Die Zeit ist eng. Die Mitarbeiter im Sozialamt drehen ein Riesenrad. Sie können nicht jede Woche eine Bürgerversammlung besuchen, um die Einwohner auf mögliche neue ausländische Nachbarn vorzubereiten.“ Waren es in der jüngsten Vergangenheit überwiegend Menschen aus Eritrea, Somalia und Afghanistan, die den Weg in den Landkreis fanden, sind es aktuell vor allem Syrer. Die Anzahl der Kinder betrage durchschnittlich zehn Prozent. Landrat Michel trägt sich auch mit dem Gedanken, die politisch Verantwortlichen im Nachbarland Rheinland-Pfalz anzusprechen, um dort in frei stehenden Kasernen, wie zum Beispiel in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Diez, kurzfristig Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen.

(bl)
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