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United Internet und Arbeitsagentur ziehen positive Zwischenbilanz: Flüchtlinge fit machen

Eine positive Zwischenbilanz ihrer Integrationsmaßnahme, mit der Flüchtlinge für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert werden sollen, haben der Internet-Konzern United Internet und die Agentur für Arbeit gezogen.
Gemeinsam die Potenziale von Flüchtlingen fördern – das ist das Ziel von Andreas Maurer (links) und Frank Krause von United Internet und Heidrun Schulz von der Agentur für Arbeit. Gemeinsam die Potenziale von Flüchtlingen fördern – das ist das Ziel von Andreas Maurer (links) und Frank Krause von United Internet und Heidrun Schulz von der Agentur für Arbeit.
Montabaur. 

Mehr als 130 Teilnehmer aus Flüchtlingsländern hat die Agentur für Arbeit in den vergangenen Monaten in das Qualifizierungsprogramm „Fit for Job“ der United-Internet-Firma 1&1 vermittelt. Derzeit „absolvieren 23 Teilnehmer Praktika im Unternehmen“, teilte Vorstandsmitglied Frank Krause mit. Etwa zehn weitere Kandidaten haben ihm zufolge einen Praktikumsplatz bei anderen Unternehmen bekommen. Acht Absolventen des Programms hat das Internet-Unternehmen zusätzlich zu den bereits bestehenden Ausbildungsverhältnissen eine Lehrstelle angeboten, vier davon am Standort Montabaur. Die neuen Mitarbeiter begannen am 1. September, sagte die zuständige Personalchefin Verena Amann. „Die größte Hürde beim Einstieg sind immer noch die Sprachkenntnisse“, sagte Krause. „Fachlich sind viele Flüchtlinge aber gut qualifiziert, und Diversität ist eine klare Bereicherung für unser Unternehmen.“

Ergänzt wird das Qualifizierungsprogramm durch eine „Begleitstruktur“, erklärte der United-Internet-Vorstand. Dabei würden die Flüchtlinge nicht nur beruflich unterstützt, sondern erhielten auch Hilfe zur Bewältigung kultureller Unterschiede im Alltag. „Mitarbeiter können bis zu zehn Prozent ihrer Arbeitszeit für Flüchtlingsprojekte nutzen.“ Diese Begleitstruktur soll künftig auch nach Ablauf des Praktikums bestehen bleiben, vereinbarten 1&1 und die Arbeitsagentur. Damit werde ein Netzwerk geknüpft, das die individuellen Potenziale der Flüchtlinge berücksichtigt und die Integrationsmöglichkeiten verdichtet, formulierte Heidrun Schulz von der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Dennoch mahnte sie, eine langfristige arbeitsmarktpolitische Perspektive zu entwickeln. Kurzfristig lasse sich etwa der Fachkräftemangel durch den Einsatz von Flüchtlingen nicht beheben. Vielmehr müsse man mit einer Zeitspanne von etwa fünf Jahren rechnen: Das erste Jahr diene der Orientierung in einem fremden Land, im zweiten Jahr würden die Sprachkompetenzen ausgebaut, und anschließend folge eine dreijährige Ausbildungszeit, erläuterte Schulz. Aber: „Im Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende lohnt es sich, neue Wege zu gehen.“

(abv)
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