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Unterricht: Flüchtlinge im Gymnasium

Das Evangelische Gymnasium in Bad Marienberg unterrichtet inzwischen auch Flüchtlinge.
Schulleiter Dirk Weigand, Diakon und Lehrer Gunter Wetzel und Lehrerin Anna Weck (rechts) unterstützen Arben aus Bosnien, Idrees aus Afghanistan und Mohamad aus Syrien beim Schulbesuch. Foto: Sabine Hammann-Gonschorek Schulleiter Dirk Weigand, Diakon und Lehrer Gunter Wetzel und Lehrerin Anna Weck (rechts) unterstützen Arben aus Bosnien, Idrees aus Afghanistan und Mohamad aus Syrien beim Schulbesuch.
Bad Marienberg. 

Idrees ist Schüler am Evangelischen Gymnasium in Bad Marienberg. Er lebt seit eineinhalb Jahren in Deutschland. Eine rund zweieinhalbjährige Reise führte ihn von Kabul aus durch den Iran, die Türkei, Griechenland und Italien. Über Hamburg, das Aufnahmelager in Trier und Montabaur wurde Idrees nach Bad Marienberg geschickt. Hier lebt der 20-Jährige in einer Wohngemeinschaft mit zwei weiteren Afghanen und einem Syrer. Seit den Sommerferien darf er die Oberstufe des Evangelischen Gymnasiums in Bad Marienberg besuchen.

Er spricht schon sehr gut Deutsch, weswegen er dem Unterricht gut folgen kann. Sein Lieblingsfach ist allerdings Englisch. „Englisch macht Spaß, weil ich schon Englisch kann“, lacht Idrees. „Die Schüler und die Lehrer sind nett. Ich habe hier sehr viele Kontakte bekommen.“ Insgesamt besuchen fünf Asylbewerber das Evangelische Gymnasium, außer Idrees drei Syrer und ein Bosnier. Schuldirektor Dirk Weigand hat sich ganz bewusst dafür entschieden, sie aufzunehmen. „Es ist der diakonische Auftrag einer christlichen Schule ihren Schutzmantel aufzumachen, um ihn Fremden zur Verfügung zu stellen“, sagt er. Die Unterstützung im Kollegium, durch die Schüler und Eltern sei groß. Für die ausländischen Schüler sieht Dirk Weigand viele Vorteile. Sie seien dankbar für Tagesabläufe, die ihnen Struktur und soziale Kontakte bieten. „Nicht zuletzt lernen sie bei uns viele soziale Kompetenzen im täglichen Miteinander, um im Alltag besser zurecht zu kommen.“ Um die Sprachbarriere abzubauen, haben nach den Herbstferien Sprachkurse begonnen. Die Motivation, Deutsch zu lernen, ist sehr hoch, sagt Gunter Wetzel. Der Diakon und Lehrer ist für die jugendlichen Asylbewerber verantwortlich, entscheidet, in welche Klassenstufe sie kommen. Für die Deutschkurse konnte Wetzels Kollegin Anna Weck gewonnen werden, die im Gymnasium Deutsch und Sport unterrichtet und als zusätzliche Qualifikation Deutsch als Fremdsprache studiert hat. Idrees möchte in Bad Marienberg bleiben. „Hier ist es ruhig und friedlich. Dort ist Krieg. Hier ist es viel besser als in Afghanistan.“ Seine Eltern sind tot. „Ich möchte eine gute Zukunft haben und die habe ich hier.“

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