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Saalbau Gattinger wird zur Unterkunft: Flüchtlinge in Eisenbach

Informationsveranstaltung in Eisenbach: Bürgermeister Bernd Hartmann und Hausbesitzer Matthias Egenolf informierten über die ab Februar anstehende Unterbringung von Flüchtlingen in der Kirchstraße.
Im ehemaligen Saalbau Gattinger in der Kirchstraße werden im Februar die ersten Flüchtlinge einziehen. Foto: Robin Klöppel Im ehemaligen Saalbau Gattinger in der Kirchstraße werden im Februar die ersten Flüchtlinge einziehen.
Selters-Eisenbach. 

Bis zu 27 Flüchtlinge werden ab Februar 2016 in den früheren Saalbau Gattinger in der Eisenbacher Kirchstraße einziehen, den zuletzt ein türkischer Kulturverein genutzt hatte. Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft wird der Bad Camberger Matthias Egenolf sein.

Dieser erklärte, dass die Neuankömmlinge, bevorzugt Familien, in den Wohnungen des Gebäudes und nicht im Veranstaltungssaal untergebracht würden. Es handele sich um abschließbare Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer. Er habe für die Flüchtlinge einen Gemeinschaftsraum in der ehemaligen Gaststätte sowie mehr Bäder und Küchen als vorgeschrieben zur Verfügung. Der Vertrag über die Unterbringung von Flüchtlingen laufe mit dem Kreis zunächst einmal über fünf Jahre, so Egenolf. Wer die künftigen vorübergehenden Bewohner konkret sein würden, das erfahre die Gemeinde erst kurz vorher, betonte Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) bei einer Infoveranstaltung in der Altenbegegnungsstätte in Eisenbach.

Dass das Thema Flüchtlinge derzeit die Menschen bewegt, zeigte sich daran, dass der Saal überfüllt war und die Stühle für die Zuhörer längst nicht reichten. Es waren Menschen da, die Ängste hatten, was sich künftig in ihrem Wohnumfeld abspielen könnte. Es kamen aber auch viele, die die Flüchtlinge nach besten Kräften unterstützen wollen. Ein Mann meinte, warum man nicht die Zeugen Jehovas gefragt habe, ob sie in ihrem Zentrum nicht auch Flüchtlinge aufnehmen wollten. Denn die würden doch immer von Nächstenliebe sprechen. Dagmar Ries von der Gemeinde teilte mit, dass in Niederselters ja bereits seit einigen Monaten im alten Bahnhofsgebäude sowie in der früheren Gaststätte „Zum Löwen“ derzeit 34 Flüchtlinge untergebracht seien und dort keiner sich über die Flüchtlinge beklagen könne. Wenn man auf die Menschen mit einem Lächeln und einem „Hallo“ zugehe und ins Gespräch komme, dann seien Ängste schnell verschwunden.

Für die Mobilität würden, wie Ries anmerkte, gebrauchte Fahrräder als Spenden gesucht. Damit könnten die Flüchtlinge dann auch eigenständig nach Niederselters zum Einkaufen fahren oder nach Bad Camberg oder Limburg. Hartmann bat die Bürger, sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge zu engagieren.

In Niederselters habe sich bereits ein Helferkreis gebildet, dem 25 ehrenamtlich tätige Personen angehörten. Dieser organisiere Sprachkurse, helfe bei Behördengängen und verschaffe den Flüchtlingen über Vereine Freizeitmöglichkeiten. Im Brunnencafé würden regelmäßig Helfertreffen stattfinden. Eisenbacher, die sich engagieren wollten, bat der Bürgermeister, sich an Dagmar Ries oder Nils Hartmann von der Gemeindeverwaltung zu wenden. Oder Interessierte können einfach einmal beim ersten Helfertreffen am Mittwoch, 13. Januar, 18.30 Uhr, in der Eisenbacher Altenbegegnungsstätte vorbeischauen. Ries sagte, es gehe darum, den Flüchtlingen Hilfe im Alltag zu geben, ihnen hier die Integration zu erleichtern.

(rok)
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