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Fortschritt am Holzweg: Vom Rad zum Baubiologen

Seit 2007 arbeiten die Mitarbeiter der Schreinerei in den neuen Räumen in Thalheim.	Fotos: Häring Bilder > Seit 2007 arbeiten die Mitarbeiter der Schreinerei in den neuen Räumen in Thalheim. Fotos: Häring
Dornburg-Thalheim. 

Gleich doppelten Grund zum Feiern hat Schreinermeister Michael Heep. Zum einen kann er mit seinem Unternehmen, einem Betrieb für Handwerk, Denkmalpflege, Tischlerei und Restaurierung, auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken. Zum zweiten war er in diesem Jahr erfolgreich beim Wettbewerb „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“. Der Preis wird ihm am 25. November in der Handwerkskammer Wiesbaden überreicht.

Angefangen hat alles im Haus Heep als Schreinerei und Wagnerei. „Damals habe wir für die Landwirte die Räder für ihre Fuhrwagen hergestellt“, erzählt Michael Heep, der in fünfter Generation das Unternehmen führt. Schon damals war das Unternehmen zukunftsweisend. Gegründet 1864, war in der Werkstatt schon eine Grube für Holzschnitt zu finden.

Feuer als Chance begriffen

Einen Schicksalsschlag hatte das Unternehmen 1909 zu verkraften, als ein Feuer das Gebäude zerstörte – die Gelegenheit zum Neuanfang. Ein Jahr später expandierte das Unternehmen. So wurde das Werk um ein Sägewerk ergänzt, das mit Dampf betrieben wurde. Damit verbunden war die Erzeugung von Strom. Der Erfolg im Sägewerk schlug sich auch in der Mitarbeiterzahl nieder, die aufgestockt wurde. Das Sägewerk arbeitete ein halbes Jahrhundert lang. Die Schreinerei wurde immer wieder an die Söhne weiter gegeben, die auch den Beruf des Schreiners erlernten – so wie jetzt auch Michael Heep, der sein Unternehmen aus dem Dorf heraus an den Rand, auf ein Gelände hinter dem Sportplatz, verlegte. Hier widmet er sich mit seinen fünf Angestellten der traditionellen Tischlerei mit der Hauptausrichtung auf Möbel und Türen.

Um diese Aufgaben zu bewältigen und auch Lehrlinge auszubilden, machte er unter anderem 1994 seinen Meisterbrief und 2004 ein Studium zum Baubiologen.

Michael Heep hat sich dazu in den Arbeitskreisen der Restauratoren Koblenz, Wiesbaden, der Landgruppe Hessen-Rheinland-Pfalz-Saarland sowie der Baubiologen Westerwald/Lahn eingebracht. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Restaurierung von Türen, Fenstern, sowie Rekonstruktionen von Schlössern, Burgen, Gründerzeiten- und Jugendstilvillen, Kirchen und denkmalgeschützten Privathäusern im Umkreis von 150 Kilometern. Dazu zählen die Villa Rothschild, Burg Unkel, Burg Kronberg, Schloss Dirnstein, Schloss Schöneck, Schloss Schaumburg und viele mehr.

Fachwerk- und Lehmbau

Die Arbeiten an diesen historischen Objekten hat ihm nun den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege für herausragende handwerkliche Leistungen an historischen Objekten eingebracht. Seine eigene neue Werkstatt erbaute er 2007 nach baubiologischen Standards, ganz in traditionellem Fachwerk- und Lehmbau. kdh

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