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Hofgut braut seit 2006: Fränkisches Bier aus Schönborn

Von Der 5. August ist der Internationale Tag des Bieres. Eine der kleinsten Privatbrauereien mit Gasthaus in der heimischen Region, wo Bier nach fränkischen Rezepten gebraut wird, befindet sich auf dem Hofgut Schauferts in Schönborn, auf dem Einrich zwischen Katzenelnbogen und Birlenbach gelegen. Private Bierbrauer ohne Gaststätten gibt es unter anderem heute auch noch in Dietkirchen und Eschhofen.
Carmen, Manuela und Chantale (von links), die charmanten Bedienungen im Brauhaus, stoßen zum Internationalen Tag des Biers mit dem Eigenbräu Märzen aus Schauferts Hof an. Bilder > Foto: Lormann Bernd Carmen, Manuela und Chantale (von links), die charmanten Bedienungen im Brauhaus, stoßen zum Internationalen Tag des Biers mit dem Eigenbräu Märzen aus Schauferts Hof an.
Schönborn. 

Die Geschichte von „Schauferts Hof“ reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als das Kloster Arnstein im Schaufertstal Besitztum hatte. Bei der um 1260 erfolgten Teilung des Gesamtbesitzes der Grafen von Katzenelnbogen erhielt Graf Eberhard das damals „Schamvers“ geschriebene Schauferts. Später sind als Besitzer hessische Landgrafen vermerkt.

Info: Gemeinsam Bier genießen

Ins Leben gerufen wurde der Internationale Tag des Bieres in den USA im Jahr 2007. Zum ersten Mal im August 2008 gefeiert, wurde er in den darauffolgenden Jahren zunehmend populärer.

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Hätten nicht die heutigen Besitzer, die Familien Luzius und Scheib, im Jahr 1987 den Hof übernommen, wäre wohl eine Ruine aus zwei Wohnhäusern, mehreren Viehställen, einem Hirtenhaus und einem Backhaus übrig geblieben. Heute präsentiert sich „Schauferts Hof“ in restaurierten und sanierten Gebäuden als gut gehende Brauerei-Gaststätte mit biologischer Landwirtschaft auf 130 Hektar Fläche.

Eigene Landwirtschaft

Die Beliebtheit von „Schauferts Hof“, der ohne die landwirtschaftlichen Flächen schon rund ein Hektar groß ist, liegt für die Gäste aus dem Mix aus Tierzucht (40 Milchkühe, 100 Rinder), Landwirtschaft, Braukunst und Gastronomie mit Außenbewirtschaftung.

Luci und Uli Scheib sowie Heidi und Oliver Lucius sind 1987 das Wagnis eingegangen, eine biologische Landwirtschaft zu betreiben. Zum Bauernhof mit Tieren sollte auch eine Gastronomie gehören.

Der Anfang war für beide Familien nicht leicht. Oliver Lucius, gelernter Heizungsmonteur aus der Frankfurter Nordweststadt, hatte dann 2004 die Idee, eigenes Bier zu brauen. Landwirtschaft und Gaststätte allein konnten zwei Familien nicht ernähren. Oliver Luzius legte die Prüfung zum Facharbeiter „Brauer und Mälzer“ ab. Im bayerischen Frankenland lernte Oliver Lucius die Braukunst und ist deshalb auch heute noch ein Freund des fränkischen Biers. Das Bierland Franken wird nicht rein zufällig mit „Verheißung höchster Gaumenfreuden“ umschrieben.

Aus Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser wird in Traditionsunternehmen fränkisches Bier gebraut und damit auch in Schönborn. Das Wasser bezieht Lucius aus einem eigenen Brunnen, die Rohstoffe kommen aus Bamberg, hinzu kommt ein Aroma-Hopfen.

20-Hektoliter-Sudwerk

In Schauferts-Brauhaus, wo einmal in der Woche Bier gebraut wird, gilt das sogenannte Märzen mit 90 Prozent als das beliebteste Bier. Das normale helle Bier hat in der Produktion einen Anteil von rund fünf Prozent, weitere fünf Prozent entfallen auf ein dunkles, stärker gemalztes Bier mit einer kräftigeren Hopfennote. Neben der Versorgung der eigenen Gastwirtschaft mit Gerstensaft beliefert Schauferts Hof noch sechs weitere Gaststätten in der Umgebung; ein geringer Teil geht in den Privatverkauf.

Die Brauereianlage auf Schauferts Hof wurde 1994 von der Ulmer Firma Wachsmann in Kupfer gebaut. Die Firma Wachsmann ist ein traditionsreiches Unternehmen, das Groß- und Kleinbrauereien herstellt. Es handelt sich um ein 20-Hektoliter-Sudwerk. Die Anlage wurde im Jahr 2004 gebraucht von der ehemaligen Gasthaus Brauerei Hof-Aspich in Lahnstein erworben. Nach zwei Jahren Umbauphase in der alten Scheune konnte die Anlage im Dezember 2006 wieder in Betrieb genommen werden.

Oliver Lucius ist heute stolz auf seine eigene Bierproduktion. Er spricht von einem handgemachten Bier und nicht computergesteuert. Wie es sich für ein uriges Brauhaus gehört, sind auch die Preise zivil. Ein Bier 0,3 Liter kostet 1,60 Euro, der halbe Liter steht mit 2,60 Euro auf der Karte.

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