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Flüchtlinge in Limburg: "Frieden machen"

Von Am bundesweit stattfindenden "Tag der offenen Moschee" öffneten am Samstag auch die Moscheen in Limburg ihre Türen, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen, Fragen zu beantworten und ihre Räumlichkeiten zu zeigen.
Prachtvoll und einladend wirkt der Gebetsraum der Moschee in der Blumenröder Straße. Bilder > Prachtvoll und einladend wirkt der Gebetsraum der Moschee in der Blumenröder Straße.
Limburg. 

Die aktuelle Flüchtlingssituation spiele auch in den Moscheen eine Rolle, erklärten Kaan Mehmet Ertemir und Isa-Serhat Cetin vom Vorstand der Bilal-i-Habesi-Moschee (Ditib) in der Blumenröder Straße. Einige der Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und im Flüchtlingslager in Staffel untergebracht seien, hätten auch schon den Gottesdienst in der Moschee besucht. Auch seien Vertreter der Gemeinde in der Erstaufnahmeeinrichtung gewesen, um mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, welche Hilfe konkret benötigt werde. Allerdings mussten auch die Vertreter der Gemeinde feststellen, dass die Sprachbarrieren manchmal nicht einfach zu überwinden seien.

Die Religion habe dabei nicht im Vordergrund gestanden, sondern die Menschlichkeit, sagte Vorstandsmitglied Kaan Mehmet Ertemir. „Jeden Tag kommt etwas an Spenden dazu“, freut sich Isa-Serhat Cetin vom Vorstand über die positive Resonanz zum Spendenaufruf, der die Tische in der Moschee mit Kleidungsstücken füllt.

Am „Tag der offenen Moschee“ war die Situation der Flüchtlinge durchaus ein Thema. Doch die einzelnen Gemeinde wollten auch aufmerksame und zuvorkommende Gastgeber sein. In der Bilal-i-Habesi-Moschee (Ditib) in der Blumenröder Straße wurden die Gäste freundlich begrüßt, ihnen wurden süße Speisen und schwarzer Tee angeboten. Die Besucher hatten die Möglichkeit, an einer Führung durch die Räumlichkeiten teilzunehmen und den Mitgliedern der Gemeinde Fragen zu Religion, Architektur und Abläufen zu stellen. Immer wieder würden Fragen zu Terrorismus und IS gestellt, berichtete der junge Mann vom Vorstand. Dann erkläre er, dass sich die Mitglieder der Gemeinde gar nicht damit identifizieren können und stattdessen für das friedliche Miteinander stehen. Auch die Frage, warum Frauen benachteiligt würden, werde regelmäßig gestellt. Dann sei Aufklärungsarbeit gefragt, denn das stimme so nicht.

Um solche Vorurteile abzubauen und sich kennenzulernen, sei ein solcher „Tag der offenen Moschee“ da. Durch einen Film erfuhren die Besucher zudem, was es mit den mehrmals am Tag stattfindenden Gebeten und Ritualen auf sich hat.

Besonderen Eindruck dürfte der Gebetsraum hinterlassen haben, der mit Fliesen aus der Türkei und Schriftzügen an den Wänden beeindruckt. Dort erfuhren die Gäste, wo der Vorbeter während des Gottesdienst steht, wo die Frauen und wo die Männer beten.

Nur wenige Meter entfernt steht in der Eisenbahnstraße 2 die Fatih-Moschee, deren Türen ebenfalls weit geöffnet waren. Die Gäste konnten neben Moscheeführungen an Vorträgen teilnehmen und die orientalische Küche kennenlernen.

Hacer Kutucan führte die Gäste durch die Moschee und stand für deren Fragen Rede und Antwort und vermittelte Wissenswertes zum Islam. In dieser Religion ist der Freitag der wichtigste Tag der Woche, so wie es im Christentum der Sonntag ist. Die fünf Mal am Tag stattfindenden Gebete richten sich nach der Sonne und finden im Winter somit zu einer früheren Uhrzeit statt. Der Koran beeinflusse das ganze Leben, sagte die junge Frau: „Für jeden Anlass gibt es Richtlinien.“

Plakate mit näheren Erläuterungen zu den Elementen im Gebetsraum erklärten zudem die Einrichtung der Moschee. Islam bedeute „Frieden machen“, heißt es auf einem Plakat. Auch dazu soll der „Tag der offenen Moschee“ beitragen.

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