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Hospiz Hadamar: Für den Tod in Würde und Ruhe

Von Am 1. Oktober soll das Hospiz im Gesundheitszentrum St. Anna an den Start gehen. Bis zu zwölf Menschen finden dort gleichzeitig Pflege und Ruhe, um in Würde zu sterben – oder sich doch wieder zu erholen.
Eva Frischmann vom Verein „Inklusion durch Förderung und Betreuung“ und Hospizium-Geschäftsführer Lothar Lorenz beschilderten in dieser Woche den Weg in die erste Etage des Gesundheitszentrums, wo ab 1. Oktober ein Hospiz die Arbeit aufnehmen soll.	Fotos: Hüls Eva Frischmann vom Verein „Inklusion durch Förderung und Betreuung“ und Hospizium-Geschäftsführer Lothar Lorenz beschilderten in dieser Woche den Weg in die erste Etage des Gesundheitszentrums, wo ab 1. Oktober ein Hospiz die Arbeit aufnehmen soll. Fotos: Hüls
Hadamar/Kreisgebiet. 

„Wir rufen keinen Notarzt.“ Hospizium-Geschäftsführer Lothar Lorenz weiß, worauf es den Menschen ankommt, wenn sie in ein Hospiz ziehen: in Würde und Ruhe zu sterben. In einer freundlichen, familiären Atmosphäre zu sterben, das soll ab Oktober in der ersten Etage des ehemaligen Krankenhauses in Hadamar möglich sein. Der Wiesbadener stellte die Pläne zur Neueröffnung gemeinsam mit Eva Frischmann, Öffentlichkeitsarbeiterin des Vereins „IFB – Inklusion durch Förderung und Betreuung“, vor.

 

Vierte Einrichtung

 

Bei der Einrichtung kann Lothar Lorenz auf eine reiche Erfahrung zurückgreifen: In Hadamar entsteht die dritte stationäre Einrichtung der gemeinnützigen GmbH. 90 ambulante Hospizdienste im ganzen Land begleiten Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt.

Im vergangenen Mai hatte der Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz beschlossen, die leerstehende erste Etage des Gesundheitszentrums an den Wiesbadener Verein zu vermieten mit dem Auftrag, dort ein „Haus für sterbende Menschen“ einzurichten. Auf 400 der 1400 Quadratmeter Gesamtfläche soll zusätzlich eine Wohngemeinschaft für fünf Menschen mit Behinderungen entstehen, abgetrennt und über einen eigenen Eingang von der Nonnengasse aus erreichbar.

 

Der Klient entscheidet

 

Der Platz für die zunächst zwölf Plätze im Hospiz sei immer noch sehr großzügig, freut sich Lorenz. Neben den üblichen Aufenthalts-, Personal- und Lagerflächen bietet die ehemalige Gynäkologie Platz auch für einen „Raum der Stille“, zwei Gäste-Schlafräume und ein Kinderspielzimmer. Im ersten Schritt finden acht, bei voller Besetzung zwölf examinierte Pflegekräfte eine Beschäftigung.

Insgesamt rund 360 000 Euro investiert die gGmbH in den nächsten Wochen in der ersten Etage des ehemaligen Krankenhauses: Aus den ehemaligen Zwei-Bett-Pflegezimmern, die zuletzt von der Awo genutzt wurden, werden Einbettzimmer mit großen Nassräumen. Dazu müssen Bauarbeiter Wände versetzen. Das Budget für Möbel und technische Ausstattung fällt mit etwa der Hälfte der Gesamtkosten relativ wenig ins Gewicht im Vergleich zu einem „Krankenhaus“. Das medizinische Gerät beschränkt sich weitestgehend auf Sauerstoffkonzentrator, Absauger oder Medizinschrank. Lorenz unterstreicht: „Betreuung und Pflege stehen bei uns an erster Stelle.“ Palliativmedizin wolle lindern, wo Heilung nicht mehr möglich ist. Der Prospekt des Vereins bringt es auf den Punkt: „Gemeinsam wollen wir den verbleibenden Tagen mehr Leben geben, nicht dem Leben mehr Tage.“ Deshalb akzeptieren die Mitarbeiter, dass ein Sterbenskranker über sich selbst bestimmt: über Ruhezeiten, Mahlzeiten oder Medikamente.

 

Platz für Angehörige

 

Die zusätzlichen Räume unterstreichen das Ziel, die Angehörigen einzubinden. Lorenz lädt ein: „Wer möchte, kann mit seinem Lieben in einem Zimmer schlafen – oder aber in eines der beiden Gästezimmer ziehen.“ Eigene Zimmer oder selbst ein Haustier dürfen mit einziehen für die Lebensendphase.

 

Am Samstag, 6. September, ab 15 Uhr lädt das Hospiz in Hadamar zu einem Nachmittag „Mit allen Sinnen“ Gäste, Nachbarn oder sonst Interessierte ein. Die Einrichtung präsentiert Gesichter und Konzepte. Es gibt Gewinnspiel, Aromatherapie und Rock’n’Roll-Band.

 

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