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Für den richtigen Schnitt am Baum

Der Naturschutz und die Nachhaltigkeit standen im Vordergrund bei der Baumschnitt-Aktion des NABU-Hadamar unter Leitung von Susanne Piwecki in Faulbach. Eine Streuobstreihe unterhalb des Schützenvereins war dabei Ziel der Aktion.
Susanne Piwecki (links) erklärte, wie Hobbygärtner ihre Bäume beschneiden sollten. Susanne Piwecki (links) erklärte, wie Hobbygärtner ihre Bäume beschneiden sollten.
Hadamar-Faulbach. 

Dem kurzfristigen Aufruf zur Baumschnitt-Aktion folgten Anna Pietsch, ebenfalls NABU-Hadamar, sowie das Ehepaar Anke und Albert Rudolph aus Waldbrunn.

Für alle drei war Baumschnitt nichts Neues, dennoch erhofften sie sich, einiges von Susanne Piwecki lernen zu können. „Ich habe schon einige Baumschnitt-Kurse besucht“, erklärt Pietsch, „aber bisher waren es nur Winterschnitt-Kurse“. Das Ehepaar Rudolph war auch schon bei einigen Kursen, aber hat irgendwie das Gefühl, dass noch etwas fehlt.

Susanne Piwecki gab eine kurze theoretische Einführung in den Baumschnitt. „Früher wurden die Baumschnitte im Winter erledigt“, erläutert sie, „weil da keine anderen Arbeiten anstanden und die Bauern Zeit hatten.“ Doch damit nehme man den Bäumen die Möglichkeit, das Wurzelwerk ausreichend zu ernähren und im Frühjahr würden die Bäume unnötig stark austreiben. Das sei aber keineswegs ein Zeichen für Gesundheit. Ein Baum wachse im Frühjahr und im Juni. „Daher ist ein Schnitt im Sommer angeraten, da der Baum nicht zu einem weiteren Wachstum angeregt wird.“

 

Heimat der Steinkäuze

 

Ein Obstbaum bedürfe eigentlich keines Schnittes. Ein Obstbaumschnitt wirke aber der Vergreisung entgegen, verhindere Kahlwerden und halte den Fruchtansatz unten. „Jedes Jahr ein wenig Arbeit in den Bäumen“, so Piwecki, „verringert die Arbeiten allgemein.“ Als letztes merkt sie noch an, dass Äpfel und Birnen durchaus im Winter geschnitten werden können, doch für alle Steinobstsorten gelte, dass der Schnitt nach der Frucht erfolgen sollte.

Nach dem Theorieteil ging es vom Biolandparkplatz hoch zur Streuobstreihe. Während der kurzen Fahrt gab Anne Pietsch einen kleinen Einblick in die Bedeutung der Streuobstbäume. Es sei wichtig, alte Streuobstbestände zu erhalten, denn die Steinkäuze seien auf diese angewiesen. „Hier oben haben wir ein Steinkauzpaar, welches in Brutkästen nistet“, so Pietsch.

Rauf auf die Leiter und rein ins Gehölz: Beherzt setzten die Teilnehmer die Tipps der Referentin um.	Foto: Lachnit Bild-Zoom
Rauf auf die Leiter und rein ins Gehölz: Beherzt setzten die Teilnehmer die Tipps der Referentin um. Foto: Lachnit

Susanne Piwecki zeigte auf die Ackerränder, wo standort-untypische Blumen ausgesät worden seien. „Das ist keine Nachhaltigkeit und den Insekten bringt es auch nichts, weil die Blumen steril sind“, so Piwecki. Es sei eine Möglichkeit, die Ackerränder wieder mit Blumen zu beleben, aber dann sollte doch auf regionales Saatgut zurückgegriffen werden.

„Der NABU ist hinterher, die Menschen zu informieren“, erklärte Piwecki. Aber es gebe so „viele Baustellen, die gar nicht alle auf einmal gelöst werden können.“

Baustelle Nr. 1: die Obstbäume. Zu Beginn der Reihe steht ein Birnenbaum, der voller Früchte hängt, bei dem jedoch auch der Laie sieht, dass die Äste alle sehr dicht beieinander stehen und sich gegenseitig behindern. Die Streuobstreihe wurde vom BUND gepflanzt, um neue Strukturen in die ausgeräumten Landschaften zu bringen. „Die Bäume werden mit Unterstützung der Gemeinde gepflanzt“, erzählt Piwecki, „und hinterher kümmert sich niemand mehr darum.“ Durch einen radikalen Rückschnitt einmal im Jahr werden die Bäume kaputt gemacht. „Wenn die Bäume nach zwei Jahren kaputt sind“, so Anna Pietsch, „dann ist das für mich kein richtiger Ausgleich. Dahinter stecke wohl eine gewisse Hilflosigkeit. Die Anwesenden waren sich im Klaren darüber, dass die Gemeindemitarbeiter nicht so viel Zeit haben, die Bäume entsprechend zu pflegen. Aber es sei doch möglich, miteinander das Problem anzugehen. Es würde viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, doch sie fühlen sich manchmal alleine gelassen.

 

Theorie am Birnbaum

 

Auch an dem Birnenbaum gab es eine kurze Theorie und dann griffen die Teilnehmer beherzt zu Säge und Gartenschere, um die Krone des Baumes zu lichten und ihm ein wenig Struktur zu verleihen. Während der Birnenbaum noch gemeinsam beschnitten wurde, gingen hinterher alle vier beherzt an die anderen Bäume.

Susanne Piwecki ist sich jedoch sicher, dass eine weitere Aktion nötig ist, die sie im September durchführen möchte. Anke Rudolph war diesmal zum Lernen dabei, doch sie kann sich sehr gut vorstellen, auch beim nächsten Mal zu helfen, wenn es die Zeit zulässt. lh

 

Info: Sieben Tipps zum Baumschnitt

Es gibt sieben einfache Tipps, an denen sich Hobbygärtner orientieren können, um ihre Obstbäume zu beschneiden. 1. Als erstes schneiden Sie alle Äste raus, die schräg nach innen zum Hauptstamm reinwachsen.

clearing

 

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