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GRUSS ZUM SONNTAG

Begleitung auf einem schweren Weg

Dieser Tage wurde im Hadamarer St.- Anna-Gesundheitszentrum ein besonderes Ereignis gefeiert, der „Tag der offenen Tür“ für das dort entstehende Hospiz. Eine Zeit der Vorbereitung, der Entscheidungsfindung ist dem vorausgegangen. Im Mai dann fiel mehrheitlich die Entscheidung für das Hospiz in Hadamar und nun geht es in Riesenschritten auf die Eröffnung zu.

Hadamar erfährt durch diesen Ort, an dem schwerstkranke und sterbende Menschen medizinisch, pflegerisch, psychologisch und spirituell bis zu ihrem Tod betreut werden, eine Aufwertung. Eine Lücke, die in unserer Region zwischen der stationären Palliativbehandlung im Limburger Krankenhaus und der häuslichen Begleitung Schwerstkranker klaffte, kann so bald geschlossen werden. Ermöglicht hat dies die Wiesbadener gemeinnützige Gesellschaft Hospizium, die als Betreiberin der Einrichtung auch das unternehmerische Risiko tragen wird. Im Hospizwesen wird kein Geld mit dem Sterben und dem Tod verdient. Im Gegenteil. Mindestens zehn Prozent der Kosten müssen durch Spenden gedeckt werden.

Zweifellos: Diese Einrichtung wird mit ihren zwölf Betten Freunde und Unterstützer brauchen. Hier sind nicht nur die Kirchen gefragt, sondern im Grunde jeder Einzelne. Die Qualifizierung ehrenamtlicher Hospizbegleiter wird eine wichtige Aufgabe sein. Durch die Begleitung kranker und sterbender Mitmenschen, durch das Miterleben des Todes anderer Menschen wird der Begleiter in der Regel nicht ärmer, sondern reicher an eigener Lebenserfahrung.

Die Tatsache, dass eine schwere Krankheit das Leben überschattet und nicht überwunden werden kann, ist schrecklich. Umso wichtiger ist, dass der Kranke auf seinem Weg rundum versorgt und begleitet wird. Er bleibt frei in der Entscheidung, wie er diese letzte Strecke auf seinem Lebensweg gestalten will. Viele Angebote und Möglichkeiten sollen zur Schmerzlinderung, zu körperlicher und seelischer Geborgenheit bis zuletzt beitragen. So ist Hospizarbeit im besten Sinne der Wörter Lebens- und Sterbehilfe.

Auch das Hadamarer Hospiz sieht sich in der Tradition von Herbergen, die bereits ab dem Ende des 4. Jahrhunderts entlang der Pilgerrouten in Europa entstanden und den gesunden und kranken Pilgern Gastfreundschaft boten. Ob es nun humanitäre, christliche oder anders religiös motivierte Beweggründe sind, die jemanden zur ehrenamtlichen Mitarbeit bringen, ist nebensächlich. Für alle gilt „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Dekan Manfred Pollex

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