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Gänsehautgefühle im Schlosshof

Sopranistin Christina Heuel bezauberte die Zuhörer. Sopranistin Christina Heuel bezauberte die Zuhörer.
Hadamar. 

Großartige Stimmen und ein abwechslungsreiches Programm erlebten die Besucher der Sommerserenade im Innenhof des Schlosses. Die Kulturvereinigung hatte das Salonorchester Elz unter Leitung von Lothar Welzel eingeladen, das durch Christina Heuel (Sopran) und Inga Schäfer (Mezzosopran) verstärkt wurde. Leider waren nicht alle Plätze besetzt. Die hochkarätige Veranstaltung hätte ein volles Haus verdient, doch die Hitze des Tages und die Ankündigung möglichen Regens – der tatsächlich zu Beginn kurz einsetzte – mag den einen oder anderen Kulturfreund abgeschreckt haben.

Die Ouvertüre aus Jacques Offenbachs satirischer Operette „Orpheus in der Unterwelt“ mit dem berühmten Höllen-Cancan eröffnete den Reigen. Dann weckte Christina Heuel Gänsehautgefühle mit einer Arie aus Puccinis Oper „Gianni Schicci“. Sehr kess folgte Inga Schäfer mit einem Stück aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ und beschrieb, wie das Ständchen ihres Verehrers in ihrem Herzen nachklingt. Zum Mitsingen eingeladen wurde das Publikum bei der „Elisabeth Serenade“ und später auch bei einer Melodie aus „My Fair Lady“.

Mit Mozarts „Hochzeit des Figaro“ führte die Reise weiter nach Italien. Christina Heuel überzeugte als Kammerdienerin Susanna, die die romantische Nacht besingt. Nächste Station war „Granada“ in Spanien. Aus der in Deutschland selten aufgeführten Oper „Lakamé“, die in Indien spielt, kommt das Blumenduett, von den beiden Sängerinnen in überwältigender Stimmharmonie präsentiert. „So ergreifend schön“, sagte eine Besucherin in der Pause, „dass mir Tränen in die Augen stiegen.“

Mit drei Stücken von Johann Strauß begann der zweite Teil des Konzertes. Hier konnte das Salonorchester seine bekannte Stärke mit Konzertwalzern voll ausspielen. In die Rolle des reichen, aber gelangweilten Prinzen Orlofsky aus der Operette „Die Fledermaus“ schlüpfte Inga Schäfer und sang „Ich lade gern mir Gäste ein“. Als das verkleidete Stubenmädchen Adele, ebenfalls eine Figur aus „Die Fledermaus“, beschwor Christina Heuel den Herrn Marquis „schaut mein Profil, meine Figur.“

Lehárs Operette „Zigeunerliebe“ gehört wohl zu seinen besten Werken, findet Lothar Welzel, Leiter des Salonorchesters, der den Abend moderierte. Die schwere, dunkle Musik drückt die Sehnsucht der bürgerlichen Leute nach Freiheit, Musikalität und Romantik aus. Auch wenn das Herz von Heimweh nach Ungarn schwer ist, so kann doch der Mensch nicht immer traurig sein, sang Inga Schäfer, und Konzertmeisterin Ursula Sauer charakterisierte die Seele des fahrenden Volkes in einem Geigen-Solo.

Zum Ende vereinten sich die Stimmen der Sängerinnen im wiegenden Takt der Bakarole aus „Hoffmanns Erzählungen“. Mit einem Walzer-Potpourri nach Motiven aus „Die Chárdásfürstin“ fand das Programm einen heiteren Ausklang. Nach drei Zugaben wurde das Publikum mit „Guten Abend, gute Nacht“ verabschiedet.

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